Von Brian May erscheint am 22.04.  das Album "Another World" als 2CD+LP-Box, 2CD-Set, CD, LP, Cassette und in digitalen Formaten.

„Dies ist die zweite Veröffentlichung aus meiner „Brian May Gold Series“-Reissues Serie. Diesem, meinem zweiten Soloalbum, haben wir die gleiche liebevolle Sorgfalt angedeihen lassen, die wir schon in den Vorgänger ‚Back to the Light‘ investierten. Wir haben es überarbeitet und neu gemastert, aber mit den exakten Originalmixen. Ursprünglich erschienen vor 24 Jahren, erfährt ‚Another World‘ jetzt eine Wiedergeburt – in seiner ursprünglichen Form.” – Brian May. 2022

Gleich nachdem Brian May seine Tournee zu seinem ersten Soloalbum „Back to the Light“ beendet hatte, begann er, sich für neue Möglichkeiten und Ideen zu öffnen. „Ich bekam viele kleine Anfragen, Aufträge, Impulse und Inspirationen von außen“, berichtete Brian, der diese „Impulse“ aufnahm und sie nach seinen eigenen Vorstellungen zu einem damals neuen Soloalbum formte. „Another World“ ist die zweite Veröffentlichung in Brians Gold Series-Reihe und ein eindrucksvolles, raues Werk. Die Neuauflage erscheint am 22. April in mehreren Formaten als 2CD+LP-Boxset, 2CD-Set, CD, Vinyl, Cassette und in digitalen Formaten. Parallel dazu erscheint mit „On My Way Up“ auch die Originalsingle aus dem Album.

 

Angetrieben vom kraftvollen Schlagzeug des vor der Veröffentlichung des Albums auf tragische Weise ums Leben gekommenen Cozy Powell, ist „Another World“ ein würdiger Nachfolger des Solodebüts „Back to the Light“. Die Inspirationsquellen für dieses Album sind vielfältig und so erschien im Juni 1998 eine Platte grandiosen Rock’n’Rolls mit fantastischen Melodien und einigen leidenschaftlichen Coverversionen. „Another World“ bietet Gefühle und Optimismus, mit Gästen wie zum Beispiel Jeff Beck und Foo Fighters-Schlagzeuger Taylor Hawkins.

 

Bei seiner ursprünglichen Veröffentlichung im Jahr 1998 wurde das Album von der Presse gefeiert und brachte vier elektrisierende Singles hervor: “The Business (Rock on Cozy Mix)“, ‚“On My Way Up“, „Another World“ und „Why Don’t We Try Again“. Außerdem führte das Album Brian May und seine Band auf eine äußerst erfolgreiche 42-tägige Tournee rund um den Globus mit ausverkauften Konzerten in prestigeträchtigen Veranstaltungsorten wie der Londoner Royal Albert Hall.

 

„Space“ ist die Ouvertüre des Albums und beschäftigt sich mit der Idee, Räume zu öffnen, in denen man sicher atmen und kreativ tätig sein kann. Die Sanftheit dieses Songs streichelt unsere Seele und bereitet sie vor auf den zweiten Song, „Business“, eine kraftvolle Hymne und dem unverwechselbaren Brüllen der Red Special-Gitarre – ursprünglich 1993 von Brian in Auftrag gegeben für die britische TV-Show „Frank Stubbs Promotes“. Brian machte sich diese Geschichte von „einem ewigen Optimisten“ zu eigen und setzte Cozy Powells Beitrag dazu an erste Stelle. „Man hört sofort diesen gewaltigen Drum-Track hereinkommen und das ist Cozy, wie wir ihn kannten. Es soll so groß klingen wie nur möglich – ich möchte, dass Cozys Leben so fett wie möglich unterstrichen wird“, sagte Brian damals. „Es geht nicht darum, dass jemand auf etwas draufhaut, es geht um die innere Energie und Stärke und den Optimismus dieses Typen. Er ist ein entscheidender Teil dieses Albums und ich weiß nicht, was zum Teufel ich ohne ihn machen werde.“

 

Für den verspielten Livetrack „China Belle“ lodert das Feuer des Albums weiter, ehe die nachdenkliche Ballade „Why Don’t We Try Again“ folgt. Auf dem Song, der Jahre zuvor entstand, aber für Queen als zu persönlich erachtet wurde, klingt Brian in seinem Stimmumfang überragend sicher. Der nächste Song „On My Way Up“ ist ein nicht wegzudenkender Bestandteil von Brians Solokonzerten und ein herrlich mitreißender, wilder Song, der für die zweite Staffel von „Frank Stubbs“ in Auftrag gegeben wurde, während gleichzeitig die Arbeit an Queens Album „Made in Heaven“ weiterging. Die Backgroundsängerinnen Cathy Porter und Shelley Preston verhelfen der Melodie zu einem Höhepunkt, der im Einklang steht mit Stubbs als Hauptfigur der Serie. „Die zentrale Figur dieses Songs ist jemand, der im Grunde genommen ein Verlierer ist, aber totale Zuversicht und eine Art wahnsinnigen Optimismus hat. Und er geht seinen Weg und darum geht es in dem Song. Und wieder spielten verschiedene Dinge hinein, sobald ich mit der Arbeit anfing, aber im Grunde ist es ein witziger Song. Witzig, optimistisch und laut.“

 

Die Inspirationsquelle für „Cyborg“ ist eher im Sci-Fi-Bereich zu suchen - in Brians Mitarbeit an den Videospielen „Rise Of The Robots“ und „Rise 2: Resurrection“. Der Song nimmt die Perspektive eines Roboters ein, der sich danach sehnt, seiner Hülle zu entkommen (eine Metapher für die Sehnsucht der Menschheit nach einer anderen Welt?). Geprägt wird der Titel von donnerndem Trommeln, diesmal von Taylor Hawkins. Es war die Anfangszeit der Foo Fighters und Brian war voll des Lobes für seinen Gast: „Er hatte noch nie wirklich eine Studiosession für jemand anderen gemacht, also war er total unter Strom, wie man sich vorstellen kann. Und er rief: „Wie geil ist das denn!“ Ich meine, von diesem Typen ging eine Energie aus, unglaublich! Ich denke, er kommt in diesem Song gut zur Geltung – es ist Wahnsinn, wie viel Energie da drauf ist.“

 

Auf „The Guv’nor“ tritt ein weiterer Mitwirkender in Erscheinung. Ursprünglich war der Song für einen Film über einen Bare-Knuckle Boxer gedacht, der aber nicht umgesetzt wurde. Jetzt verkörpert er Brians Verehrung für den Gastgitarristen Jeff Beck. „In unserer Welt ist Jeff das Oberhaupt – der Standard, an dem man sich messen muss“, sagte Brian, der aus seiner unverhohlenen Bewunderung für den legendären Yardbirds-Gitarristen diesen lässigen und kraftvollen Bluesrock-Song gezimmert hat.

 

Mit „Wilderness“ folgt eine Ballade – einer der letzten Songs, die dem Album hinzugefügt wurden und wieder einmal eine wunderbare Gesangsleistung von Brian. Als nächstes befinden sich auf dem Album einige Tributes an Brians wichtigsten musikalischen Einflüsse. Nach „Back to the Light“ spielte Brian mit der Idee, ein ganzes Album mit Coverversionen mit dem Titel „Heroes“ zu produzieren, das den Originalsong „No-One but You (Only the Good Die Young)“ als Hommage an den verstorbenen Freddie Mercury enthalten sollte. Als Queen 1997 Brians Song für die „Queen Rocks“-Compilation übernahm, verabschiedete er sich vom „Heroes“-Konzept, nahm aber die Grundidee mit und verwirklichte sie in den Coverversionen auf „Another World“. „Slow Down“ ist ein typischer 12-Takt-Blues-Klassiker von Larry Williams, live aufgenommen mit Cozy, dem Bassisten Neil Murray, dem Queen-Keyboarder Spike Edney und dem Gitarristen Jamie Moses. Danach folgt eine einzigartige Hommage an Brians größtem Helden überhaupt, Jimi Hendrix. Angetrieben von fließenden Gitarren ist „One Rainy Wish“ eine verträumte Version des Hendrix-Klassikers, die perfekt zu den entrückten Gedanken von „Another World“ passt. „Dieser Song war die Beschreibung von Jimis Traum, seine exakte Umsetzung in Wort und Musik“, sagt Brian. „Ich wollte schon immer versuchen, es auf meine Art zu interpretieren.“

 

Die finale Coverversion ist für Brian von großer, persönlicher Bedeutung. „All the Way from Memphis“ war 1973 ein Hit für Mott the Hoople, die Queen in ihren frühen Tagen als Vorgruppe auf Tournee einluden – prägende transatlantische Ausflüge, die Brians gewaltigen Queen-Rocksong „Now I’m Here“ inspirierten. Brian beschreibt dieses Tourerlebnis als „blendend“ und fügt hinzu: „Ich sah jeden Abend zu, wenn sie ‚All the Way from Memphis‘ spielten, und der Veranstaltungsort wackelte wie bei einem Erdbeben. Sie waren eine fantastische Liveband.“ Hoople-Frontmann Ian Hunter erscheint auf diesem adrenalingeladenen Cover von Brian als „Special Guest Raconteur“.

 

Das Album endet mit einem Originalsong, der aus Brians Soundtrack-Projekten entstand. In den Jahren nach „Back to the Light“ komponierte Brian gelegentlich Musik für Filme, darunter „The Adventures of Pinocchio“ und eine Radioversion von „The Amazing Spider-Man“. „Another World“ entstand, als Brians befreundeter Filmautor Peter Howitt um einen Song für seinen kommenden Film „Sliding Doors“ bat, in dem Gwyneth Paltrow mitspielen sollte. Brians Antwort war ein herrlicher Tagtraum über geheime Sehnsüchte, Paralleluniversen und unbetretene Pfade, liebevoll auf die Geschichte des Films zugeschnitten. Am Ende schaffte es der Song aufgrund vertraglicher Querverdrahtungen nie in den Film. Brian holte ihn sich für „Another World“ zurück, wo er als exquisites Beispiel seines Gespürs für Melodien dient. Als eine Art Bonus endet die CD-Neuauflage mit „Being on My Own“, einem zuvor „verborgenen“ Klavierstück, das jetzt in die CD-Formate des Albums aufgenommen wurde.

 

Für Brian hält“ Another World“ die Philosophie der offenen Tür aufrecht, die er nach „Back to the Light“ verfolgt hat. „Ich bin auf vielen Wegen unterwegs gewesen, um alle Einzelteile zusammen zu bekommen“, erzählte er. „Um etwas Interessantes für das nächste Brian-May-Album zu haben, musste ich mich selbst neu entdecken. Ich entschied, nach draußen zu gehen, viel zu spielen und mich für neue Projekte zu öffnen, weil ich kein weiteres, rein introspektives Album machen wollte. Ich dachte, ich gehe raus in die Welt, erlebe Dinge und entdecke meine Wurzeln neu.“

 

Dieses Programm der Selbsterkundung nahm viele Formen an. Während ein Teil von Brians Zeit dem Queen-Album „Made in Heaven“ gewidmet war, gab ihm die allmähliche Einstellung von Queens Aktivitäten die Möglichkeit, andere Angebote anzunehmen, für die er zuvor keine Zeit hatte. Einige dieser Werke sind auf dem 15-Song-Raritätenset „Another Disc“ von Another World enthalten. Die Sammlung beginnt mit einem tief bewegenden Track: „Another World“ war zwei geliebten Menschen in Brians Leben gewidmet, seiner verstorbenen Mutter und Cozy, der am 5. April 1998 im Alter von 50 Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam. „Es ist unmöglich zu beschreiben, was für eine schreckliche Lücke es hinterlassen wird in unserem Leben, dass unser Kumpel Cozy nicht mehr hier ist“, sagte Brian 1998 in einem Tribute an Cozy, mit dem „Another Disc“ eröffnet wird. „Er war eine fantastische Unterstützung, eine fantastische Energie und Stimmung, er hatte die unglaublichste Lebenseinstellung, die alles, was er tat, beeinflusste.“ Diese Einstellung hört man laut und deutlich in „The Business (Rock on Cozy Mix)“, das Powells Schlagzeugspiel in den Mittelpunkt stellt.

 

Außerdem befinden sich auf Another Disc vier Coverversionen, die Brian unter dem Alter Ego TE Conway für Retro Rock Special aufgenommen hat, eine EP, die zuvor nur für Käufer von „Another World“ im Jahr 1998 erhältlich war. Die aufregende Bandbreite der Songs reicht von dem ausgelassenen „Hot Patootie“ aus der Rocky Horror Show bis zu dem atemberaubenden „Maybe Baby“ von Buddy Holly and the Crickets, dem elektrisierenden „F.B.I.“ von The Shadows (aufgenommen mit Francis Rossi von Status Quo und Rick Parfitt) und Conway Twittys unsterblichem „It’s Only Make Believe“. Ebenfalls auf der CD enthalten ist eine überragende spanisch gesungene Version von „Another World“, ‚Otro Lugar‘, sowie der harte Instrumentaltitel „Cyborg“ und eine harte Gitarrenversion von „On My Way Up“.  Fantastische Live-Mitschnitte unterstreichen die damalige Live-Form der Brian May Band: „Hammer to Fall“, von Brian „abwesenden Freunden“ gewidmet, beginnt zärtlich, bevor es voll durchstartet ins Rock'n'Roll-Leben. „On My Way Up“ dagegen ist voller Pep. Drei alternative Aufnahmen von „Business“ enthüllen Brians Arbeit für die TV-Serie. Die CD endet mit „My Boy“, einer gefühlvollen Klavierballade, die 1980 von Brian aufgenommen wurde und der Öffentlichkeit bis heute nahezu unbekannt ist.

 

Diese Neuauflage in verschiedenen Formaten kommt genau zur richtigen Zeit, denn lange war das Album überhaupt nicht erhältlich. Brian May kümmerte sich zusammen mit dem Co-Produzenten Justin Shirley-Smith, dem Queen- und BM Pro Tools-Experten Kris Fredriksson und dem langjährigen Queen-Artdesigner Richard Gray um die neue Reissue-Version.

 

Das Album wurde akribisch aufgearbeitet mit Mastering von Bob Ludwig, der für eine bestmögliche Qualität mit den originalen Mixen gearbeitet hat. „Another World“ erscheint in mehreren Formaten, darunter 1CD- und 1LP-Versionen (letztere auf 180g schwerem, schwarzem Vinyl). Das 2CD-Deluxeset enthält Another Disc (gemastert von Adam Ayan). Weiterhin erscheint eine 2CD + 1LP Collector's Edition mit beiden CDs und einer himmelblauen LP in einer 12“-Box mit abnehmbarem Deckel, einem 32-seitigen Booklet und Emaille-Button. Zu den exklusiven Angeboten im Queen Online Store gehören Picture-Discs und Kassetten.

 

„Another World“ dokumentiert Brians persönliche Reise mit dem Gedanken „A Different Place, way across Time and Space“ im Kopf und absolut aufrichtigen Gefühlen im Herzen. Zum Konzept des Albums erklärte er: „Ich hatte gehofft, dass ich am Ende des Projekts eine Veränderung in mir selbst herbeigeführt hätte. Ich dachte: „Wenn das Album fertig ist, werde ich diese Reise gemacht haben und an diesen anderen Ort gelangt sein, und ich kann allen erzählen, wie ich es gemacht habe“; aber um ehrlich zu sein, ich habe es nicht wirklich hinbekommen. Die Wahrheit dieses Albums ist, dass die Reise noch nicht beendet ist.“

 

In seinen neuen Liner Notes für 2022 merkt Brian an, wie weit wir alle seit der Veröffentlichung des Albums im Jahr 1998 gereist sind, aber auch, dass die Erkundung zu diesem Zeitpunkt passt. „Es scheint vielleicht, dass wir im Jahr 2022 tatsächlich in einer anderen Welt sind“, schreibt er, „aber wenn wir nicht nach der ganzen Welt streben, dann können wir vielleicht immer noch diese perfekte Welt erreichen … in unseren Träumen. KOMMT MIT!!!"

 

Voller kraftvoller Rockhymnen, offenherziger Sehnsucht, üppigen Melodien und mitreißenden Gitarren ist „Another World“ eine Einladung, genau das zu tun. Und man kann ihr kaum widerstehen.

Von Brian May (Queen) erscheint am 6. August  "Back to the Light" in einer Neuauflage als "Collector´s Edition Box", 2CD-Set, CD, LP, Musik-Cassette und digital

“Habt Ihr Lust auf ein paar Re-releases mit vielen spannenden Extras?”, fragte Brian May 2020 auf Instagram. “Wir arbeiten an einem Plan!!!” Und der erste Teil dieses Plans trägt nun Früchte: Fast 30 Jahre nach seiner ursprünglichen Veröffentlichung verdeutlicht die umfangreiche Wiederveröffentlichung des fantastischen Solodebüts des Queen-Gitarristen auf unaufdringliche Art und Weise das gewaltige Talent eines der herausragendsten Gitarristen und Songwriter seiner Generation. 

 

Bei seiner Veröffentlichung im September 1992 war „Back to the Light“ ein großer Erfolg. Das Album stieg direkt auf Platz 6 der UK-Charts ein und beinhaltete eine Reihe unvergesslicher Singles. Den Song „Too Much Love Will Kill You“ kannten Fans schon von Mays emotionalen Performance beim Freddie Mercury Tribute Concert im April 1992 im Wembley Stadion. Der Song erreichte Platz 5 der UK-Singlecharts. „Driven by You“ hatte es zuvor schon auf Platz 6 geschafft. Auch das hymnische „Back to the Light“ und das ausgelassene „Resurrection“ eroberten die Charts. Der Instrumentaltitel „Last Horizon“ wurde zu einem festen Bestandteil von Konzerten der Brian May Band und bei Mays späterer Rückkehr auf die Livebühne mit Queen. 

 

Mal rockig, mal nachdenklich – so reflektieren die Singles die Tiefe und Bandbreite des Albums. „The Dark“ verwandelt den Queen-Hit ‘We Will Rock You’ in eine Introspektive, die sich zu einem sinfonischen Crescendo steigert. Der vollblütige Titeltrack setzt Brian Mays Können zwischen dem mehrspurigen Gesang, dem euphorischen Refrain und knackigen Gitarren in Szene. „Love Token“ ist einer von Mays „Mama und Papa“-Songs, ein Trennungssong im Bluesrockgewand. Das energiegeladene „Resurrection“ entstand in Zusammenarbeit mit Drummer Cozy Powell und mit dem gefeierten Rockmusiker Don Airey am Keyboard. Und wahrscheinlich hat es fast so viele Opernelemente wie „Bohemian Rhapsody“. Mit einem Parforceritt von May an der Gitarre und einem wahren Feuerwerk, das Powell an den Drums entfacht, ist dieser Track für viele das Highlight des ganzen Albums. Dem Text liegt eine persönliche Geschichte zugrunde. Er ist aufgewühlt und sorgenschwer, aber voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft. 

 

‘Too Much Love Will Kill You’ ist ein glühendes Bekenntnis. May nennt ihn den vielleicht wichtigsten Song seines Lebens und erhielt dafür einen renommierten Ivor Novello Award (Best Song Musically and Lyrically). Später wurde dem Song in einer neuen Version ein zweites Leben als Queen-Track geschenkt. „Driven by You“ ist ein melodischer Rock-Hit mit einem mitreißendem Refrain – und das Ergebnis einer echten Herausforderung, der May sich stellte: einen Song für eine TV-Werbung zu schreiben. Bandkollege Freddie lobte explizit Brians Gesang bei diesem Titel! Auch an dem herzzerreißenden „Nothin’ but Blue“ war Cozy Powell beteiligt. Es ist das Gegenstück zu „Somewhere In Time“ von dem Album „The Drums Are Back“. Brian schrieb den Song am Abend vor Freddie Mercurys Tod. Queen-Bassist John Deacon hat bei diesem Song einen seiner seltenen Gastauftritte.  

 

Auf dem lauten „I’m Scared“ legt Brian seine Ängste offen. Mit ausdrucksstarken Gitarren sehnt „Last Horizon“ nach einem Gefühl der Gelassenheit. Den Track „Let Your Heart Rule Your Head“ schrieb May für den Skifflestar Lonnie Donegan und er zeigt, wie mühelos Brian auch mit beschwingten Melodien umgehen kann. „Just One Life“ ist ein ergreifendes Klagelied für einen verstorbenen „Freund“. Das Ungewöhnliche ist, dass Brian ihn für jemanden schrieb, den er nie persönlich getroffen hat.  

 

Den Abschluss bildet die einzige Coverversion des Albums: eine fröhliche Version des Small Faces-Songs: „Rollin’ Over“, auf der Brian mit seinen frühen Rockwurzeln in Berührung kommt.

 

Das ganze Album mit seinen vielen Facetten erinnert daran, wie wichtig Brians Songwriting für Queen war. Abgesehen von seinem unverwechselbaren Gitarrenstil war er Songwriter von Balladen („Save Me“), mehrteiligen Rockopern („The Prophet’s Song“), Filmsongs („Flash’s Theme“), bluesigen Titeln („Sleeping on the Sidewalk“) und zahlreichen Rocksongs, darunter natürlich auch des Live-Klassikers „We Will Rock You“.  

 

„Back to the Light“ entstand während einer für Brian persönlich sehr turbulenten Phase zwischen 1988 und 1992 und es ist kompromisslos ehrlich und künstlerisch eindrucksvoll. Vorangegangen waren dem Album der Verlust des Vaters und des Queen-Frontmannes Freddie Mercury sowie das daraus resultierende, vorläufige Ende der Band Queen. Außerdem hatte May sich 1988 von seiner Ehefrau getrennt und war eine Beziehung mit Anita Dobson eingegangen, wofür er viel unerwünschte Aufmerksamkeit von der Regenbogenpresse erhielt. In Interviews sprach er über den Stress, den diese Veränderungen für ihn bedeuteten und beschrieb das Album als therapeutisch.  

 

Während des Entstehungsprozesses erhielt er Unterstützung von Freunden und Musiklegenden. Neben Deacon, Powell und Airey unterstützten ihn auf dem Album z. B. Neil Murray und Gary Tibbs (Adam & The Ants, Roxy Music) am Bass, Geoff Dugmore am Schlagzeug (‘Let Your Heart Rule Your Head’, ‘Rollin’ Over’) und Mike Moran am Klavier/Keyboard bei drei Tracks. Gesanglich erhielt May Verstärkung von Chris Thompson und Backingvocals von Miriam Stockley, Maggie Ryder, Suzie O’List und Gill O’Donovan. 

 

„Back to the Light“ war lange Zeit nicht auf CD, Vinyl, als Download oder Stream erhältlich. Die Neuauflage wurde von den Musikproduzenten und Toningenieuren Justin Shirley-Smith und Kris Fredriksson betreut. In den Liner Notes des Originalalbums wurde Justin Shirley-Smith besonders erwähnt, weil er in seiner Rolle als Co-Produzent und Toningenieur “mein sprunghaftes Verhalten im Studio ertrug”, wie Brian schreibt. “Brian ist ein Perfektionist und er lässt nicht locker, bis er zufrieden ist”, sagt Shirley-Smith, der schon seit 1984 mit Queen gearbeitet hat.  

 

Toningenieur Fredriksson wollte, dass sich dieser Perfektionismus in der Reissue widerspiegelt. “Wenn das Album nicht erhältlich ist und wir es neu auflegen”, meinte er, “dann spricht doch nichts dagegen, es vom besten Mastering-Engineer der Welt remastern zu lassen, oder?“ So kam der Grammy-Gewinner Bob Ludwig ins Spiel, der von den wiederhergestellten Originalmixen arbeitete, damit diese neue Edition von Back To The Light den bestmöglichen Sound bekam.

 

Gleichzeitig begab sich Fredriksson auf eine ausgedehnte und gründliche Suche nach Bonustracks für die zweite CD bzw. LP „Out of the Light“. Es gibt eindringliche Instrumentalversionen von „Nothin’ but Blue“, „Too Much Love Will Kill You“ und „Just One Life“. „Driven by You Two“, die Version aus der Werbung und „Driven by You“ (Cozy and Neil Version ’93) sind ebenso vertreten wie einige Livemitschnitte. ‘’39/Let Your Heart Rule Your Head“, „Last Horizon“ und „We Will Rock You“ stammen von einem umjubelten Konzert in der Brixton Academy am 15. Juni 1993, die für das Album „Live at the Brixton Academy“ und den gleichnamigen Film aufgenommen wurden. Die Brian May Band bestand aus Powell (Drums), Spike Edney (Keyboards), Jamie Moses (Gitarre), Neil Murray (Bass) und den Backingsängerinnen Catherine Porter und Shelley Preston. Die Liveaufnahme von „Too Much Love Will Kill You“ stammt von einer Show im Palace Theater, Los Angeles, am 6. April 1993. Am Abend davor hatten Brian und ein ganz besonderer Special Guest in der Tonight Show with Jay Leno einen von Queens beliebtesten Livesongs, „Tie Your Mother Down“ präsentiert. “Welcome, Mr Slash”, begrüßt Brian den Guns N’ Roses-Gitarristen, der dann eindrucksvoll demonstrierte, wie groß Brian Mays Einfluss auf gleich mehrere Musikergenerationen war und ist. 

 

Anlässlich der Reissue wird „Back to the Light“ auch als Collector´s Edition Boxset mit einer exklusiven LP auf weißem Vinyl, zwei CDs, einem 32-seitigen Buch, einem Kunstdruck in 12”-Format, einer Download-Card und einem Emaille-Button in einer Box mit Deckel erscheinen. Eine auf 1.000 Exemplare limitierte Version dieser Box mit einem signierten 12”-Kunstdruck ist exklusiv im Queen Online Store erhältlich.

 

Außerdem erscheint das Album als Einzel-LP auf schwarzem 180g-Vinyl, 1CD, Deluxe 2CD, Musik-Cassette und in digitalen Formaten. „Out of the Light“ ist als Teil des Boxsets, in der 2CD-Version und in den digitalen Formaten erhältlich. Im Queen Online Store kann auch eine exklusive, limitierte 1LP-Picture Disc des Albums geordert werden.

 

Insgesamt ist „Back to the Light“ ein Album, voller Herz, emotionaler Stärke, Optimismus und Feinfühligkeit. “In meinem Kopf hieß das Album schon vom ersten Tag an `Back to the Light´”, schrieb Brian in dem ursprünglichen Begleittext. “Am Anfang hatte ich kaum Hoffnung, das Licht zu finden; jetzt flackert es gedämpft, ermutigend, aber mit ständigen Unterbrechungen in dem Spiegelsaal um mich herum.”  

 

Fast dreißig Jahre später findet sich in Brians neuem Begleittext eine Hommage an den verstorbenen Cozy Powell und einige Gedanken zu der Suche, um die es auf diesem Album ging. “Ich bin stolz und freue mich, dieses Album 2021 einem neuen Publikum zu präsentieren”, schreibt er, “und nachdem ich meinen alten Begleittext nochmal studiert habe, kann ich berichten, dass ich die Antworten auf die meisten Fragen, die in dieser Liedersammlung gestellt werden, immer noch nicht gefunden habe. Und bis heute funkelt das Licht schwach, verlockend und immer ganz knapp außer Reichweite. Musik hilft uns da durch.“ Geprägt von Aufrichtigkeit, großen Melodien, schwungvollem Rock und virtuosem Gitarrenspiel strahlt „Back to the Light“ auch heute noch. 

 

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“Die Reissue ist Teil einer Reihe, der Brian May Gold Series. Jeder Teil wird einen kleinen, goldenen Stempel haben. Und jeder bietet mir die Gelegenheit, den Weg, den ich gegangen bin, neu zu entdecken. Es war eine faszinierende Erfahrung. Anfangs war ich etwas nervös. Ich dachte, wer weiß, welche schlafenden Hunde das in mir aufwecken wird? Aber es war toll, wieder einzutauchen. Ich hoffe nur, dass es auch Leute anspricht, die diese Musik jetzt zum ersten Mal hören. Sie kennen mich als Gitarrist von Queen. Einige kennen mich als Astronom, andere als Aktivist für Tierrechte. Ich bin als Fan der viktorianischen, stereoskopischen Fotografie bekannt. Aber nur wenige sind mit meiner Musik als Solokünstler vertraut. Darum bin ich sehr gespannt, wie das laufen wird. Es war aufregend, mich zu erinnern, warum ich gewisse Dinge geschrieben habe. Was sie für mich bedeutet haben. Wie wir aufgenommen haben. Einiges davon ist so gigantisch, dass ich kaum glauben kann, dass wir damit durchgekommen sind! Monumental geradezu! Und das gefällt mir. Auf der anderen Seite gibt es auch kleine Ecken und Winkel, die sehr einfach, sehr bescheiden und emotional unverhüllt sind. Ich habe festgestellt, dass ich vieles von dem, was ich auf dem Album zum Ausdruck gebracht habe, noch genauso empfinde. Ich spüre dieselben Gefahren, Ängste, Hoffnungen und Träume.”

 

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