Steve Vai: Inviolate

Steve Vai: Inviolate

Favored Nations/Mascot Label Group

VÖ: 28.01.2021

 

Wertung: 7,5/12

 

Steve Vai wird von vielen Musikinteressierten und begeisterten Gitarristen verehrt. Seit vielen Jahrzehnten beglückt er die Welt mit seinem Spiel. Es gibt natürlich auch kritische Stimmen, die in ihm nur den Techniker ohne Herz sehen. Wohin die Reise von Steve Vai musikalisch in 2022 geht, kann man sich nun auf „Inviolate“ anhören. Der Mann hat wieder einiges zu bieten, auch neue Gitarren, die er spielt. Irgendwie muss er sich ja auch selber bei Laune halten und das Spielen interessant gestalten.

 

Vai startet mit „Teeth Of Hydra“ in seinen neusten Streich. Die Nummer hat ihren Namen nicht umsonst verliehen bekommen. Selbige wurde mit einer Spezialgitarre aufgenommen - eine einteilige Kreatur mit zwei Köpfen und drei Hälsen, die unter anderem mit sieben- und 12-saitige Gitarren, einen viersaitigen Bass, Harfensaiten, halbfreie Hälse, Single-Coil-, Humbucking-, Piezo- und Sustainer-Tonabnehmer, schwebende und Hardtail-Tremolo-Brücken, Phasensplitter und vieles, vieles mehr gespickt ist.

 

Anspruchsvoll geht es bei Vai ja immer zu. Auf „Greenish Blues“ kann man teilweise hören, warum ihm Menschen hin und wieder vorwerfen nur auf die Technik zu achten und Herz und Seele bleibt dann vor der Tür. Auf der anderen Seite wird das Stück fast zärtlich beendet. Hinter „Knappsack“ und der Umsetzung steckt eine beeindruckende Geschichte. Nach einer Schulteroperation musste sein rechter Arm von einer Schlinge unterstützt werden (sein Arzt Dr. Knapp nennt das Teil einen „Knappsack“) und Vai konnte daher nur seine linke Hand benutzen um das Stück zu spielen. Davon gibt es auch ein Video auf dem dafür gängigen Portal.

 

Interessant sind „Candlepower“ und „Apollo In Power“. Hier geht der Gitarrenvirtuose andere Wege. Zwischen Jazz, Latin und Funk ist das höchst interessant. Gerade der gespielte Basspart macht unglaublich viel Laune. Abgesehen davon agiert Vai hier sehr entspannt. Das hat teilweise etwas Meditatives.

 

Fazit: Steve Vai zeigt auf „Inviolate“ sein ganzes Können. Seine Bandbreite und sein Spektrum sind extrem groß. Seine Versiertheit und seine Technik sind sowieso einzigartig. Ein harter Track wie „Avalancha“ ist anspruchsvoll, gar keine Frage, aber wenn er eher in die meditative Richtung geht, wird es interessanter. Entschleunigung und Entschlackung sind dieser Tage ja sowieso auch immens wichtig.

 

https://www.vai.com

 

Text: Torsten Schlimbach

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