Steely Dan: Northeast Corridor Live

Steely Dan: Northeast Corridor Live

Universal

VÖ: 24.09.2021

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Von Steely Dan gab es vor zweieinhalb Jahrzehnten das letzte Live-Album. Das letzte Studioalbum hat allerdings auch schon fast zwanzig Jahre auf dem Buckel. Danach war die Band immer wieder auf Tour. Bis kurz vor dem Tod von Walter Becker im Jahre 2017 konnte man Steely Dan auf den Brettern, die die Welt bedeuten, bewundern. Das nun vorliegende Live-Album wurde beispielsweise im New Yorker Beacon Theatre oder The Met Philadelphia aufgenommen. Das Werk wurde auf den Namen „Northeast Corridor“ getauft und enthält zwölf Songs.

 

Der Sound ist schlichtweg brillant. Jede feine Nuance ist glasklar zu hören. Die Instrumente sind sensationell abgemischt worden. Was dabei allerdings auf der Strecke geblieben ist, ist eine Live-Atmosphäre. Die jubelnde Masse wird meist nur zwischen den einzelnen Stücken hörbar gemacht. Man hat hier sehr oft den Eindruck einer Band zu lauschen, die im Studio live miteinander spielt. Für den musikalischen Genuss ist das umso besser. Man höre sich nur die Gitarrenlicks oder Soli bei „Peg“ an. Auch die Bläser werden durch nichts gestört. Der Backgroundgesang harmoniert perfekt mit den Lead Vocals.

 

Die Band groovt sich sehr schön mit „Black Cow“ in das Album hinein. Funk, Jazz und R&B der Extraklasse gibt es da schon zu Beginn zu hören. „Kid Charlemagne“ ist teilweise wie das Hochamt des Funk. „Rikki Don´t Lose That Number“ ist ja eigentlich die Sorte Hit, die man nicht mehr hören kann, weil so totgenudelt. Diese Version hier ist aber absolut großartig, weil eben der Klang auch derart fein austariert ist. Zurücklehnen und genießen! „Hey Nineteen“ lebt natürlich von der großartigen Instrumentierung, bei dieser Version sticht aber auch der Live-Gesang hervor. Das langsame, zurückgelehnte „Any Major Dude Will Tell You“ oder „Glamour Profession“ aus dem Jazz- und Easy Listening-Ecke wissen ebenfalls zu begeistern.

 

„Things I Miss The Most“ wird durch die Trompete zu Beginn zu einer sehnsuchtsvollen Ballade, nimmt aber noch an Fahrt auf und besticht durch ein tolles Gitarrenspiel und einen abermals über alle Zweifel erhabenen Gesang. „Bodhisattva“ ist die pure Raserei und ein formvollendetes Vergnügen. Da blitzt sogar der gute alte Rock and Roll durch. Selbiger schlägt dann bei „Reelin´ In The Years“ vollends durch – eben gemacht für die Bühnen dieser Welt! Das Instrumentalstück „A Man Ain´t Supposed To Cry“ lässt die Sause jazzig und nachdenklich ausklingen.

 

Fazit: „Northeast Corridor Live“ ist ein tolles Live-Album. Der Sound ist schlichtweg brillant. Jedes Instrument wurde sensationell abgemischt. Die Musiker selber liefern eine absolute tolle Performance ab. Auch der Gesang ist wunderbar und der Backgroundchor das Sahnehäubchen obendrauf. Das Publikum ist zwar kaum zu hören und ganz weit hinten im Mix, aber das fällt nicht weiter auf, weil man derart von der Band gefesselt ist, dass die Zeit sowieso für den Augenblick des Albums angehalten wird!

 

https://www.steelydan.com/#!/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch