Aerosmith: dito

Aerosmith: dito

Universal

VÖ: 20.03.2026

 

Wertung: 7,5/12

 

Das selbstbetitelte Debütalbum von Aerosmith ist ein roher, unverfälschter Einstieg in die Welt einer Band, die später zu einer der größten Rockbands überhaupt werden sollte. Das Album wird nun neu aufgelegt und kommt in verschiedenen Konfigurationen in den Handel. Alles wurde fein säuberlich überarbeitet und remastert. Der ursprüngliche Charme der Songs wurde selbstverständlich nicht verfälscht! Die Legendary Expanded Edition hat gleich drei CDs zu bieten. Dort gibt es das Werk noch mal im 2024 Mix und eine Live CD rundet die Geschichte dann sehr schön ab.

 

Schon beim ersten Hören fällt auf, wie stark der Einfluss von Blues und Hard Rock ist – deutlich inspiriert von Bands wie The Rolling Stones, aber mit einer eigenen, dreckigeren Note. Die geliebte Mundharmonika von Tyler, die in späteren Jahren immer wieder zum Einsatz kam, ist auch schon am Start, wie man bei „Write Me A Letter“ eindrucksvoll überprüfen kann.

 

Der Opener „Make It“ setzt direkt den Ton für das gesamte Album: energiegeladen, kantig und voller Attitüde. Songs wie „Mama Kin“ und „Walkin’ the Dog“ zeigen die spielerische Seite der Band, während „Dream On“ als emotionaler Gegenpol heraussticht. Gerade dieser Track verleiht dem Album Tiefe und zeigt, dass Steven Tyler nicht nur ein exzentrischer Frontmann, sondern auch ein ernstzunehmender Songwriter ist. Die Stimme von Tyler ist noch nicht so charakteristisch wie auf den späteren Alben der Band. Bei dem immens lässigen „Movin´ Out“ blitzt selbige aber auch schon auf.

 

Produktionstechnisch wirkt das Album im Vergleich zu späteren Werken etwas rau und ungeschliffen – genau das macht aber seinen Charme aus. Es klingt ehrlich, fast wie eine Liveaufnahme im Studio, ohne übermäßige Effekte oder Perfektionismus.

 

Fazit: Insgesamt ist das Debüt von Aerosmith kein perfektes Album! Es dokumentiert den Anfang einer Band mit riesigem Potenzial und enthält mit „Dream On“ bereits einen ihrer größten Klassiker. Für Fans von klassischem Rock ist es ein Muss wegen seiner Authentizität und Energie. Mit „Movin´Out“ ist zudem eine wenig bekannte Perle enthalten!

 

Text: Torsten Schlimbach

Aerosmith: Greatest Hits

Aerosmith: Greatest Hits

Universal

VÖ: 18.08.2023

 

Wertung: 8/12

 

Tom Hamilton, Brad Whitford, Joey Kramer, Steven Tyler und Joe Perry – besser bekannt als Aerosmith – sind seit gut und gerne fünf Jahrzehnten im Auftrag des Rock and Roll unterwegs. Dies wird nun als Anlass genommen die Band mit einer neuen Zusammenstellung zu ehren. Gibt es schon? Ja klar, aber die vorliegende, von der Band kuratierte Ausgabe, umspannt nun erstmals die komplette Karriere. In der Deluxe Edition bedeutet dies 44 Songs. Verschiedene Konfigurationen sorgen dafür, dass für jeden (Geldbeutel) etwas dabei sein dürfte. Fans greifen freilich zu Super Deluxe Edition, die im hochwertigen Book-Style geliefert wird. Wer nur mal reinschnuppern möchte, wird mit der Einzel-CD sicher auch glücklich werden.

 

Los geht es mit dem mehr als ikonischen „Mama Kin“. Die Nummer covern Guns ´n´ Roses auch immer mal wieder von ihren Helden. Mit „Dream On“ folgt direkt der nächste große Paukenschlag der Bostoner. „Same Old Song And Dance“ hat, abgesehen vom Beinhartfan, nicht jeder auf dem Schirm. Hier kann man mal staunen, denn die Band hat auch im Bluesfach einiges zu bieten. Groovt wie Sau. „Walk This Way“ folgt im direkten Anschluss – vielleicht der Bandklassiker schlechthin. Die Nummer wird man auch in vielen Jahrzehnten noch kennen.

 

„Sweet Emotion“ ist nach all den Jahren immer noch die vertonte Coolness. Schon beeindruckend, was die Band über die Jahre an Hits abgeliefert hat. Und es geht ja noch weiter. „Dude (Looks Like A Lady)“ „Angel“ oder „Rag Doll“ katapultierte die Band auch in den 80ern noch mal in den Poprockhimmel. „Janie´s Got A Gun“ ist auch wieder so ein Jahrhunderthit. Die Kapelle hat einfach ein Händchen für eine gute Hookline, eine Melodie, die sich schnell in den Gehörgängen festsetzt und dazu auch immer spannend in der musikalischen Umsetzung ist. „Love In An Elevator“ ist erstaunlich gut gealtert und macht auch heute noch eine Menge Spaß.

 

In den 90ern lieferte die Band auch noch mal voll ab. Der Alternativzug rollte unaufhaltsam in Richtung Thron und doch konnten sich viele Hörer, auch jene die den heiligen Independentgral hüteten, auf Songs wie „Livin´ On The Edge oder „Cryin´“ einigen. Der Songreigen der Einzel-CD endet schließlich mit „I Don´t Want To Miss A Thing“ aus dem „Armageddon“-Soundtrack. Die Spätphase der Band ist eher auf der großen Deluxe Edition vertreten. So ein richtiger erfolgreicher Kracher was da ja auch nicht mehr dabei, dafür regierte die musikalische Vielfalt.

 

Fazit: Aerosmith haben in ihrer Karriere unglaublich viele Hits geschrieben. Die Zusammenstellung „Greatest Hits“ erzählt nun genau diese Geschichte. Die Einzel-CD ist leider etwas lieblos und dürftig in der Aufmachung ausgefallen. Letztlich zählt auf dem Platz und da liefert die CD natürlich voll ab! Wer noch nichts von der Band im Schrank hat, sollte hier unbedingt zugreifen!

 

https://www.aerosmith.com/welcome

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch