Geezer Butler: Plastic Planet/ Black Science/Ohmwork

Geezer Butler: Plastic Planet/ Black Science/Ohmwork

BMG

VÖ: 30.10.2020

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Die Soloalben von Black Sabbath Bassist Geezer Butler sind weitestgehend unbekannt und immer etwas unter dem Radar geflogen. Warum eigentlich? „Plastic Planet“, „Black Science“ und „Ohmwork“ werden jetzt noch mal neu aufgelegt. Das Artwork wurde jeweils angepasst und leicht modifiziert. Sowohl Vinyl als auch CD wurden mit Pressungen bedacht. Eine ganz neue Hörerschaft könnte sich diese Alben nun erschließen. Mit Black Sabbath hat das allerdings recht wenig zu tun. Das sollte man durchaus wissen, denn sonst könnte das Soloschaffen von Herrn Butler verstörend wirken.

 

„Plastic Planet“ wurde ursprünglich 1995 veröffentlicht. Im Original wurde das als g/z/r betitelt. Burton C. Bell / Fear Factory (Gesang), Pedro Howse (Gitarre) und Deen Castronovo (Schlagzeug) komplettierten das Line-Up. Das Album ist ein typisches 90er Werk. „Catatonic Eclipse“ erinnert dabei sehr stark an Alice In Chains. „Drive Boy, Shooting“ hingegen klingt wie eine Mischung aus Fear Factory, Machine Head und Pantera. „Giving Up The Ghost“ ist eine Mischung aus Grunge, Metal und Industrial. Sehr geil das alles. Hits wird man übrigens keine finden. Das Titelstück – "Plastic Planet" – walzt alles nieder. „The Insivible“ kommt etwas langsamer daher und wird von der Rhythmus-Fraktion wunderbar dominiert. Die Gitarren bratzen dazu düster durch die Szenerie. „House Of Clouds“ ist der vertonte Wahnsinn. Dagegen wirken Slayer und Pantera wie die letzten Bumskapellen. „Cycle Of Sky“ ist wie eines dieser ganz langsamen Stücke der Deftones angelegt und ein wundervoller Albumabschluss.

 

Drummer Deen Castronovo und Gitarrist Pedro Howse waren auch bei dem Nachfolger „Black Science“ aus dem Jahre 1997 dabei. Burton C. Bell hatte allerdings Verpflichtungen mit und bei Fear Factory und somit ging der Job am Mikrofon an Clark Brown. Stimmlich ähneln sich die beiden gar und somit mussten sich Fans von „Plastic Planet“ nicht groß umstellen. Musikalisch ist auch das Zweitlingswerk ganz weit von Black Sabbath entfernt. Besonders stark ist die Band immer dann, wenn das Tempo verlangsamt wird. „Mysterons“ sorgt auch heute noch für eine fette Gänsehaut! Düsternis hat einen Namen: Geezer Butler! Auch „Area Code 51“ geht in eine ähnliche Richtung. Großer Sport! Dazu gesellen sich Tracks wie „Justified“ oder „Has To Be“, die damals auf der Höhe der Zeit waren und wesentlich besser gealtert sind, wie so mancher andere Genre-Track jener Zeit! „Trinnity Road“ ist zum Schluss der komplette Wahnsinn. Alles von Marilyn Manson wirkt dagegen wie harmloser Schlager für die Schwiegermutti.

 

Erst 2005 ging es mit „Ohmwork“ weiter. Clark Brown und Pedro Howse waren wieder mit von der Partie. Chad E Smith saß diesmal hinter der Schießbude. Die Trilogie fand mit diesem Werk schließlich ihr Ende. Die Industrial-Klänge waren allerdings verschwunden. Die 90er waren ja auch vorbei und Butler zeigte, dass er nicht auf der Stelle trat. „Pardon My Depression“ klingt wieder ein bisschen nach Alice In Chains. Ist es die düstere Atmosphäre? Oder der Gesang? Der gesamte Sound? Vielleicht eine Mischung aus allem. Allerdings gibt es auf „Ohmwork“ weitaus weniger Melodien als beim Vorgänger. Es geht teilweise schon recht brachial zu. Der Groove wird dabei aber nicht vergessen, wie „Prisoner 103“ unterstreicht. „Pull The String“ ist ein weiteres Brett unter vielen Brettern – diesmal aber sogar mit einer Art Refrain. Langsam und bedrohlich schält sich anschließend „Alone“ aus den Boxen. Nach dem letzten Song „Don´t You Know“ weiß man, dass auch dieses Album richtig gut ist.

 

Fazit: Geezer Butler hat mit seinen Mitstreitern eine tolle Trilogie aufgenommen. Jetzt werden die drei Werke erneut auf CD und Vinyl veröffentlicht und erschließen hoffentlich ein neues Publikum. Diese Alben haben es verdient gehört zu werden. Das ist oft brachial und düster, aber trotzdem auf eine lässige Art saucool und keineswegs altbacken! Macht auch 2020 Spaß – und zwar eine ganze Menge!

 

http://www.geezerbutler.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch