Die Happy: Guess What

Die Happy: Guess What

Bullet Records/Soulfood

VÖ: 10.04.2020

 

Wertung: 8/12

 

Die letzten Jahre war es um Die Happy ziemlich ruhig geworden. Das letzte Album hat ja nun schon fast sechs Jahre auf dem Buckel. Im Musikgeschäft ist das ja mehr als nur eine halbe Ewigkeit. Mittlerweile hat sich ja auch herauskristallisiert, dass das Albumformat überholt ist und die Künstler lieber einzelne Tracks auf den Markt schmeißen. Nicht bei dieser Band. Die Happy sind zum Glück noch von der alten Schule und „Guess What“ sogar ein Werk, welches an die Anfänge anknüpft.

 

Die Happy sind nun auch kein Quartett mehr, sondern haben sich mit Robert 'Robse' Kerner einen weiteren Mann an den sechs Saiten fest ins Boot geholt. Die Songs von „Guess What“ dürften die Fans der Anfänge begeistern. Da werden Erinnerungen an „Supersonic Speed“ von 2001 wach. Man kann da jetzt wieder viele Schublade öffnen, aber man kann auch einfach sagen, dass es schlicht und ergreifend Die Happy in Hochform ist. Wer mit der Band bisher nicht warm geworden ist, wird es durch diese Songs hier sicher auch nicht mehr. Immerhin verbiegen sich die Musiker nicht, sondern ziehen ihr Ding durch.

 

Mit dem Titelsong „Guess What“ gibt es zu Beginn gleich mal einen ordentlichen Stampfer. Es darf gehüpft und gesprungen werden. Bei „Kiss Me“ kommt dann der Popappeal dazu. Zwischendrin gibt es Riffs, die jeder Metal-Kapelle gut zu Gesicht stehen würden. „Here I Am“ wurde nicht ohne Grund vorab ausgekoppelt. Die Hüter des heiligen Geschmacksgrals werden da sicher wieder die Nase rümpfen, was aber völlig unnötig ist. Die Nummer ist schlicht und ergreifend gut. Natürlich ist das ein Ohrwurm und die Hookline ein Mörderding. Mit „Love Suicide“ folgt dann die erste Ballade. Marta Jandová schaffte es stets die Kitschklippe gekonnt zu umschiffen.

 

„No Tomorrow“ ist ein typischer Die Happy-Song, der alle Trademarks zu bieten hat. „Give Me A Break“ kommt etwas ausgeklügelter daher. Da wird mit verscheiden Stimmungen gespielt und das Tempo schon mal gedrosselt. Zudem ist der Aufbau ein ganzes Stück ausgefeilter. „Story Of Our Life“ ist der nächste ruhige Song. Die melancholische Note tut dee Nummer gut. „Die My Baby“ ist ein Brecher vor dem Herrn. Da wird die Meltatruhe wieder sperrangelweit geöffnet. „Trippin´“ lädt noch mal zum Springen und Hüpfen ein, bevor „Letter To A Friend“ das Werk in ruhigem Erzählstil beendet – franst dann zum Schluss allerdings noch mal opulent aus.

 

Fazit: Die Happy melden sich mit „Guess What“ eindrucksvoll zurück – zumindest, wenn man zu den Anhängern der Band zählt. Alle Stärken der Kapelle sind auf diesem Album vereint. Ausfälle gibt es quasi überhaupt keine. Die Happy beackern zwar ein Feld, welches sonst kaum noch einer bestellt, weil es etwas angestaubt klingt und die Balladen muss man sich auch erstmal trauen, aber das macht die Musik ja nicht schlechter. „Guess What“ ist schlicht und ergreifend ein gutes Album – nicht mehr, aber auch nicht weniger!

 

http://diehappy.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch