Walter Trout: Ordinary Madness

Walter Trout: Ordinary Madness

Mascot Label Group/Rough Trade

VÖ: 28.08.2020

 

Wertung: 8,5/12

 

Walter Trout hat in seinem Leben einiges erlebt. Seine musikalische Reise war extrem aufregend und vielfältig, aber auch privat hat er einige Wellenbewegungen mitgemacht. Auf die lebensbedrohende Lebererkrankung hätte er sicher gerne verzichtet. Letztlich rettete ihm eine Organtransplantation das Leben. Er ist seitdem wieder immens aktiv und veröffentlicht wieder jede Menge Musik. Mit „Ordinary Madness“ gibt es wieder Songs aus seiner Feder. Eingespielt wurden die elf neuen Stücke in Los Angeles, im Studio des früheren The-Doors-Gitarristen Robby Krieger. Als Produzent stand ihm Eric Corne zur Seite.

 

Mit dem langsamen Blues des Titelstücks „Ordinary Madness“ groovt sich Walter Trout ganz geschmeidig in das Album hinein - das Gitarrensolo dehnt sich ganz langsam aus. „Wanna Dance“ zieht ganz langsam das Tempo an und scheint nach anderthalb Minuten regelrecht zu explodieren. Auch gesanglich ist das immens stark. Die Nummer klingt, als wäre sie live eingespielt worden. Rock der alten Schule, der sogar in Richtung Hardrock lugt. „My Foolish Pride“ ist die erste, sehr schöne Ballade. Kein Kitsch, nur ehrliche Gedanken und Musik.

 

„Heartland“ bleibt den ruhigen Gewässern treu. Trout brilliert hier auf der Gitarre, stellt sein Können aber nicht zur Schau, sondern spielt songdienlich. Den melancholischen Clapton-Blues beherrscht er auch, wie man auf „All Out Of Tears“ nachhören kann. Aber auch den stampfenden und dringlichen Bar-Blues kann er, „Final Curtain Call“ knallt da ganz schön rein. Mit „Heaven In Your Eyes“ folgt die nächste Ballade. An dieser Albumstelle stagniert es etwas, aber schon das geheimnisvolle Mundharmonikaspiel von „The Sun Is Going Down“ verspricht einiges - kann dies aber nicht einlösen. Die Nummer erinnert an die dunklen Stücke eines Joe Bonamassa. „Make It Right“ kommt danach endlich wieder etwas mehr aus den Puschen. „Up Above My Sky“ ist eine weitere Ballade, die allerdings nur so dahinplätschert. Mit „OK Boomer“ lässt Trout zum Schluss noch mal ordentlich die Sau raus – von solchen Nummern hätte es mehr gebraucht.

 

Fazit: „Ordinary Madness“ ist handwerklich ein starkes Album. In der Mitte fehlen etwas die zündenden Songwriter-Ideen und der Balladenanteil ist zu groß. Alles in allem ist das natürlich ein weiteres erstklassiges Werk und seine Fans werden es lieben!

 

https://www.waltertrout.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch