The Boomtown Rats: Citizens of Boomtown

The Boomtown Rats: Citizens Of Boomtown

BMG

VÖ: 13.03.2020

 

Wertung: 9/12

 

Das letzte Album der Boomtown Rats hat schon einige Jährchen auf dem Buckel und so einiges in dieser Zeit erlebt. Geschlagene 36 Jahre ist das her. Da war ein gewisser Ronald Reagan noch Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Von der Originalbesetzung sind neben Bob Geldof noch Gitarrist Garry Roberts, Bassist Pete Briquette und Schlagzeuger Simon Crowe dabei. Die Band hat über die Jahrzehnte einige Generationen an Fans verpasst, stellt sich also die Frage, ob es überhaupt noch Leute gibt, die ein neues Album von The Boomtown Rats interessiert. „Citizens Of Boomtown“ hätte zumindest das Zeug dazu, eine ganz neue Rock-Hörerschaft zu begeistern.

 

Um mal direkt mit der Tür in das Haus zu fallen: das Album ist gut! Überraschend gut! Das klingt über weite Strecken ziemlich authentisch und nicht aufgesetzt. Mit „Trash Glam Boy“ startet das Album fulminant mit einer ordentlichen Reminiszenz an den Glam Rock. Das ist eine würdige Huldigung für das Genre. „Sweet Thing“ geht als geradliniger Rock über die Ziellinie. The Boomtown Rats sind aber auch bereit für Experimente. „Monster Monkeys“ klingt dabei wie eine Electro-Ausgabe von „I Am The Walrus“. Die Electro-Einflüsse geben dem Stück die richtige Würze – macht unglaublich viel Spaß der Nummer zu lauschen. Übrigens sind die Percussions auch sehr hörenswert und verleihen der Ganzen noch mehr Drive.

 

„She Said No“ ist so schön rotzig, als hätten Iggy und seine Stooges mit den Rolling Stones musiziert. Liebe Leute, das ist ganz groß! Und die Mundharmonika erst – göttlich! „Passing Through“ nimmt sich dann erstmals etwas zurück. Das erinnert an Bowie, auch gesanglich. „Here´s A Postcard“ kommt mit seinem Sixties-Flair und ein paar psychedelischen Elementen sehr verspielt daher. „K.I.S.S.“ ist wie gemalt für Live-Auftritte. Die Nummer dürfte da durch die Decke gehen. „Rock‘n’Roll Yé Yé“ feiert auf lässige Art und Weise genau diesen. An dieser Stelle sollte das Album dann für beendet erklärt werden. Keine Ahnung was sich die Herren bei „Get A Grip“ oder „The Boomtown Rats“ gedacht haben. Diese beiden Tracks gehen eigentlich gar nicht. Rave und Eurodance wären alleine schon furchtbar genug, aber das gehört nun wirklich nicht zur Kernkompetenz der Boomtown Rats.

 

Fazit: Bis auf die letzten beiden Songs ist „Citizens Of Boomtown“ ein richtig, richtig gutes Album geworden. Damit hätte man nicht unbedingt rechnen können. The Boomtown Rats melden sich nach 36 Jahren eindrucksvoll zurück! Man hört den Songs übrigens an, dass die Herren eine ganze Menge Spaß daran haben. Hoffentlich nehmen genug Menschen von diesem Werk Notiz, es ist nämlich die Musiküberraschung des Jahres 2020!
 

http://www.boomtownrats.co.uk/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch