Rush: Permanent Waves

Rush: Permanent Waves (40th Anniversary Edition)

Universal

VÖ: 29.05.2020

 

Wertung: 9/12

 

Das siebte Studioalbum von Rush –„Permanent Waves“ – feiert dieser Tage seinen vierzigsten Geburtstag. Dies ist Anlass genug eine Anniversary Edition zu veröffentlichen. Das Original-Album wird nun in einem schönen Digipack - angereichert um eine zusätzliche CD mit unveröffentlichten Songs der Welttournee aus dem Jahre 1980 - herausgegeben. Vielleicht stößt nun noch mal eine ganz neue Hörerschaft auf Rush. Das Album stellte damals ja eine Art Übergang dar und die Hinwendung zu zugänglicheren Klängen bescherte dem Trio ja auch eine größere Aufmerksamkeit – und höhere Verkaufszahlen.

 

„Permanent Waves“ markierte 1980 den Wendpunkt in der Karriere von Rush und spülte die Band auf die großen Bühnen dieser Welt. Der progressive Ansatz verschwand aber nicht gänzlich. Das wollte die Band ja auch nicht. Eine Öffnung für den Mainstream war nur zu den Konditionen des Trios möglich, kein anderer sollte in die Suppe spucken. Der musikalische Anspruch blieb nicht auf der Strecke. Die Songs wurden zwar kürzer, aber nicht so, dass es nicht noch für die eine oder andere Ausarbeitung und um die Ecke gedachte Rhythmen und Sounds reichte.

 

Das Album startet mit dem Live-Klassiker „The Radio Of Eden“. Es gibt den einen oder anderen vertrackten Part, aber letztlich ist die Nummer derart eingängig, dass es schon in Richtung AOR geht. „Freewill“ ist eine ganze Ecke verschwurbelter und die Rhythmen wirken teilweise disharmonisch. Der Refrain ist das genaue Gegenteil und setzt sich sofort in den Gehörgängen fest. „Jacob´s Ladder“ ist wieder progressiver. Das Bassspiel von Geddy Lee ist sensationell. An seinem Gesang scheiden sich von jeher die Geister. Alex Lifeson zeigt, was er auf den sechs Saiten zu leisten vermag und Neil Peart ist ja eh eine Naturgewalt.

 

„Entre Nous“ und „Different Strings“ sind wieder in einem passenden Radioformat gehalten und umschmeicheln den Zuhörer. Mit „Natural Science“ gibt es als letzten Song den kompletten Ritt auf der Rasierklinge zu hören. Die Richtung wird mehrfach gewechselt, ebenso Rhythmen und Tempo.

 

Mit „Beneath, Between & Behind“ wird die zweite CD eröffnet. Der Live-Song aus Manchester klingt wie ein Punkmanifest, Lee singt noch höher als eh schon und letztlich wird hier in kompakten zweieinhalb Minuten mal kurz gezeigt wo der technische Hammer hängt. Das geht natürlich auch über zwölf Minuten, wie das beeindruckende „Xanadu“ unter Beweis stellt. Mit Rockmusik hat das sowieso nur noch am Rande zu tun. Gut, dass danach mit „The Spirit Of Radio“ ein zugänglicher Klassiker folgt. Mit „Cygnus X-1“ entschweben Rush in ganz andere Sphären. Der Klang ist übrigens herausragend und so kann man beispielsweise „Jacob´s Ladder“ oder „Freewill“ in der Live-Version noch mehr genießen. Diese CD ist mehr als nur „nice to have“.

 

Fazit: „Permanent Waves“ ist das Album, welches die erste Karrierehälfte von Rush mit allem, was nachfolgen sollte, verbindet. Das Werk hat nun schon vier Jahrzehnte auf dem Buckel, hat sich aber gut gehalten. Technisch ist das brillant und den vielen vertrackten Rhythmen steht die, damals neue, Rush-Eingängigkeit gegenüber. Die Live-CD ist mehr als nur das berühmte Sahnehäubchen und der hochwertige Sound macht das Ganze zu einem Genuss!

 

https://www.rush.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch