Tarja: Best Of: Living The Dream

Tarja: Best Of: Living The Dream

earMUSIC/Edel

VÖ: 02.12.2022

 

Wertung: 7,5/12

 

Die Finnin Tarja Turunen ist nun auch schon seit anderthalb Jahrzehnten auf Solopfaden eine feste Größe im symphonischen Rockgeschäft. Nach dem Ausstieg bei Nightwish verlief ihre Karriere fast wie im Bilderbuch und sie eilte von Erfolg zu Erfolg. Auch auf den großen Festivals und in den großen Konzerthallen ist sie ein gern gesehener Gast. Die Sopranistin, die auch den Mezzosopran- und den Alt-Bereich erreicht, hat das Metal-Genre ordentlich aufgemischt. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft steht nun eine „Best Of“ in den Läden.

 

Tarja hat mittlerweile schon sechs Studioalben veröffentlicht. Daraus speist sich nun natürlich die vorliegende Zusammenstellung. Die bekanntesten Songs sind selbstverständlich enthalten, alles andere würde bei einer derartigen Veröffentlichung ja auch überhaupt keinen Sinn ergeben. Trotzdem hat Tarja auch noch ein paar persönliche Favoriten ausgesucht. Mit dem Eröffnungsstück „Eye Of The Storm“ ist auch die neue Single enthalten.

 

An Tarja scheiden sich die Geister. Die Dame hat sicherlich eine ganz famose und ausgebildete Stimme, aber der Symphonic-Metal kann aufgrund ihrer klassischen Ausbildung auch ganz schön die Nerven strapazieren. Ist der Metalanteil hoch, wie bei „Never Enough“, dann funktioniert das im Zusammenspiel ziemlich gut. In den Strophen hält sich Tarja dann auch mal zurück und schwingt sich erst zum Refrain in ungeahnten Höhen auf. Mit „500 Letters“ gibt es sogar einen Song, der atmosphärisch fast durchgängig auf einer Welle schwimmt. „Eye Of The Storm“, die neue Single, ist Oper und Musical in einem. Von der Dramatik ist das auch endgültig im Klassikfach angekommen. Der Refrain hat allerdings Hitqualitäten.

 

Es gibt auf dieser Zusammenstellung auch ein paar Schmankerl. Von „I Walk Alone“ findet man die Single Version vor. „Die Alive“ ist sogar als alternative Version enthalten. Über den Radio Remix von „I Feel Immortal“ darf man sich dann auch noch freuen. Der Hammer ist immer noch die Zusammenarbeit mit Alissa White-Gluz von Arch Enemy. Die beiden Damen agieren ja mit ihren Stimmen anders als übliche Metal-Shouter. Passt. „Innocence“ schafft auch den Spagat zwischen anspruchsvollem Metal und Klassikelementen, die vom Sound sehr flächig sind. Der Gesang und die Höhen, in die sich die Dame hier aufschwingt, passen erstaunlich perfekt dazu.

 

Björn Strid hat nicht umsonst den Spitznamen „Speed“ verliehen bekommen, wie er beim Nackenbrecher „Dead Promises“ zusammen mit Tarja eindrucksvoll unter Beweis stellen darf. Stimmlich passt das ebenfalls wunderbar zusammen. „Tears In Rain“ ist aufgrund der Melodieführung fast schon im Pop zu verorten. „You And I“ zeigt zum Schluss, dass Tarja ohne den Metalunterbau in ruhigen Gefilden durchaus für eine Gänsehaut sorgen kann. Dies ist das ganz große Gefühlsbesteck!

 

Fazit: „Best Of: Living The Dream“ dürfte viel Relevantes von Tarja beinhalten. Wer sich bis jetzt gescheut hat alle Alben zu kaufen, kriegt hier die geballte Hit-Symphonic-Metalpeitsche geboten. Die ausgebildete Stimme von Tarja ist mit der musikalischen Metalumsetzung sicher gewöhnungsbedürftig – man mag die Verbindung oder eben nicht – aber diese Erkenntnis ist ja nicht neu. Vielleicht kann das Album als Weihnachtsgeschenk ja auch noch neue Fans dafür gewinnen.

 

http://tarjaturunen.com/home-tarja/

 

Text: Torsten Schlimbach

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