Avantasia: A Paranormal Evening with the Moonflower Society

Avantasia: A Paranormal Evening with the Moonflower Society

Nuclear Blast/Warner

VÖ: 21.10.2022

 

Wertung: 6,5/12

 

Tobias Sammet hat in seiner langen Musikkarriere mit vielen Größen des Hardrock zusammengearbeitet. In fast drei Jahrzehnten waren so prominente Vertreter wie Alice Cooper, Klaus Meine und Rudolf Schenker (THE SCORPIONS), Bruce Kulick und Eric Singer (KISS) und Eric Martin (MR. BIG) dabei. Für Sammet ging es von Fulda in die große weite Welt. Er erschuf dabei mit Avantasia auch seine eigene Spielwiese. „A Paranormal Evening with the Moonflower Society“ ist nun der neuste Streich von Avantasia. Wie es mittlerweile so üblich ist, erscheint das Album in verschiedenen Konfiguration. Da dürfte für jeden etwas dabei sein.

 

Die gute Nachricht zuerst: Fans des Classic Rocks mit einem großen Hang zu Hardrock und der Theatralik des Prog, kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Wer ein Faible für handwerkliches Können hat, wird auf diesem Album ebenfalls fündig. Man sollte zudem unbedingt eine klare Produktion schätzen. Die schlechte Nachricht: das ist altbacken und bieder. Muss das im Jahre 2022 wirklich noch sein?

 

„Welcome To The Shadows“ ist zum Auftakt gleich die ganz große Oper. Ein Musical in einem Act. Man kriegt ja schon Angst, dass gleich Jim Steinman und Meat Loaf hinter irgendeinem Vorhang hervorspringen. Etwas Dreck kommt bei „The Wicked Rule The Night“ dazu. Tolle Gitarrenarbeit und die Felle kriegen auch ordentlich Prügel. Der Druckpegel ist hoch. Iron Maiden grüßen schön. Der Titelsong „Kill The Pain Away“ erinnert an Nightwish. „The Inmost Night“ geht wieder etwas in die Maiden-Richtung, hat aber leider auch viel Balladenkitsch aufgefahren.

 

„Rhyme And Reason“ ist ein schönes, düsteres Hardrockbrett. „Scars“ macht auch noch Laune, auch wenn man die Powerchords alle schon Dutzendfach gehört hat. „Arabesque“ will dann wohl auch noch die große Oper sein. Der schottische Einschlag ist aber verdammt cool. Der Balladenanteil in dem Stück weniger. Insgesamt wird das bombastisch aufgeblasen.

 

Fazit: Wer „Bat Out Of Hell“ von Meat Loaf liebt, wird sicher auch „A Paranormal Evening with the Moonflower Society“ von Avantasia schnell in sein Herz schließen. Bombast und Pathos gibt es hier im Überfluss. Und handwerkliches Können. Aber reicht Können alleine? Und wann wird das zu Angeberei? Wer Classic Rock und Hardrock der alten Schule mag, sollte das Album 2022 aber auf jeden Fall auf dem Schirm haben!

 

https://avantasia.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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