Blackmore's Night: Winter Carols (Deluxe Edition)

Blackmore's Night: Winter Carols (Deluxe Edition)

earMUSIC/Edel

VÖ: 19.11.2021

 

Wertung: 7,5/12

 

Die Weihnachtszeit kommt mit großen Schritten auf uns zu und so langsam liegt die entsprechende musikalische Untermalung auch wieder beim Händler des Vertrauens aus. Candice Night und Ritchie Blackmore veröffentlichen nun mit „Winter Carols“ ihr Album aus dem Jahr 2006 erneut. Ob dies nach fünfzehn Jahren einer Überarbeitung bedurfte, sei mal dahingestellt. Im Sommer dieses Jahres wurde das auf jeden Fall noch mal sorgfältig neu gemastert. Die Technik hat seit 2006 nicht unbedingt Quantensprünge hingelegt, von daher dürften die Unterschiede nur marginal sein.

 

„Coventry Carol“ ist ein neuer Song, der auf der ursprünglichen Version nicht enthalten war. Das traditionelle Lied aus dem 16. Jahrhundert kennt man ja nicht nur in England. Die Interpretation von Blackmore´s Night ist wirklich sehr schön, gefühlvoll, feierlich, aber auch von einer gewissen Traurigkeit durchzogen. „Night_Deck The Halls“ setzt die Pfeife prominent ein und „God Rest Ye Merry Gentlemen“ wird von Candice Night auf wundervolle Art und Weise interpretiert.

 

Die hier enthaltenen Songs sind übrigens nicht komplett die bekannte Weihnachtssongsoße. Natürlich finden sich auch die üblichen Verdächtigen darunter. „O Christmas Tree“ gehört sicher dazu, allerdings ist die Instrumentierung ein bisschen anders ausgelegt und der Folkansatz tut dem Lied dann sogar gut. „I Saw Three Ships“ hat man zumindest bei uns nicht ganz so auf dem Schirm. Die Nummer hat dann auch eher etwas von einem irischen Rauf- und Sauflied. Mit „Winter (Basse Dance)“ folgt eine schöne, schwelgerische Akustiknummer.

 

Ermüdend ist das Klangbild, es klingt nämlich immer gleich, wie aus dem Baukasten entnommen. Die Gitarre von Blackmore – meist in akustischer Form – ist durchaus eine Bereicherung, der Kleister dahinter und davor aber nicht. Schließt man die Augen, dann könnte das an der ein oder anderen Stelle sogar der Score von „Vikings“ sein, wie beispielsweise „Emmanuel“. Übrigens auch in einer Live-Version enthalten. Natürlich dürfen auch, für ein derartiges Album, bekannte Weihnachtslieder wie „We Wish You A Merry Christmas“ oder „Silent Night“ nicht fehlen. Im Grunde ist hier für jeden etwas dabei.

 

Fazit: „Winter Carols“ ist sicherlich eines der besseren Weihnachtsalben. Blackmore`s Night spielen die Songs mit Folkeinschlag und erzeugen dabei oftmals eine mittelalterliche Stimmung. Abgesehen davon gibt es nicht nur die üblichen Verdächtigen auf die Ohren, sondern auch Songmaterial, welches noch nicht so ausgelutscht ist. Ob es nun nach fünfzehn Jahren unbedingt eine Neuauflage bedurft hätte, sei mal dahingestellt.

 

https://www.blackmoresnight.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Blackmore´s Night: Nature´s Light

Blackmore´s Night: Nature´s Light

earMUSIC

VÖ: 12.03.2021

 

Wertung: 7/12

 

Das elfte Studioalbum von Blackmore´s Night trägt den Titel „Nature´s Light“. Die inhaltliche Ausrichtung lässt sich anhand der Namensgebung ja schon sehr gut ablesen. Blackmore´s Night haben aber ja schon seit den Anfängen musikalische Trends und Strömungen komplett vor der Studiotür gelassen und sich in eine Nische begeben, in die aber auch eine stattliche Anzahl an Anhängern gefolgt ist. Das Gitarrenspiel von Ritchie Blackmore und der Gesang seiner Ehefrau Candice Night wussten in der Vergangenheit immer wieder zu begeistern. „Nature´s Light“ soll thematisch die Kraft der Natur wiederspiegeln: Wälder, Seeluft oder die Sonne auf der Haut. Esoterisch angehaucht sind Blackmore´s Night aber ja schon seit ihrer Gründung.

 

Unter den zehn Songs befinden sich auch zwei Instrumentalstücke, die eigentlich dafür prädestiniert wären, den Fokus mehr auf das Gitarrenspiel von Ritchie Blackmore zu legen. „Darker Shade Of Black“ tut dies aber nur bedingt. Bedeutungsschwanger schälen sich hier die – weitestgehend – Klassik-Töne aus den Boxen. Die Musik ist sakral, plätschert aber über sechs Minuten oftmals auch ziemlich ereignislos dahin. Nach drei Minuten übernimmt die Akustikgitarre bevor Blackmore dann sehr gefühlvoll die sechs Saiten elektrisch spielt. Nett, aber vom Hocker haut einen das auch nicht gerade. Mit „Der Letzte Musketier“ gibt es eine weitere Instrumentalnummer zu hören. Auch hier wähnt man sich zunächst eher beim Auftakt zu einem Gottesdienst. Glücklicherweise ändert sich die Richtung noch und Blackmore spielt die Gitarre sogar recht bluesig. Er kehrt im weiteren Verlauf des Stücks aber immer wieder zu klassischen Rock-Motiven mit einem bisschen Hardrock zurück.

 

Mit „Once Upon December“ wird mit mittelalterliche Klängen in das Album gestartet. Diese Richtung erfreut sich seit einigen Jahren ja wieder großer Beliebtheit – egal ob durch verschiedene TV-Produktionen, Mittelaltermärkte, Rollenspiele oder eben der Musik. Zu „Four Winds“ tanzt man dann auf dem mittelalterlichen Jahrmarkt und auch „Feather In The Wind“ bleibt der Thematik treu. Candice Night hat eine schöne Stimme, keine Frage, aber es fehlt etwas das Besondere. Sie kann einen als Zuhörer nicht so einfangen und faszinieren wie beispielsweise eine Stevie Nicks. „The Twisted Oak“ könnte der Minnegesang sein, ist es in der Realität leider nicht, weil der Spannungsbogen nicht sonderlich groß ist. Der Titelsong „Nature´s Light“ klingt feierlich und nach ganz viel Kitsch. Die Neuaufnahme von „Wish You Were Here“ mag ja gut gemeint sein, aber die Älteren unters uns werden vermutlich auf ewig Rednex damit verbinden, die damit einst einen großen Hit landen konnten - und unfassbar nervten. „Going To Faire“ und „Second Element“ sind zwei eher ruhige Songs zum Ende hin. Letztgenannte Nummer wartet noch mal mit einem schönen Solo von Blackmore auf.

 

Fazit: „Nature´s Light“ dürfte Fans von Blackmore´s Night“ gefallen. Alle Zutaten, für die man das Duo kennt, sind hier wieder vertreten. Wer etwas mit mittelalterlichen Klängen und Musik anfangen kann oder esoterisch angehaucht ist, sollte dieses Werk unbedingt mal testen. Unter dem Strich ist das aber alles wenig spektakulär und vieles plätschert auch recht ereignislos so dahin. Alles in allem ganz nett, aber mehr eben auch nicht.

 

https://www.blackmoresnight.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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