Blackmore´s Night: Nature´s Light

Blackmore´s Night: Nature´s Light

earMUSIC

VÖ: 12.03.2021

 

Wertung: 7/12

 

Das elfte Studioalbum von Blackmore´s Night trägt den Titel „Nature´s Light“. Die inhaltliche Ausrichtung lässt sich anhand der Namensgebung ja schon sehr gut ablesen. Blackmore´s Night haben aber ja schon seit den Anfängen musikalische Trends und Strömungen komplett vor der Studiotür gelassen und sich in eine Nische begeben, in die aber auch eine stattliche Anzahl an Anhängern gefolgt ist. Das Gitarrenspiel von Ritchie Blackmore und der Gesang seiner Ehefrau Candice Night wussten in der Vergangenheit immer wieder zu begeistern. „Nature´s Light“ soll thematisch die Kraft der Natur wiederspiegeln: Wälder, Seeluft oder die Sonne auf der Haut. Esoterisch angehaucht sind Blackmore´s Night aber ja schon seit ihrer Gründung.

 

Unter den zehn Songs befinden sich auch zwei Instrumentalstücke, die eigentlich dafür prädestiniert wären, den Fokus mehr auf das Gitarrenspiel von Ritchie Blackmore zu legen. „Darker Shade Of Black“ tut dies aber nur bedingt. Bedeutungsschwanger schälen sich hier die – weitestgehend – Klassik-Töne aus den Boxen. Die Musik ist sakral, plätschert aber über sechs Minuten oftmals auch ziemlich ereignislos dahin. Nach drei Minuten übernimmt die Akustikgitarre bevor Blackmore dann sehr gefühlvoll die sechs Saiten elektrisch spielt. Nett, aber vom Hocker haut einen das auch nicht gerade. Mit „Der Letzte Musketier“ gibt es eine weitere Instrumentalnummer zu hören. Auch hier wähnt man sich zunächst eher beim Auftakt zu einem Gottesdienst. Glücklicherweise ändert sich die Richtung noch und Blackmore spielt die Gitarre sogar recht bluesig. Er kehrt im weiteren Verlauf des Stücks aber immer wieder zu klassischen Rock-Motiven mit einem bisschen Hardrock zurück.

 

Mit „Once Upon December“ wird mit mittelalterliche Klängen in das Album gestartet. Diese Richtung erfreut sich seit einigen Jahren ja wieder großer Beliebtheit – egal ob durch verschiedene TV-Produktionen, Mittelaltermärkte, Rollenspiele oder eben der Musik. Zu „Four Winds“ tanzt man dann auf dem mittelalterlichen Jahrmarkt und auch „Feather In The Wind“ bleibt der Thematik treu. Candice Night hat eine schöne Stimme, keine Frage, aber es fehlt etwas das Besondere. Sie kann einen als Zuhörer nicht so einfangen und faszinieren wie beispielsweise eine Stevie Nicks. „The Twisted Oak“ könnte der Minnegesang sein, ist es in der Realität leider nicht, weil der Spannungsbogen nicht sonderlich groß ist. Der Titelsong „Nature´s Light“ klingt feierlich und nach ganz viel Kitsch. Die Neuaufnahme von „Wish You Were Here“ mag ja gut gemeint sein, aber die Älteren unters uns werden vermutlich auf ewig Rednex damit verbinden, die damit einst einen großen Hit landen konnten - und unfassbar nervten. „Going To Faire“ und „Second Element“ sind zwei eher ruhige Songs zum Ende hin. Letztgenannte Nummer wartet noch mal mit einem schönen Solo von Blackmore auf.

 

Fazit: „Nature´s Light“ dürfte Fans von Blackmore´s Night“ gefallen. Alle Zutaten, für die man das Duo kennt, sind hier wieder vertreten. Wer etwas mit mittelalterlichen Klängen und Musik anfangen kann oder esoterisch angehaucht ist, sollte dieses Werk unbedingt mal testen. Unter dem Strich ist das aber alles wenig spektakulär und vieles plätschert auch recht ereignislos so dahin. Alles in allem ganz nett, aber mehr eben auch nicht.

 

https://www.blackmoresnight.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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