Supergrass: The Strange Ones:1994-2008

Supergrass: The Strange Ones: 1994-2008

BMG

VÖ: 24.01.2020

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Supergrass zählten sich selbst nie zu den Britpop Bands. Die Kapelle aus Oxford war immer etwas anders aufgestellt als die vorlauten Bands, die dem Genre zugerechnet wurden. Das Debüt von 1995, „I Should Coco“, schlug auch ohne laute Begleitumstände vollends ein. Die Single „Alright“ avancierte zu einem großen Hit. Alle Alben der Band heimsten sehr viel Kritikerlob ein und der harte Kern der Fans war stets begeistert. Kommerziell erfolgreich waren allerdings anderes Bands. 2010 gingen die Bandmitglieder schließlich getrennte Wege.

 

Die Reunion letztes Jahr kam dann doch einigermaßen überraschend und der Liveauftritt am 6. September 2019, als Supergrass unangekündigt die Bühne der Glastonbury Pilton Party betrat, um, wie man hört, ein ganz tolles Konzert zu spielen, markierte den Startschuss für den zweiten Karrierefrühling. Die Band geht dieses Jahr sogar wieder auf Tour und spielt in ausgesuchten Städten in Großbritannien, Europa und Nordamerika Konzerte. Begleitet wird das von einer umfangreichen Box, die nun veröffentlicht wird. Die Box enthält die sechs Originalalben auf Picture Disc-LPs und auf CDs, dazu Bonus-CDs mit unveröffentlichtem Live-Material, B-Seiten, Remixen, Studio Outakes, Demos, akustischen Versionen, einem Deluxe-Buch und Poster. Sechs Stunden unveröffentlichtes Material gibt es da zu hören.

 

Wer nicht ganz so tief in die Tasche greifen will, um sich die Box zuzulegen, wird mit der 22 Track starken CD „The Strange Ones: 1994-2008“ auch gut bedient werden – zumindest, wenn man das „Best Of“ aus dem Backkatalog noch nicht im Regal stehen hat. Die Frage, warum jetzt überhaupt noch mal eine derartige Zusammenstellung veröffentlicht wird, stellt man sowieso besser gar nicht erst.

 

So oder so, die musikalische Bandbreite von Supergrass ist schon beeindruckend. „Diamond Hoo Ha Man“ klingt glatt wie ein später Songs der White Stripes. „Outside“ hingegen ist mit seinen psychedelischen Elementen sehr verspielt und „Rebel In You“ ein Hit wie man ihn heute eher selten hört. Die Ballade „St. Petersburg“ ist aufgrund des rumpelnden Klaviers nicht zu kitschig, steckt aber trotzdem voller Melancholie. Oder man nehme das luftig und leichte „Moving“, welches mehrmals Tempo und Stimmung ändert. Das war seinerzeit ein kleiner Hit. Mittlerweile dürfte das ein zeitloser Klassiker der Band sein. „Mary“ ist ebenso großartig und „Pumping On Your Stereo“ führt die Tradition von Bowie weiter. „In It For The Money“ oder „Laste In The Day“ stehen den Großtaten der großen Britpop-Bands in nichts nach. Mit „Sun Hits The Sky“ zeigt die Band, dass sie rocken kann und auch noch eine überragende Melodie dazu im Gepäck hat. „Lenny“ bringt dann noch Rotz und Glam in einem Stück unter. „Alright“ wird wohl auf ewig der Überhit von Supergrass sein - immer noch ein Hammersong.

 

Fazit: Supergrass können mit Stolz auf einen beeindruckenden Backkatalog zurückblicken. „The Strange Ones: 1994-2008“ führt einem das auf eindrucksvolle Art und Weise vor Augen und Ohren. Es macht Spaß, sich durch die ganzen unterschiedlichen Stücke zu hören. Supergrass waren einst eine der besten britischen Bands. Mal gucken, ob sie 2020 auch noch was zu sagen haben. Mit derart viel Talent gesegnet sollte das aber kein Problem sein und vielleicht gibt es ja sogar irgendwann noch mal neue Musik von Supergrass zu entdecken.  

 

https://www.supergrass.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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