Fiddler’s Green: Seven Holy Nights

Fiddler’s Green: Seven Holy Nights

Deaf Shepherd/ Indigo

VÖ: 25.11.2022

 

Und? Ist irgendwer schon in besinnlicher Weihnachtsstimmung? Draußen ist ja mitunter immer mal wieder T-Shirt-Wetter und nach Schnee sieht es ja auch nicht gerade aus. Jedenfalls in großen Teilen von Deutschland. Vielleicht kommt da ein etwas anderes Weihnachtsalbum von Fiddler’s Green genau richtig?! Es dürfte auf der Hand liegen, dass „Seven Holy Nights“ nicht allzu festlich ausgefallen ist. Dafür ist die Band ja nun auch nicht gerade bekannt.

 

Bekannt ist die Kapelle aber für sehr schnell gespielten Folk, gerne mit keltischem und irischem Einschlag. Das ist auch auf „Seven Holy Nights“ nicht sonderlich anders. Mit „Merry Christmas Everyone“ geht der Songreigen los. Kennt man von Shakin´ Stevens, der nicht ganz so schnell zur Sache kommt wie die Jungs hier. Und die Geige darf heulen, das Schlagzeug scheppern – kann man machen. Es folgt die bekannte Slade-Nummer - genau, „Merry Christmas Everybody“ - natürlich im Speedfolk-Gewand.

 

„Mull Of Kintyre“ war ja so etwas wie der Vorgänger von „Last Christmas“ und wurde überall gedudelt. Man kann McCartney nicht covern und so fehlt der Nummer hier auch komplett der Charme. „I Saw Three Chips“ klingt dann auch nach irischem Rauf- und Saufgelage. Man muss nicht komplett auf melancholische Töne verzichten, aber auch „God Rest Ye Merry, Gentleman“ ist elektrisch aufgeladen und mit „Lord Of The Dance“ wird es ja wieder fröhlich. Bei „White Christmas“ geht es gar in den Punkschuppen um den Weihnachtsbaum zu zerlegen. Wer dann auch noch „Jingle Bells“ in diesem Gewand braucht, ist bei Fiddler´s Green genau richtig. „Rudolph, The Red-Nosed Reindeer“ reißt auch noch mal alles nieder und hat sogar ein paar Ska-Elemente mit eingewoben. Mit „Seven Holy Nights“ gibt es noch eine Eigenkomposition. Passt und fällt gar nicht auf, dass es keiner der bekannten Weihnachtsklassiker ist.

 

Fazit: Wer Weihnachtslieder ohne Kitsch, Romantik und Besinnlichkeit hören möchte und eventuell für das Gemüt braucht, sollte „Seven Holy Nights“ von Fiddler’s Green dieses Jahr in Player schmeißen, mit Whiskey gurgeln und dann die Weihnachtsdeko und den Weihnachtsbaum zerlegen. Wer sich in dieser Beschreibung eher nicht wiederfindet, wird auch mit dem Album hier kaum etwas anfangen können.

 

https://www.fiddlers.de/de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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