Ringo Starr: Change The World

Ringo Starr: Change The World (EP)

Universal

VÖ: 24.09.2021

 

Ringo Starr hält sich an seine eigenen Vorgaben und veröffentlicht nur noch EPs. Mit „Change The World“ steht nun schon wieder die nächste in den Startlöchern. „Zoom In“ datiert ja ebenfalls aus diesem Jahr. Zumindest der Titeltrack muss auch in diesen Sessions entstanden sein, denn die Nummer ist auch der Feder von Joseph Williams und Steve Lukather entsprungen. Die beiden Toto-Mitglieder waren ja auch schon bei der ersten Runde dieses Jahr vertreten. Es gibt aber noch drei weitere Songs, die dann die neuerliche EP komplettieren.

 

„Let´s Change The World“ ist im Grunde eine typische Ringo-Nummer. Lukather und Williams haben sich hier all seinen Trademark-Sounds bedient und dem guten Ringo nun wirklich einen typischen Song mit auf den Weg gegeben. Seine positive Art im Vortrag überträgt sich auch auf den Zuhörer. Mit „Just That Way“ gibt es eine Reggae-Nummer zu hören. Geschrieben wurde das gute Stück von Ringo und seinem langjährigen Tontechniker Bruce Sugar.

 

Ob Linda Perry selber noch zusammenbekommt, für wen sie schon alles Songs komponiert hat. Ringo Starr fehlte bisher in ihrer illustren Runde. „Coming Undone“ ist nun der Song dazu. Schöne Bläsersätze und ein fluffiges Country-Flair passen wunderbar zur Singstimme von Ringo. Ganz zum Schluss haut er mit „Rock Around The Clock“ noch eine Coverversion raus. Den Song kann auch nur Ringo Starr covern - zusammen mit Joe Walsh. Allen anderen würde man das nicht durchgehen lassen. Die beiden alten Haudegen lassen das aber zu einem großen Spaß werden.

 

Fazit: „Change The World“ hält vier nette Songs bereit, die Ringo Starr mit seinem gewohnten Optimismus vorträgt. Das macht für den Augenblick Spaß und dürfte seine große Anhängerschaft in Verzückung versetzen. Sind wir aber mal ehrlich: wäre das nicht der große Ringo Starr, dann würde kein Hahn nach den Songs krähen.

 

https://www.ringostarr.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Ringo Starr: Zoom In (EP)

Ringo Starr: Zoom In (EP)

Universal

VÖ: 19.03.2021

 

Ringo Starr ist wieder im Auftrag des Guten unterwegs und möchte die Welt mit und durch seine Musik ein bisschen fröhlicher, bunter und heller machen. Er hat dazu fünf Songs aufgenommen, die nun als EP unter dem Titel „Zoom In“ veröffentlicht werden. Die Reise dazu begann im Grunde mit „Here´s To The Nights“, einem Lied über Frieden, Liebe und Freundschaft. Der Song wurde von Diane Warren geschrieben. Ringo nahm selbigen dann mit einer Starriege auf. Veröffentlicht wurde die Nummer kurz vor Weihnachten 2020.

 

Aufgenommen wurde die Sause zu der EP in Ringos Heimstudio. Die Musiker wurden aufgrund der Corona-Pandemie zu verschiedenen Zeiten in das Studio gelassen um ihren Part einzuspielen. Neben Starr sind Nathan East am Bass, Steve Lukather an der Gitarre, Bruce Sugar (Synth-Gitarre), sowie Benmont Tench (Klavier) dabei.

 

Die EP fängt dann auch folgerichtig mit „Here´s To The Nights“ an. Die Schunkelnummer hat eine beachtliche Schar an Gastsängern zu bieten. Natürlich ist sein alter Weggefährte Paul McCartney dabei, aber auch Joe Walsh, Sheryl Crow, Dave Grohl, Ben Harper, Lenny Kravitz, Jenny Lewis oder Eric Burdon. „Zoom In Zoom Out“ schließt sich an und hat mit Robby Krieger einen weiteren sehr prominenten Gast dabei, der seinen typischen Gitarrensound beisteuert. Der Stampfer ist im Hinblick auf das vielfältige Gitarrenspiel ein kleines Highlight. Das Piano, gespielt von Benmont Tench, setzt wundervolle Farbtupfer dazu.

 

„Teach Me To Tango“ wurde von Sam Hollander geschrieben, der den Song an Ringo sandte, der dann wiederum Gesang und Schlagzeug hinzufügte. Ringo selber war aber als Songschreiber auch nicht untätig und schrieb „Waiting For The Tide To Turn“ gemeinsam mit Bruce Sugar. Das ist übrigens ein Reggae-Track, was ja nicht gerade die Kernkompetenz von Starr ist. Unter diesen Vorzeichen ist der Song mit der dunklen Grundatmosphäre durchaus gelungen. Mit „Not Enough Love In The World“ gibt es zum Schluss ein Lied in Trio-Besetzung. Neben Starr sind noch Steve Luakther und Joseph Williams dabei. Diese beiden Herren haben ja gerade auch selbst Soloalben veröffentlicht und an dem jeweiligen Werk des Anderen mitgewirkt. Das hier ist eine typische Ringo-Nummer mit seinem - seit vielen Jahrzehnten - Lieblingsthema.

 

Fazit: Ringo Starr schafft es immer wieder, die Welt durch seine Musik für einen kurzen Augenblick ein großes Stück positiver erscheinen zu lassen. Dies ist auch wieder mit der EP „Zoom In“ der Fall. Schade, dass man an der Kasse für die fünf Songs genauso tief in die Tasche greifen muss, wie für ein reguläres Album. Vielleicht kann man das auch einfach unter „Qualität vor Quantität“ verbuchen.

 

http://www.ringostarr.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Ringo Starr: What´s My Name

Ringo Starr: What´s My Name

Universal

VÖ: 25.10.2019

 

Wertung: 8/12

 

Ringo Starr hat es gemütlich da wo er wohnt. Da macht er auch Musik und er möchte nicht mehr in einem dieser Studios irgendwo auf der Welt abhängen. Das hat er ja auch lange genug gemacht. Jetzt musiziert er mit seinen Freunden am liebsten in den heimischen vier Wänden und nimmt dann bei diesen Gelegenheiten hin und wieder auch ein Album auf. „What´s My Name“ ist nun sein neustes Werk. Für sein 20. Studioalbum hat er nicht mal alle Songs selber geschrieben. Muss er ja auch nicht. Durch sein Schlagzeugspiel und seine Art des Gesangs wird sowieso jede Nummer unverkennbar zu einem Ringo-Song!

 

Die Gästeschar liest sich mal wieder imposant. Klar, wenn ein Beatle ruft, dann sagt man natürlich nicht nein. Auch nicht, wenn man selbst ein Beatle ist. Paul McCartney ist auf dem Album auch zu hören. Und dies auch noch auf dem von Lennon geschriebenen „Grow Old With Me“. Die Streicher sollten so sein wie auf „Here Comes The Sun“. Warum? Weil es so irgendwie dann doch ein Beatles Song wurde. Elemente von allen Beatles sind nun jedenfalls vorhanden. Mit Joe Walsh ist ein weiteres Schwergewicht dabei. Letztlich ist das eine nette Nummer, bei der man durchaus die Stimme von Lennon im Hinterkopf hat. Das ist aber nur etwas für Nostalgiker, denn wäre das nicht so prominent besetzt, wurde da auch kein Hahn nach krähen.

 

Mit „Gotta Get Up To Get Down“ startet das Album mit einem sehr erdigen und trockenen Sound. Überraschenderweise schwingt da auch ein bisschen Funk mit. Geschrieben wurde die Nummer von Joe Walsh und Ringo. Walsh kriegt sehr viel Raum auf dem Eröffnungstrack, denn er spielt nicht nur seine charakteristische Gitarre, sondern darf sich auch gesanglich austoben. Den Part von Walsh übernimmt beim zweiten Song Dave Stewart. Lässiger Saloon-Rock. Ringo hat Spaß. Und wir auch.

 

„Magic“ klingt ja fast schon nach Stadion. Kein Wunder, denn mit Steve Lukather hat sich auch der entsprechende Mann an die Seite von Ringo gesetzt. Mitunter ist das ein Ohrwurm mit Hitpotenzial. Natürlich wird das heutzutage kein Hit mehr. „Money“ klingt derart nach den 60ies und 70ies, dass auch die verfremdete Stimme von Ringo diesen Eindruck nicht verwischen kann. Ist doch in Ordnung. „Better Days“ bringt wieder etwas Opulenz herein. Die moderne Produktion überrascht sogar. „Life Is Good“ und „Thank God For Music“ darf vermutlich nur der gute Ringo singen ohne dass es peinlich wird. Lukather spielt auch hier die sechs Saiten. „Send Love Spread Peace“ ist das altbekannte Ringo-Thema und er trägt das wieder mit einer Überzeugung vor, dass es einfach nur großartig ist. „What´s My Name“ ist zum Schluss noch mal ein schmissiger Rausschmeißer.

 

Fazit: Ringo Starr hat mit „What´s My Name“ sein 20. Studioalbum aufgenommen und sich dafür wieder ein paar prominente Freunde eingeladen. Wie immer bei Ringo, klingen die Songs nach der puren Freude. Das ist – und dies ist keinesfalls despektierlich gemeint – Altherrenmusik der besonderen Güte und Klasse! Es macht einfach Spaß sich diese Nummern anzuhören, die eben nicht aufgesetzt wirken. Ehrliche Musik, die herrlich unaufgeregt ist – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

http://www.ringostarr.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch