Max Raabe & Palast Orchester: MTV Unplugged

Max Raabe & Palast Orchester: MTV Unplugged

Universal

VÖ: 22.11.2019

 

Wertung: 8/12

 

Das MTV Unplugged-Format ist ein Überbleibsel des erfolgreichen Musikfernsehens. Max Raabe und sein Palast Orchester können sich das nun auch ans Revers heften. Warum man nicht früher auf die Idee gekommen ist, sei mal dahingestellt. Max Raabe und seine Musiker passen ja perfekt zu MTV Unplugged, spielen die Herrschaften ja eigentlich sowieso ohne Stecker. Der Spiegelsaal in Clärchens Ballhaus in Berlin diente dabei als Aufzeichnungsort.

 

Max Raabe ist nicht nur für seine außergewöhnliche Musik und Art des Gesanges bekannt, sondern auch für ganz und gar wundervolle Wortspiele und seinen ganz speziellen Humor. Dazu gehört dann auch, dass er Pawel Popolski „Kein Schwein Ruft Mich An“ als Polka spielen lässt. Die Gäste sind hier manchmal sowieso das Salz in der Suppe und so kommen dann auch Kollaborationen wie bei „Der Perfekte Moment Wird Heut Verpennt“ mit Samy Deluxe zustande. Was auf dem Papier so überhaupt nicht zusammenpassen will, ist live ein wundervoller Spaß.

 

„Guten Tag, Liebes Glück“ ist ein nettes Duett mit Lea während „Du Weisst Nichts Von Liebe“ im Grunde zu einem reinen Herbert Grönemeyer-Song wird. Die Gäste sind immer ein großer Spaß, aber letztlich hat Max Raabe das natürlich nicht nötig und wundervolle Kleinode wie „Du Bist Viel Zu Schön Für Einen Mann Allein“ oder das eigentlich ausgelutschte „Wochenend Und Sonnenschein“ werden bei Raabe und seinem ganz und gar wunderbaren Palast Orchester zu etwas ganz Besonderem! Da nimmt man dann auch hin, dass Grönemeyer unbedingt auch noch „Mambo“ intonieren muss. „Just A Gigolo“ mit Mr. Lordi ist natürlich auch eine besondere Konstellation. Mr. Lordi macht sogar einen ganz guten Job, allerdings fehlt hier natürlich die visuelle Komponente, die das gleich noch mal interessanter machen dürfte.

 

Schade, dass es zwischen den Songs Fade-in/Fade-outs gibt. So ist der Übergang von dem großartig instrumentierten „Rosa Reizende Rosa“ zu „Cote D´Azur“ doch etwas hart. Dem Publikum wird da auch der Saft abgedreht. Übrigens ist bei letztgenannter Nummer Namika dabei, die allerdings kaum zu hören ist. Großartig sind die englischen Stücke wie „Alabama Song“ und „Sweet And Lovely“. Und ja, „Mein Kleiner Grüner Kaktus“ darf auch nicht fehlen.

 

Fazit: Max Raabe kann sich nun auch „MTV Unplugged“ in sein Portfolio schreiben (lassen). Im Grunde macht der Mann und sein Palast Orchester schon immer Unplugged. Die hier versammelten Gäste stellen mal eine Bereicherung dar, mal stören sie wenigstens nicht. Die Band spielt ganz und gar famos auf, die Songauswahl ist toll und Max Raabe und sein Bariton sind sowieso über jeden Zweifel erhaben!

 

https://www.palast-orchester.de/de

 

Text: Torsten Schlimbach

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