Moka Efti Orchestra: Telegramm

Moka Efti Orchestra: Telegramm

Motor/Edel/Believe

VÖ: 04.11.2022

 

Wertung: 7,5/12

 

Das Moka Efti Orchestra veröffentlicht mit „Telegramm“ das schwierige zweite Album. Hier ist die Herausforderung allerdings gleich noch mal ein ganzes Stück größer, denn ob das Orchestra so völlig losgelöst von der Serie „Babylon Berlin“ funktionieren könnte, also auch mit Songs die eben nichts damit zu tun haben? Das Moka Efti Orchestra ist dann auch ein paar Jahrzehnte weitergesprungen und nicht mehr in den 20ern festgewachsen.

 

„Telegramm“ wird jetzt aber keinen Fan verschrecken. Die Songs sind größtenteils durchaus als Retro-Musik zu bezeichnen. Sehr viel Jazz und Big Band findet man in den Songs. „We Can Stop The Show“ ist dann auch eine Mischung aus diesen musikalischen Welten. „Surabaya Johnny“ ist Musical, Marlene Dietrich, aber auch in seiner Dramatik den düsteren Jazzern verpflichtet. Eine beschwingte Jazznummer wie „Last Chance Sweet Valentine“ oder das an Max Raabe erinnernde „Bedeutend“ stehen für die große musikalische Vielfalt von diesem Kollektiv.

 

Die Hektik von „Eilmeldung“ steckt an und man will unweigerlich durch die Bude tanzen. „Ein Ballade“ zum Schluss ist voller Schwermut und eindeutig nach Osten ausgerichtet. Ist das zeitgemäß? Ganz sicher nicht! Muss es das denn sein? Auf gar keinen Fall! Das Moka Efti Orchestra hält die Musikfahnen der vergangenen Epochen hoch!

 

Fazit: „Telegramm“ ist ein sehr freigeistiges Album. Natürlich ist das nicht in den Sounds des Hier und Jetzt zu finden, aber die Genres sind nicht fest abgesteckt und die Musik des Moka Efti Orchestra funktioniert auch wunderbar ohne Babylon Berlin. Das ist vielleicht die schönste Erkenntnis, denn dann kann es ja losgelöst davon weitergehen.

 

https://www.facebook.com/mokaeftiorchestra

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch