Steve Lukather: 24.03.2013, Markthalle, Hamburg

Ein Gitarrengott gibt sich die Ehre und zeigt sich bei seiner Audienz in der Markthalle sehr menschlich; so könnte ein Fazit des Auftritts von Steve Lukather in Hamburg lauten.

 

Die Markthalle ist gut gefüllt und ein klein wenig erwartet man das Publikum so, wie es sich einfindet - stark männerlastig (geschätzte 85%) und gut 40+, offenbar seit Jahrzehnten schon Bewunderer der Gitarrenkunst Lukathers (55) wie spätere Reaktionen gerade auch bei älteren Songs zeigen. Arbeitnehmerfreundlich pünktlich und ohne Vorband beginnt die Lukather Show um 20 Uhr - für einen am nächsten Morgen drohenden Montag sehr angenehm. Los geht es mit zwei Songs vom neuen im Januar 2013 veröffentlichten Album "Transition". Schon die ersten Gitarrensoli lösen begeisterten Applaus beim Publikum aus und die Stimmung ist hervorragend.

 

Sichtlich wohl fühlt sich Steve Lukather auf der Bühne und mit dem Publikum, das er auf seine musikalische Reise durch die Jahrzehnte mitnimmt, indem er immer wieder zwischen den Songs kleine Anekdoten oder Biographisches erzählt - sei es über seine Verbindungen zu Hamburg, das ihn über die Beatles quasi indirekt zur Musik gebracht hat, über Beziehungen, z.B. auch zu seinem Sohn Trevor, mit dem am aktuellen Album eng zusammengearbeitet hat, und immer wieder über seine jahrzehntelange Erfahrung in der Musik und auf Bühnen weltweit. Bescheiden und sympathisch bedankt er sich mehrfach für die Treue der Fans, die ihm die Gelegenheit geben, seine Musik zu machen und aufzutreten.

 

Das mag jetzt so klingen, als ob die Plaudereien im Vordergrund stünden , aber weit gefehlt! Der Fokus liegt ganz klar auf der Musik und da ist Lukather einfach ein Virtuose. Gemeinsam mit seiner Band (Eric Valentine, Schlagzeug; Steve Weingart, Keyboards und dessen Frau Renee, Bass) bewegt er sich durch seine eigene musikalische Geschichte und spielt Songs vom Album "Candyman" (1994) bis hin zum neuen Werk "Transition". Auch ein Toto Song ("Never enough") fehlt zur Freude des Publikums natürlich nicht. Lobend sei hier erwähnt, dass der Sound glasklar und tadellos ist; nicht immer eine Selbstverständlichkeit in der Markthalle. So schafft es Lukather mit seiner Band, die sichtbare Spielfreude auch musikalisch perfekt umzusetzen, egal ob mit ruhigeren oder rockigeren Sounds. Ein echter Ohrenschmaus!

 

Nach exakt zwei Stunden endet der Auftritt mit der zweiten Zugabe, dem Charlie Chaplin Cover Song "Smile" vom neuen Album, sehr ruhig und zurückgenommen und man hat das Gefühl, dass man mit einem tollen "Gute-Nacht" Song wieder in die Realität (die in Hamburg an diesem Abend eisige Kälte mit ssssteifer Brise bedeutet) entlassen wird. Was nach dem Abend bleibt, ist das Gefühl, eine Legende als echten Menschen, mit dem man auch gern mal einen trinken gehen würde (wobei Lukather heutzutage wohl Wasser statt Alkohol wählen würde), erlebt zu haben, und das Gefühl, von Lukathers Gitarrenklängen (und dem Sound der hervorragenden Band) seine Seele gestreichelt bekommen zu haben.

 

Den Freunden ausgefeilter Gitarrenkunst sei ein Besuch eines Lukather Konzerts unbedingt empfohlen; im April gibt es noch einige Konzerte im deutschsprachigen Raum. Informationen dazu gibt es auf der offiziellen Webseite: www.stevelukather.com

 

Fotos gibt es hier

 

Text und Fotos: Sabine Schieweck

 

(Torsten Schlimbach bedankt sich bei Mark Dehler von Netinfect Promotion und Steve Lukather für die freundliche Unterstützung!)

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