Van Dusen: Wettbewerb der Detektive (8)

Van Dusen: Wettbewerb der Detektive (8)

Folgenreich/Universal

VÖ: 13.07.2012

 

Wertung: 8/12

 

Van Dusen und Reporter Hutchinson Hatch sind immer noch auf Weltreise und im Rahmen dieser verschlägt es die beiden nach London. Wie man sich denken kann, wird das wieder einige Kuriositäten hervorrufen. Die Denkmaschine soll diesmal das Verschwinden des Innenminister Lord Chesterfield aufklären. Inspektor Smiley alleine kann den Fall nicht lösen. Aus höchsten Kreisen wird anscheinend Van Dusen auch nicht zugetraut dies alleine zu bewerkstelligen und somit wird noch ein anderer großer Detektiv seiner Zeit zu Rate gezogen.

 

Und genau dadurch bezieht die Geschichte ihren Reiz. Zwar mussten wohl aus rechtlichen Gründen die Namen geändert werden, aber wer sich hinter Shemlock Homes und Dr. Watts verbirgt, dürfte wohl auf der Hand liegen. Die Geschichte selber ist nicht mal sonderlich spannend und doch macht es auch für den Zuhörer Spaß die knifflige Aufgabe zu lösen - nämlich wie Lord Chesterfield aus einem geschlossenen Raum, der zudem noch von einer Wache geschützt wurde, verschwunden ist. „Wettbewerb der Detektive“ ist aber immer dann ein Hochgenuss, wenn Homes und Van Dusen aufeinander treffen und auf launische Art und Weise sich wie kleine Jungs aufführen. Angeber eben, aber auch hochbegabte.

 

Die Auflösung ist natürlich wieder einigermaßen überraschend und so ganz nebenbei erfindet Van Dusen ein Instrumentarium, welches Kriminologen in den vergangenen Jahrzehnten einsetzten: den Lügendetektor. König Edward VII. kommt auch eine ganz besondere Rolle zu und manchmal ist das Leben am Hofe auch öde und langweilig, aber das wiederum ist wohl eine andere Geschichte. Und es ist auch nicht alles Hund, was in die Stöcke beißt...

 

Natürlich dürfen auch hier die Kommentare zum Schluss nicht fehlen und so kann der geneigte Zuhörer noch mal nachverfolgen, wie es zu dem Duell der beiden eitlen Köpfe kam und warum der englische Meisterdetektiv nicht beim Namen genannt werden durfte. So ganz historisch uninteressant ist „Wettbewerb der Detektive“ auch nicht und doch hat diese Groteske doch nichts mit der Realität zu tun. Wie das sein kann? Die Bonussektion klärt es auf.

 

Fazit: Wie es bei der Van Dusen Reihe so üblich ist, lebt auch das neuerliche Hörspiel von den schrulligen Charakteren. Gerade wenn die beiden größten Detektive ihrer Zeit aufeinandertreffen ist das ein Hochgenuss. Die eigentliche Geschichte und der Fall um den verschwundenen Innenminister gerät dabei glatt zur Randnotiz. Aber das macht nichts, denn die knappe Stunde Van Dusen ist mal wieder sehr kurzweilig!

Van Dusen: Whisky In Den Wolken (7)

Van Dusen: Whisky In Den Wolken (7)

Folgenreich/Universal

VÖ: 13.04.2012

 

Wertung: 7/12

 

Prof. Dr. Dr. Dr. Augustus Van Dusen und Hutchinson Hatch befinden sich immer noch auf ihrer Weltreise. Diesmal geht es in die schönen Highlands nach Schottland. Natürlich wird es auch diesmal wieder nichts mit Ruhe und Entspannung. Land und Leute lernt die Denkmaschine natürlich wieder durch einen Mord kennen. Der treue Begleiter und Reporter Hatch ist ihm mal wieder eine große Hilfe – mehr oder weniger.

 

Wie es sich für ein Hörspiel, welches sich in Schottland zuträgt gehört, beginnt die Geschichte mit der Hymne „Scotland – The Brave“. Danach ist man schon mittendrin und der Mord, der die Geschichte zu „Whisky in den Wolken“ in Gang bringt, passiert. Leider geht die Spannungskurve danach auch gleich wieder runter und es gibt eine Art Rückblende. Man darf als Zuhörer zunächst den Tischgesprächen von Sir Hector MacMurdock, seinem Bruder James MacMurdock und den Gästen lauschen. Das zieht sich dann über zehn Minuten wie der sprichwörtliche Kaugummi. Die ständige Dudelsackmusik im Hintergrund mag zwar nett gemeint sein und soll für die entsprechende Stimmung sorgen, nervt aber leider auch.

 

Am nächsten Tag soll auf Schloss Glenmore der spektakuläre Start eines Heißluftballons zur Atlantiküberquerung stattfinden. Soweit so gut, wenn das Ding nicht schon nach 1000 Metern explodieren würde. Sir Hector kommt dabei auf tragische Weise zu Tode. Als Preisgeld für die Überquerung waren übrigens 50.000 Pfund ausgelobt worden. Einstweilen löste sich alles in Rauch auf und Dynamit, falsche Bärte, Perücken, Brillen bzw. Kneifer, Pistolen aus dem wilden Westen, Streitäxte und Inspektor Smiley spielen fortan eine Rolle...

 

Jetzt befindet sich die Geschichte auch wieder auf bekanntem Terrain, sprich, der Plot ist auch entsprechend trickreich und spannend. Die Auflösung ist einigermaßen gelungen und die Denkmaschine läuft wieder auf Hochtouren. Van Dusen kann hier auch mal wieder seine wissenschaftliche Seite voll und ganz ausleben.

 

Fazit: „Whisky in den Wolken“ ist ein solides Hörspiel der Van Dusen Reihe. Nach einem etwas zähen Beginn entwickelt sich die Geschichte um einen Ballon, mit dem der Atlantik überquert werden soll und in Schottland spielt, doch recht kurzweilig und lebt mal wieder von den schön in Szene gesetzten Charakteren.

 

Text: Torsten Schlimbach

Van Dusen: Die Perlen der Kali (6)

Van Dusen: Die Perlen der Kali (6)
Folgenreich/Universal
VÖ: 13.01.2012

 

Wertung: 8,5/12


Das neue Jahr fängt ja gut an. Die Nachweihnachtszeit ist bestens dafür geeignet, sich mal wieder einem Krimirätsel hinzugeben. Prof. Dr. Dr. Dr. Augustus Van Dusen meldet sich mit „Die Perlen der Kali“ zurück und der geneigte Hörer und Fan kann sich mit ihm an die Lösung des Rätsels – sprich Fall – machen. Dieser ist wieder knifflig und erst nach und nach kommt etwas Licht in die Dunkelheit. „Die Perlen der Kali“ stellen zudem ein Novum dar, denn Van Dusen ermittelt diesmal nicht im Dunstkreis von New York.

Prof. Dr. Dr. Dr. August Van Dusen ist im wahrsten Sinne des Wortes ausgebrannt. Im Hörspiel wird dies schlicht und ergreifend überarbeitet genannt. Das Thema beherrscht ja momentan immer wieder die Medien, Stichwort Burn Out. Beiläufig wird übrigens noch der Missbrauch von Valium für die Auszeit von Van Dusen fallengelassen. Die Van Dusen Hörspiele reißen so nebenbei auch immer wieder die Probleme der Gesellschaft und deren Auswirkung an.

Doch worum geht es? Im Jahre 1903 macht sich der Wissenschaftler und Amateurkriminologe Van Dusen und sein treuer Freund und Chronist Hutchinson Hatch auf mit der S.S. Columbia die Meere und die Welt zu erkunden. Mit einem illustren Querschnitt der feinen Gesellschaft finden sich unsere beiden Helden am Kapitänstisch wieder. Wie es der Titel verrät, spielen wertvolle Perlen eine Rolle. Auf einem Kostümball werden diese gestohlen und es dauert nicht lange, bis auch ein Mord passiert. Dies ruft natürlich die Denkmaschine auf den Plan, der dem trotteligen Borddetektiv unter die Arme greift. Van Dusen hat den Fall natürlich längst gelöst, während alle anderen noch im Unklaren sind – einschließlich der Hörer.

Die Figuren sind mal wieder liebevoll ausgearbeitet und die Sprecher machen ihre Sache vorzüglich. Die humorvolle Gestaltung macht die Geschichte zusätzlich zu einem besonderen Genuss. Autor Michael Koser hat die Geschichte alleine verfasst und für das Radio bearbeitet. Van Dusen und Hatch auf eine Weltreise zu schicken ist ein hervorragender Schachzug. So ganz nebenbei wird das Schiff durch Eisberge geschleust und als unsinkbar beschrieben. Van Dusen-Schöpfer Jacques Futrelle kam vor fast 100 Jahren mit einem unsinkbaren Schiff ums Leben...

Fazit: „Die Perlen der Kali“ ist eine sehr schön ausgearbeitete Geschichte rund um die Denkmaschine Prof. Dr. Dr. Dr. Van Dusen. Die liebevolle Gestaltung ist ein Hochgenuss. Als Hörer hat man Spaß daran mit dem Professor und Hatch auf Verbrecher- und Mörderjagd zu gehen. Die Auflösung ist dabei auch einigermaßen überraschend und schlüssig. Van Dusen auf Reisen darf gerne wiederkommen...

Text: Torsten Schlimbach

Van Dusen: Stirb Schön Mit Shakespeare (5)

Van Dusen: Stirb Schön Mit Shakespeare (5)

Folgenreich/Universal

VÖ: 07.10.2011

 

Wertung: 7/12

 

Es ist wieder soweit, Professor Dr. Dr. Dr. Augustus Van Dusen ist im Einsatz. Diesmal haben wir es gleich in mehrfacher Hinsicht mit einem künstlerisch wertvollen Hörspiel zu tun. In dieser Folge wird nicht nur wieder ein Kriminalfall gelöst, sondern es geht auch raus auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Willkommen in der Welt von Shakespeare! Shakespeare? Ja, richtig gelesen! Die Aufführung von „Wie Es Euch Gefällt“ spielt nämlich eine zentrale Rolle.

 

Das Stück wird im New Yorker Garrick-Theater vorgestellt und plötzlich fehlt die Hauptdarstellerin. Belinda Belmont war doch eben noch da! Tja, nun ist sie wie vom Erdboden verschluckt. Gut, dass Hutchinson Hatch zugegen war und gleich mal mit der Zeugenbefragung beginnen kann. Oder kommt er nur seiner Pflicht als Reporter nach? Die Grenzen sind jedenfalls fließend. Warum das alles so einfach geht und er am Tatort ungehindert ermitteln kann, sollte man besser nicht hinterfragen. Detective-Sergeant Caruso tappt sowieso mal wieder im Dunkeln. Nur Van Dusen hat den Durchblick und den Fall längst gelöst, während die anderen noch komplett ahnungslos sind...

 

Die Ausstattung des Hörspiels ist mal wieder sehr liebevoll umgesetzt worden und wenn man das Knacken des Kaminfeuers bei Van Dusen hört, ist man als Zuhörer ganz dicht am Geschehen dran und man sieht den Professor förmlich in seinem Ohrensessel sitzen. Die launische Unterredung zwischen ihm und Hatch sind natürlich höchst unterhaltsam und die Rückblicke sind da quasi das Salz in der Suppe. Der Spaß ist dabei garantiert, was man nicht unbedingt von der Spannung sagen könnte. Diese ist nämlich kaum vorhanden und in dieser Hinsicht zieht sich das Hörspiel wie Kaugummi dahin. Allerdings lebt die Serie natürlich auch von der Ruhe und den Charakteren und da ist „Stirb Schön Mit Shakespeare“ natürlich wieder ein Treffer ins Schwarze.

 

Fazit: Wer Wert auf sorgsam ausgearbeitete Charaktere legt und bei einem Kriminalhörspiel gut und gerne nicht auf die Spannungsmomente achtet, wird mit dieser fünften Van Dusen Runde wieder bestens bedient! In einer Art Bonus-Track kann man dann noch mal ein paar O-Töne der Köpfe dahinter hören und wie es zu der Beteiligung eines berühmten deutschen Schauspielers kam. Alles in allem wieder eine nette Geschichte...

 

Text: Torsten Schlimbach

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