Yngwie Malmsteen: Blue Lightning

Yngwie Malmsteen: Blue Lightning

Mascot Label Group/Rough Trade

VÖ: 29.03.2019

 

Wertung: 7/12

 

Yngwie Malmsteen wird von den einen vergöttert und von den anderen gehasst. Der Mann ist ein Gitarrenhexer und ein Virtuose auf den sechs Saiten, wie nur wenige andere. Während seiner nun fast schon vier Jahrzehnte andauernden Karriere hat der Mann die Gemüter immer wieder gespalten und erhitzt. Pures Können ist halt für manche auch eher ein rotes Tuch, wenn eben selbiges immer in das Schaufenster gestellt wird. Jetzt hat sich Malmsteen auf ein ganz spezielles Projek eingelassen. Eingelassen deshalb, weil die Idee dazu von seinem Label kam.  „Blue Lightning“ ist ein reines Coveralbum.

 

Dieses Album erzählt aber auch die Geschichte des Musikers Yngwie Malmsteen. Der Mann hatte schon immer ein Faible für den Blues. Und wie alle Gitarrenschüler, hat er einst mit „Smoke On The Water“ angefangen. So ist es natürlich konsequent, dass er die Nummer auch für „Blue Lightning“ aufgenommen hat. Es finden sich jede Menge Songs unter den Tracks, die jeder, aber auch wirklich jeder mit einem kleinen Hang für Gitarrenmusik kennen sollte.

 

Die Stärke des Albums ist die Art der Interpretation. Malmsteen hat die Nummern nicht nur nachgespielt, sondern selbigen auch seinen Stil mit auf den Weg gegeben. „Foxey Lady“ von Hendrix wird da einigermaßen vom Bass getrieben, ist auf Seiten der Gitarre dafür cleaner im Sound. Und ausufernder und schneller. Malmsteen-Style halt. „Demon´s Eye“ wird gar zum Hardrock-Blues. Gut, „Paint It Black“ ist auch drauf, geht aber einigermaßen in die Hose. Es mangelt einfach an Gefühl dafür. Ganz schlimm wird es bei „While My Guitar Gently Weeps“. Die Beatles sollte man eh nicht covern, aber das hier ist echt eine Zumutung. Gerade dieser Song funktioniert nur, wenn er eben mit sehr viel Gefühl gespielt wird. Umso überraschender ist „Smoke On The Water“ ausgefallen. Malmsteen trotzt dem Song eine Seite ab, die regelrecht wie eine Frischzellenkur wirkt.

 

Fazit: „Blue Lightning“ ist ein nettes Coveralbum geworden. Die bekannten Hits werden in den Malmsteen-Schläuchen präsentiert! Das haut mal mehr, mal weniger gut hin. Es ufert nicht ganz so aus, wie man es von Malmsteen auch kennt. Es hat aber auch weit weniger mit dem Blues zu tun, wie es der Künstler gerne hätte. Es mangelt einfach – trotz der Perfektion – hin und wieder an Gefühl. Technik ist nun mal nicht alles!

 

www.yngwiemalmsteen.com

 

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