Within Temptation: Resist

Within Temptation: Resist

Universal

VÖ: 01.02.2019

 

Wertung: 7,5/12

 

Was den Fortbestand von Within Temptation betrifft, sah es wohl nicht so gut aus. Eine neue Richtung musste her. Jetzt sagt Frontfrau Sharon den Adel, dass es ohne das siebte Studioalbum und den neu eingeschlagenen Weg, die Band nicht mehr geben würde. „Resist“ ist somit einstweilen die Rettung. Und was für eine! Es ist zwar nicht schwer, die vorherigen sechs Alben in die Schranken zu weisen, aber trotzdem hebt sich „Resist“ ganz deutlich von seinen Vorgängern ab.

 

„Resist“ ist ein dunkles Werk. Mitunter schlägt die Band einen futuristischen Weg ein und malt ein düsteres, musikalisches Bild. Mit dem krachenden und bombastischen „The Reckoning“ manifestiert sich zu Beginn auch gleich die neue Ausrichtung. Endlich schafft es mal eine Band elektronische Elemente und Heavy Rock miteinander perfekt zu vereinen. Der Gesang ist zudem auch sehr zielorientiert und schwingt sich kaum noch in diese unangenehmen Opern-Höhen. Das passt dann meistens sogar, wie bei der Eröffnung des Songs „Endless War“. „Raise Your Banner“ oder „Supernova“ sind vom Titel ja schon derart programmatisch, dass dann musikalisch auch einiges kommen muss, damit es glaubwürdig wird. Und Within Temptation liefern grandios ab.

 

Klar, „Resist“ ist bombatisch aufgeblasen, aber das war bei diesem Konzeptalbum auch nicht anders zu erwarten. Das und auch den sinfonischen Ansatz muss man mögen. Bei „Holy Ground“ kommt dann auch noch deutlich hörbar der Pop Einluss dazu. Die dezent elektronisch angehauchte Ballade „In Vain“ ist erstaunlich unkitschig. Der Refrain verbreitet ein Fernost-Flair. Die weitere Ballade „Firelight“ wirkt gar wie ein Song einer dieser Serien - bevorzugt mit Drachen. „Mad World“ hat Hitpotenzial, was auch für den letzten Track „Trophy Hunter“ gilt. Es ist gut, dass das normale Album nach zehn Songs beendet wird. Das ist genau die richtige Länge für diese düstere, musikalische Reise.

 

Fazit: Within Temptation haben mit „Resist“ das beste Album ihrer Karriere aufgenommen. Die Mischung aus elektronischen Elementen und Heavy Rock mit einer großen Portion Bombast ist sehr ausgewogen und harmoniert perfekt zusammen. Mit diesem Werk überholen Within Temptation alle anderen sinfonischen Rockbands und sehen selbige nur noch im Rückspiegel.

 

http://www.within-temptation.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Within Temptation: Hydra

Within Temptation: Hydra

Sony/GoodToGo

VÖ: 31.01.2014

 

Wertung: 6/12

 

Within Temptation lassen mit ihrem neuen Album alle Kritiker wissen, dass sie unbesiegbar sind. Der gewählte Albumtitel kann durchaus als Kampfansage verstanden werden. Dem schlangenartige Monster Hydra der griechischen Mythologie ist der Legende nach kaum beizukommen. Schlägt man dem Ungeheuer den Kopf ab, dann wachsen an dieser Stelle zwei neue nach. Ähnliches gilt auch für Within Temptation. Die niederländische Band musste im Verlaufe ihrer Karriere schon viele Niederschläge einstecken und die Presse fand auch nicht immer nette Worte. Intern hatten „Within Temptation“ auch mit vielen Querelen zu kämpfen und so kamen und gingen die Musiker. Besonders die Fluktuation hinter dem Schlagzeug war immens hoch. Mit „Hydra“ soll nun auch musikalisch ein Ausrufezeichen gesetzt werden!

 

Wo Within Temptation sind, ist der Bombast auch nicht weit entfernt. Breitwandsound wohin das Ohr auch hört. Schicht auf Schicht türmt sich auf. Immerhin haben Within Temptation sich auf gewisse Art und Weise ein eigenes Universum geschaffen, denn Musik und Gesang lassen im Zusammenspiel sofort erkennen wer hier so dick aufträgt. Auf „Hydra“ sind die Keyboardflächen wieder sehr präsent. Da können sich bei „Covered By Roses“ noch so die Gitarren durch das Gebälk fräsen, die Tasteninstrumente gewinnen hier schnell die Oberhand. Dazu gesellen sich noch ein paar sinfonische Klänge und dann ist das Potpourri aus Klassik, Musical, Pop und Metal perfekt. Bei „Dog Days“ kommt dann auch noch das Element der Powerballade hinzu. Da werden die Herzen wieder dahin schmelzen. Man muss aber schon hart im Nehmen sein um diesem dick aufgetragenen Bombast etwas abzugewinnen. Orchester-Pop galore.

 

„Hydra“ lebt ein Stückchen aber auch von den beteiligten Gästen. Nach dem amtlichen Auftakt mit „Let Us Burn“ ist es Howard Jones von Killswitch Engange, der „Dangerous“ in ein rockiges Gewand drückt. Das Zusammenspiel mit Sharon haut aber erstaunlich gut hin. Einer der schnellsten Songs des Albums. Mit „And We Run“ wagen sich Within Temptation sogar an den Crossover heran. Mit Xzbit haben sie dafür auch genau den richtigen Mann in ihr Boot geholt. Zunächst startet die Nummer noch als sinfonische Powerballade durch, bis Xzbit mit seinem Rappart dafür sorgt, dass die ausgetretenen Pfade mal verlassen werden. Trotzdem kann man den Songs natürlich bedenkenlos im Radio spielen, verschreckt wird damit keiner.

 

Bei „Paradise (What About Us?)“ gibt es dann das Treffen der beiden Frauenstimmen, die dieses Genre nachhaltig definiert haben. Tarja Turunen passt da wie die berühmte Faust auf das Auge. Spannend ist das trotzdem nicht gerade – alles wie gehabt. Daran ändert sich bis Schluss auch nicht mehr viel, da nützt auch der Versuch mit „Tell Me Why“ ein paar Gitarrensalven abzufeuern recht wenig. Der überraschendste Song kommt dann auch am Ende. „Whole World Is Watching“ fährt dann die alte Soul Asylum-Röhre Dave Pirner auf. Der Sound wurde ein bisschen entschlackt. Ein Hauch von HIM weht da durch die Szenerie. Trotzdem ist diese Ballade schmalzig und kitschig und man muss Angst um seine Boxen haben.

 

Fazit: Wer Within Temptation kauft und bucht, weiß was er bekommt. Dies ist auf dem neuen Album im Grunde nicht sonderlich anders. Wer eine Vorliebe für Breitwandsound hat und aufgetürmte Schichten ganz prickelnd findet, wird die neuen Songs schnell in sein Herz schließen. Die Weiterentwicklung dieser Band ist seit den Anfängen aber sowieso nur von marginaler Bedeutung. Klassische Elemente, sinfonische Klänge und natürlich die berühmten Metal-Einlage geben sich die Klinke in die Hand. Dazu eine dicke Produktion und fertig ist die Soße. Die Gäste sind da das Salz in der Suppe – immerhin. Das stört Within Temptation aber sowieso alles nicht, denn sie sind schließlich unverwundbar. „Hydra“ eben.

 

http://www.within-temptation.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch