Within Temptation: Hydra

Within Temptation: Hydra

Sony/GoodToGo

VÖ: 31.01.2014

 

Wertung: 6/12

 

Within Temptation lassen mit ihrem neuen Album alle Kritiker wissen, dass sie unbesiegbar sind. Der gewählte Albumtitel kann durchaus als Kampfansage verstanden werden. Dem schlangenartige Monster Hydra der griechischen Mythologie ist der Legende nach kaum beizukommen. Schlägt man dem Ungeheuer den Kopf ab, dann wachsen an dieser Stelle zwei neue nach. Ähnliches gilt auch für Within Temptation. Die niederländische Band musste im Verlaufe ihrer Karriere schon viele Niederschläge einstecken und die Presse fand auch nicht immer nette Worte. Intern hatten „Within Temptation“ auch mit vielen Querelen zu kämpfen und so kamen und gingen die Musiker. Besonders die Fluktuation hinter dem Schlagzeug war immens hoch. Mit „Hydra“ soll nun auch musikalisch ein Ausrufezeichen gesetzt werden!

 

Wo Within Temptation sind, ist der Bombast auch nicht weit entfernt. Breitwandsound wohin das Ohr auch hört. Schicht auf Schicht türmt sich auf. Immerhin haben Within Temptation sich auf gewisse Art und Weise ein eigenes Universum geschaffen, denn Musik und Gesang lassen im Zusammenspiel sofort erkennen wer hier so dick aufträgt. Auf „Hydra“ sind die Keyboardflächen wieder sehr präsent. Da können sich bei „Covered By Roses“ noch so die Gitarren durch das Gebälk fräsen, die Tasteninstrumente gewinnen hier schnell die Oberhand. Dazu gesellen sich noch ein paar sinfonische Klänge und dann ist das Potpourri aus Klassik, Musical, Pop und Metal perfekt. Bei „Dog Days“ kommt dann auch noch das Element der Powerballade hinzu. Da werden die Herzen wieder dahin schmelzen. Man muss aber schon hart im Nehmen sein um diesem dick aufgetragenen Bombast etwas abzugewinnen. Orchester-Pop galore.

 

„Hydra“ lebt ein Stückchen aber auch von den beteiligten Gästen. Nach dem amtlichen Auftakt mit „Let Us Burn“ ist es Howard Jones von Killswitch Engange, der „Dangerous“ in ein rockiges Gewand drückt. Das Zusammenspiel mit Sharon haut aber erstaunlich gut hin. Einer der schnellsten Songs des Albums. Mit „And We Run“ wagen sich Within Temptation sogar an den Crossover heran. Mit Xzbit haben sie dafür auch genau den richtigen Mann in ihr Boot geholt. Zunächst startet die Nummer noch als sinfonische Powerballade durch, bis Xzbit mit seinem Rappart dafür sorgt, dass die ausgetretenen Pfade mal verlassen werden. Trotzdem kann man den Songs natürlich bedenkenlos im Radio spielen, verschreckt wird damit keiner.

 

Bei „Paradise (What About Us?)“ gibt es dann das Treffen der beiden Frauenstimmen, die dieses Genre nachhaltig definiert haben. Tarja Turunen passt da wie die berühmte Faust auf das Auge. Spannend ist das trotzdem nicht gerade – alles wie gehabt. Daran ändert sich bis Schluss auch nicht mehr viel, da nützt auch der Versuch mit „Tell Me Why“ ein paar Gitarrensalven abzufeuern recht wenig. Der überraschendste Song kommt dann auch am Ende. „Whole World Is Watching“ fährt dann die alte Soul Asylum-Röhre Dave Pirner auf. Der Sound wurde ein bisschen entschlackt. Ein Hauch von HIM weht da durch die Szenerie. Trotzdem ist diese Ballade schmalzig und kitschig und man muss Angst um seine Boxen haben.

 

Fazit: Wer Within Temptation kauft und bucht, weiß was er bekommt. Dies ist auf dem neuen Album im Grunde nicht sonderlich anders. Wer eine Vorliebe für Breitwandsound hat und aufgetürmte Schichten ganz prickelnd findet, wird die neuen Songs schnell in sein Herz schließen. Die Weiterentwicklung dieser Band ist seit den Anfängen aber sowieso nur von marginaler Bedeutung. Klassische Elemente, sinfonische Klänge und natürlich die berühmten Metal-Einlage geben sich die Klinke in die Hand. Dazu eine dicke Produktion und fertig ist die Soße. Die Gäste sind da das Salz in der Suppe – immerhin. Das stört Within Temptation aber sowieso alles nicht, denn sie sind schließlich unverwundbar. „Hydra“ eben.

 

http://www.within-temptation.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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