Walter Trout: Survivor Blues

Walter Trout: We´re All In This Together

Mascot Label Group/Rough Trade

VÖ: 01.09.2017

 

Wertung: 8/12

 

Walter Trout meldet sich mit „Survivor Blues“ zurück und schreitet durch eine neue Tür. Nach einigen Soloalben, auf denen er seine fast tödliche Lebererkrankungen thematisierte, ist nun die Zeit für neue Dinge und neue Themen gekommen.

Walter Trout ist einmal mehr das Herz der aktuellen Blues-Szene. Jetzt hat sich der Mann fast vergessene Blues-Nummern vorgenommen und selbigen neues Leben eingehaucht. Es geht dabei um alte Bluessongs, die bisher selten oder noch nie gecovert worden sind.

 

Wer den Blues liebt und schon ein paar Winter hat kommen sehen, wird die hier versammelten Songs vielleicht auf dem Schirm haben, aber selbst ein Großteil seiner Fans wird vermutlich mit Jimmy Dawkins („Me, My Guitar And The Blues”), Sunnyland Slim („Be Careful How You Vote”), Otis Rush („It Takes Time”), Luther Johnson („Woman Don’t Lie”), J.B. Lenoir („God’s Word”), Hound Dog Taylor („Sadie”) und Mississippi Fred McDowell („Goin’ Down To The River”) nichts anfangen können. Mit einer Neuinterpretation des Mayall-Stückes „Nature’s Disappearing” zieht Trout auch mal wieder den Hut vor seinem Freund John Mayall.

 

Aufgenommen wurde „Survivor Blues” mit Produzent Eric Corne in Los Angeles, im Studio des früheren The-Doors-Gitarristen Robby Krieger. Die alten Blues-Nummern wurden für dieses Album gänzlich neu arrangiert. „Please Love Me“ hat dabei ganz deutlich den typischen Trout-Stil abbekommen. Man hört zudem den Spaß, den Trout im Studio gehabt haben muss. Betrachtet man das reine Gitarrenspiel, dann hätte Gary Moore „Nature´s Disappearing“ und besonders den hemdsärmeligen Hardrockansatz von „Red Sun“ wahrscheinlich auf eine ähnliche Art und Weise interpretiert.

 

Der Einstieg in das Album ist mit „Me My Guitar And The Blues“ bewusst langsam gewählt. Der Titel spiegelt dabei auch irgendwie das Befinden von Trout wieder. Bei dieser Nummer kriegt man auch eindrucksvoll gezeigt, dass der Mann auch ein ganz passabler Sänger ist! „Be Careful How You Vote“ stampft und rockt direkt danach alles in Grund und Boden, dass es nur so eine Freude ist. Das mag an der einen oder anderen Stelle altbacken und nach Festzelt klingen, macht aber trotzdem verdammt noch mal Laune. Den puren Blues gibt es mit „Something Inside Of Me“. Die Bar-Version dann mit „It Takes Time“. Da Trout eh schon mal im Studio von Robby Krieger war, hat selbiger dann bei „Goin´ Down To The River“ ausgeholfen. „God´s Word“ ist zum Schluss noch mal klassisch und langsam stampfend – ein würdiger Abschluss!

 

Fazit: „Survivor Blues“ ist ein gutes und rockiges Blues-Coveralbum. Walter Trout hat sich für jeden Song ein tolles Arrangement überlegt und die Songs somit auch ein Stück zu seinen gemacht. Die Musik biedert sich nirgendwo an und ist genau aus diesem Grund so zeitlos.

 

https://www.waltertrout.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch