The Kelly Family: 25 Years Later

The Kelly Family: 25 Years Later

Universal

VÖ: 25.10.2019

 

Wertung: 6,5/12

 

Vor 25 Jahren feierte die Kelly Family mit „Over The Hump“ ihren ganz großen Durchbruch. Das Album hievte die Familienband in den Status von Superstars. Was einst als Straßenmusiker anfing, endet in den größten Arenen der Republik. Auch unsere Nachbarländer entdeckten ihre Liebe für die Kelly Family und somit wurde die Kapelle zu einem europaweiten Phänomen. Eigentlich wird zu solchen Jubiläen ja gerne eine überarbeitete und erweiterte Edition des „Albums“ veröffentlicht. Die Kelly Family haut nun allerdings ein neues Werk raus, welches aus neuen Songs, vier überarbeiteten Stücken vom „Over The Hump“-Album und Tracks, die in den Archiven schlummerten, besteht. Dies sind dann in der Summe 16 Songs, die das Album „25 Years Later“ ergeben.

 

„25 Years Later“ hat jetzt nicht unbedingt einen roten Faden. Da gibt es irische und keltische Klänge zu hören, spanische Elemente wurden ebenfalls eingewoben und dann hat auch noch jedes Familienmitglied irgendwie einen eigenen Auftritt oder großen Moment. Pop, Folk, Balladen und Pseudorock – all das findet man auf „25 Years Later“.

 

Barby, Maite und Paddy hatten keinen Bock auf die neuerliche Familiensause. Der Rest ist dabei. „Over The Hump“ eröffnet den Songreigen. Zu melancholischen Popklängen erzählt die Band im Grunde noch mal, wie es damals war. „Fire“ – jetzt mit weiblichem Gesang – rockt und folkt ein bisschen. Der Refrain schwillt dann zu dem großen Chor an. So kennt man die Kelly Family. Das ist aber nicht unbedingt schlecht. „El Camino“ ist eine wunderschöne Ballade, die sich sehr zurücknimmt und ohne Kitsch auskommt – die beste Nummer auf dem Album. „Once In A While“ ist leider belangloser Folkkitsch. „We Had A Dream“ klingt so, wie man sich einen Song der Kelly Family mit diesem Titel so vorstellt. Auch das ist nicht verkehrt.

 

Auffallend ist, dass die erste Hälfte wesentlich stärker als die zweite ist. So einen Schunkelsong wie „If You Love Me“ kann man sich kaum geben. Noch schlimmer ist „Made Of Gold“ und bei „Santa Maria“ kräuseln sich die Fußnägel hoch.

 

Fazit: „25 Years Later“ ist ein Album mit neuen Songs der Kelly Family und eine Art Bestandsaufnahme. 25 Jahre nach dem großen Erfolg mit „Over The Hump“ versucht die Familie noch mal an damals anzuknüpfen. Mal möchte man den Mantel des Schweigens darüber ausbreiten, anderes wiederum ist gar nicht verkehrt. Fans werden das Album lieben, neue Anhänger kommen vermutlich nicht dazu. Also alles im Lot.  

 

http://www.kellyfamily.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

The Kelly Family: We Got Love – Live At Loreley

The Kelly Family: We Got Love – Live At Loreley

Universal

VÖ: 16.11.2018

 

Der Kelly Family ist bekanntlich das Comeback geglückt. Das Album dazu konnte aus dem Stand die Chartsspitze erobern. Die Tour war ebenfalls ein voller Erfolg. Mehr als 400.000 Menschen wollten die Kelly Family auf der „We Got Love“-Tour sehen. Das Finale fand in der wundervollen Location der Loreley statt. Die Freilichtbühne hatte die Kelly Family am 24. und 25. August zu Gast. 1995 trat die Band schon mal während „Over The Hump“ dort auf. Selbstverständlich musste das Ereignis nun auch für Nachwelt festgehalten werden. Die verschiedenen Konfigurationen lassen sicher kaum Wünsche offen.

 

Die Fans von früher gehen mittlerweile mit dem eigenen Nachwuchs zu den Konzerten. Das Gekreische ist immer noch so groß wie es damals war - das wird beim Auftakt „Thunder“ schnell deutlich. „No Lies“ oder „I Can´t Help Myself“ sind ja noch annehmbar, aber „Come Back To Me“ ist so eine Nummer, da rollen sich die Fußnägel auf. Der Gesang geht gar nicht. Man kann der Band zumindest nicht vorwerfen, dass die Musik nicht auch wandelbar wäre. „First Time“ ist ja bester Schunkelschlager, während das schmissige „Key To My Heart“ so ein bisschen rockt. „Fell In Love With An Alien“ animiert dann ordentlich zum Mitsingen. Das traditionelle „Loch Lomond“ wird von Paul Kelly wirklich sehr gut gesungen. Die Ballade „The Rose“ ist ebenfalls wunderbar instrumentiert. Das unterscheidet die Kelly Family von vielen anderen Acts, denn die hier darf man durchaus als Musiker betiteln, die auch ihre Instrumente beherrschen.

 

Es gibt aber auch immer mal einen anstrengenden Song wie „Sick Man“ auf die Ohren. Und wer macht heutzutage noch Drum Solos? Die Kelly Family gehört dazu,. Die Stimmung ist jedenfalls bestens. Der Balladenanteil ist in der Mitte der Aufnahme sehr groß. „Please Don´t Go“ fällt in dieses Raster, aber auch „Madre Tan Hermosa“. Da kommt das rockige „The Wolf“ dazwischen genau richtig. Zu „An Angel“ muss man ja sowieso nicht viel sagen oder schreiben. Die Band ist immer dann gut, wenn sie den irischen Wurzeln freien Lauf lässt. Das muss selbst der größte Kelly-Verachter anerkennen. Und so ein Ding wie „Good Neighbor“ sollte jedem Kölner Karnevalist sowieso ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Das gilt übrigens auch für den Partykracher „Take My Hand“. „Who´ll Come With Me (David´s Song)“ und „Brothers And Sisters“ sind die melancholischen Finalsongs, die nicht nur vor Ort für ein paar Tränen im Knopfloch sorgen.

 

Fazit: „We Got Love – Live At Loreley“ ist für Fans eine ganz tolle Erinnerung an die Auftritte der Kelly Family auf der Freilichtbühne der Loreley. Wer die Kapelle damals mochte, wird sie auch heute immer noch lieben. Das ist durchaus vielfältig und hat hin und wieder auch seine Momente für Nichtfans.

 

http://www.kellyfamily.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch