The Damned: Damned Damned Damned

The Damned: Damned Damned Damned

BMG/ADA

VÖ: 17.02.2017

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Die britische Punkband The Damned schrieb einst Musikgeschichte und hat enormen Einfluss auf viele amerikanische Bands ausgeübt. Von Institutionen wie Black Flag und den Bad Brains bis hin zu Green Day und Guns ´N´ Roses berufen sich viele Kapellen auf The Damned. Die Beatsteaks coverten ebenfalls schon diese Band. In vielerlei Hinsicht leisteten die Briten Vorarbeit. Mit „New Rose“ wurde die erste Single einer Punkband veröffentlicht, zudem war es die erste Formation, die in den USA auf Tour ging und das Debüt war das erste Punkalbum auf dem Label Stiff Records in England. Jetzt erscheint „Damned Damned Damned“ in neuem Glanz in einer neuen Edition.

 

Vor 40 Jahren wurde die Platte am 18. Februar 1977 veröffentlicht. BMG hat für solche Wiederveröffentlichungen mittlerweile ein bewährtes Format gefunden. Das stabile Deluxe Hard Back Book-CD-Format macht schon einen sehr hochwertigen Eindruck. Das 28-seitige Booklet enthält zudem neue Liner Notes des Journalisten John Ingham, und sehr viele s/w Fotos. Jetzt kann man natürlich die Frage stellen, ob das noch Punk ist. Ja, ist es! Es geht ja um die Musik und die Haltung. Abgesehen davon steht ja hinter jeder offiziellen Veröffentlichung auch ein kommerzieller Gedanke – das war nämlich auch vor 40 Jahren schon so. Die Musik wurde neu remastered, was aber natürlich völlig für die Tonne ist. Der Sound ist immer noch puristisch bis zum Dorthinaus. Punkrock eben. Der Gesang steht im Vordergrund, dahinter sind die Instrumente gemischt, die wiederum alles niederwalzen.

 

Wie schön lärmt doch „I Feel Alright“ durch den Gemüsegarten. Voll auf die Zwölf. Ja, das macht immer noch Laune. Der Bass dürfte Lemmy gefallen haben. „New Rose“ ist natürlich ein Hit. Die unzähligen Coverversionen von namhafteren Bands können der Einspielung von The Damned aber zu keiner Zeit das Wasser reichen. Dave Vanian, Captain Sensible, Brian James und Rat Scabies waren da schon eine Schau für sich. Das messerscharfe „Neat Neat Neat“ ist ebenfalls ein ganz großes Ding der Punkkunst. Die Beatsteaks-Interpretation ist da letztlich nicht mehr als nett. Mit „Fan Club“ gibt es auf dem Album aber auch mal einen Song, der mit gedrosseltem Tempo daherkommt. „I Fall“ räumt ja wieder alles aus dem Weg und „Born To Kill“ oder „Fish“ sind mehr Punkrock als das komplette Album der Sex Pistols zusammen. „Feel The Pain“ erinnert dagegen an Lou Reed und The Velvet Underground.

 

Die neue Edition erscheint übrigens in der Reihe „The Art Of The Album“. Im Streaming-Zeitalter möchte man hier wieder den Fokus auf das Album als solches lenken und legen und feiert diese Kunstform. In dieser Reihe sollen Klassiker, die neue Wege in Konzept, Produktion, Songwriting oder in einem Genre einbrachten, präsentiert werden.

 

Fazit: Die psychedelische Punkkapelle The Damned schrieb britische Musikgeschichte. In vielerlei Hinsicht leisteten die vier Herren Pionierarbeit. Nun erscheint das Debüt „Damned Damned Damned“ in neuem Glanz. In Buchform, mit neuen Liner Notes und vielen Fotos ist das optisch sicherlich schon sehr gelungen. Die Musik ist zwar remastered, aber an der puristischen Urform hat sich nichts geändert. Warum die Truppe einen so großen Einfluss hatte, wird einem durch dieses Werk noch mal bewusst. Gehört in jede Musiksammlung!

 

http://www.officialdamned.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch