The Band: The Last Waltz - 40th Anniversary Edition

The Band: The Last Waltz - 40th Anniversary Edition

Rhino/Warner

VÖ: 11.11.2016

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

„The Last Waltz“ gilt als einer der besten Konzertfilme aller Zeiten. Das Ereignis fand bekanntlich an Thanksgiving im Jahre 1976 statt. Der Ballsaal des Winterland Theatre in San Francisco erwies sich als der perfekte Ort für den letzten Aufgalopp von The Band. Rick Danko, Levon Helm, Garth Hudson, Richard Mamel und Robbie Robertson standen allerdings nicht alleine auf der Bühne und wurden von zahlreichen Stars und Weggefährten begleitet. Es war ein Konzert der besonderen Art und sorgt nun auch vierzig Jahre später immer noch für Gänsehaut. Diesen besonderen Geburtstag nimmt man zum Anlass „The Last Waltz“ erneut zu veröffentlichen. Regisseur Martin Scorces hielt dies einst filmisch für die Nachwelt fest.

 

Nun wird das noch mal so richtig – wie heutzutage üblich – ausgeschlachtet. Es erscheinen gleich mehrere Konfigurationen und dies kurioserweise an zwei verschiedenen Daten. Am 11.11.2016 wird die hier zur Besprechung vorliegende 2 CD- und 6 LP-Version veröffentlicht. Am 9.12.2016 folgt dann noch eine auf 2.500 Exemplare limitierte Collector´s Edition. Da ist dann alles drin, was es gibt und was man – mehr oder weniger – braucht. Der Original-Soundtrack erscheint selbstverständlich mit neu gemastertem Audio von den Original-Mastertapes. Zum ersten Mal wird jetzt im Gesamtpaket der Film mit der Musik zusammengebracht.

 

„The Last Waltz“ ist nicht nur ein wichtiges Zeitdokument, sondern auch musikalisch herausragend. Über die Jahrzehnte verteilt gab es schon diverse Veröffentlichungen, Ergänzungen mit Bonusmaterial und immer mal wieder soundtechnisch angepasst. Ob die nun vorliegende Ausgabe tatsächlich noch mal eine Verbesserung zum Remastering von 2013 darstellt, kann mangels Vergleichsmöglichkeit nicht festgestellt werden. Nichtsdestotrotz ist das klanglich eine Offenbarung. Glücklicherweise hat man den Loudness War umschifft und lieber auf einen ganz fein austarierten Klang gesetzt. Das ist schon Feinschmeckerkost.

 

Die normale CD-Version ist bei der Aufmachung allerdings etwas dürftig ausgefallen. Das Booklet hat kaum nennenswert etwas zu bieten. Da werden die rudimentären Informationen zu den einzelnen Songs aufgelistet und die Credits abgedruckt, das war es dann im Prinzip auch schon. Es gibt zwar noch ein Vorwort von David Fricke, aber das ist ja fast unnötig zu erwähnen, denn mittlerweile kommt ja keine Wiederveröffentlichung eines Meilensteins ohne Liner Notes von Fricke aus. Der Mann ist eben auch Musikliebhaber und nebenbei ein renommierter Journalist.

 

Eric Clapton, Neil Diamond, Ronnie Hawkins, Dr. John, Joni Mitchell, Van Morrison, Muddy Waters und Neil Young – um nur einige zu nennen – bereichern hier als Musiker und Sänger die Szenerie. Selbstverständlich ist auch His Bobness gleich mehrfach dabei. Es fällt aber trotzdem schwer da einen Künstler herauszuheben. Das Gesamtergebnis ist einfach so stimmig und überragend, dass „The Last Waltz“ in wirklich keiner Musiksammlung fehlen darf.

 

Vielleicht gibt es ein paar Höhepunkte, die dann doch noch ein bisschen herausstechen. „Helpless“ von und mit Neil Young und Joni Mitchell geht schon unter die Haut. Dass Van Morrison ein herausragender Sänger ist, dürfte ja kein Geheimnis sein, aber die schmissige Version von „Caravan“ macht einen dann doch ein bisschen sprachlos. Dazu diese Gitarre und der Bass – ein Gedicht! „Manish Boy“ mit Muddy Waters und „Further On Up The Road“ mit Clapton sind ebenfalls eine kleine Offenbarung.

 

Als Bob Dylan die Bühne betritt, wird es natürlich auch magisch. „Baby Let Me Follow You Down“ rockt und so fordernd, angriffslustig und frisch wie bei „I Don´t Believe You (She Acts Like We Never Have Met)“ hat man Dylan selten gehört. „Forever Young“ klang damals musikalisch noch nicht so ausgelutscht und das geht dann – trotz einiger, gesanglicher Wackler – unter die Haut. Das große Finale gibt es mit dem obligatorischen „I Shall Be Released“.

 

Danach folgt „The Last Waltz Suite“. „The Well ist ein schön rockiges, teilweise psychedelisches Stück. Großes Ding! „Evangeline“ hat mit Emmylou Harrist eine weitere, große Dame des Musikgeschäfts als Duettpartnerin am Start. Das ist selbstredend grandios. „The Weight“ stellt auch eine Bereicherung dar. Ein Klassiker eben! Es endet alles, wie es begonnen hat, diesmal allerdings aufgrund des Orchesters etwas theatralisch und bombastisch mit „The Last Waltz“.

 

Fazit: Wer „The Last Waltz“ von The Band nicht kennt, hat ein großes Stück Musikgeschichte verpasst. Dieses letzte Manifest der Band gehört sowieso in jede vernünftige Musiksammlung! Wer da noch eine Lücke hat, sollte diese nun schnellstmöglich schließen und zu einer der 40th Anniversary Editions greifen. Da würde sich das Paket aus CDs und DVD/Blu-ray anbieten. Dies alles wird natürlich bei bestem Sound kredenzt. Ein Meilenstein!

 

http://theband.hiof.no/

 

Text: Torsten Schlimbach

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