Shakira: Shakira.

Shakira: Shakira.

Sony

VÖ: 21.03.2014

 

Wertung: 6/12

 

Nachdem Carlos Valderrama seine Fußballerkarriere beendet hat, hält Shakira die Fahne Kolumbiens als Star von Weltformat so ziemlich alleine hoch. Aber auch sie ist dem runden Leder nicht ganz abgeneigt und mit „Waka Waka (This Time For Africa)“ hat sie 2010 eine Hymne für die Fußballstadien dieser Welt aufgenommen, die längst nicht mehr ausschließlich mit der WM in Südafrika in Verbindung gebracht wird. Abgesehen davon hat sie mit Gerard Piqué einen Fußballer der Extraklasse an ihrer Seite. Mittlerweile sind die beiden auch stolze Eltern eines Sohnes. Auf ein neues Album der Kolumbianerin wartete man jetzt aber auch schon geschlagene vier Jahre. Untätig war Shakira seit ihrem letzten Werk aber keineswegs. Neben ihrer Rolle als Mutter fand sie sogar noch die Zeit 2013 bei „The Voice“ als Coach tätig zu sein. Neue Songs hat sie dann auch noch geschrieben, aufgenommen und produziert. „Shakira.“ ist das Ergebnis, bietet aber letztlich nur die altbewährte Kost.

 

Wer die Musik von Shakira bisher mochte, wird auch mit diesem Album glücklich werden. Natürlich könnte man jetzt bemängeln, dass dies wieder eine internationale Produktion ist und die spanischen Songs deutlich in der Unterzahl sind, aber es dürfte ja auf der Hand liegen, dass sie mit diesem Comeback auf die internationalen Märkte schielt. Die Songs selbst sind auch weit weniger im Latino-Pop angesiedelt. Es ist eben Dutzendware, wie man es vom Pop dieser Tage nicht anders kennt. „Spotlight“ soll wohl Rock sein, ist aber eher im Popumfeld zu verorten. Eine netter Refrain, der sich im Ohr festsetzt und reichlich bekannte Beats sorgen dafür, dass da keiner zu sehr verschreckt wird. Alles wie gehabt.

 

Die Single „Can´t Remember To Forget You“ mit Rihanna soll ja anscheinend auch den Rockfan ansprechen. Das hat mit Rock aber nichts zu tun, auch nicht mit Reggae. Es ist Pop von der Stange, zudem gibt Rihanna hier auch noch die wesentlich bessere Figur ab. Reichlich einfallslos ist es zudem, die Nummer auch noch in spanischer Sprache auf das Album zu nehmen – spricht nicht gerade für übersprudelnde Kreativität. Die Ballade „Empire“ kommt mit einem bombastischen Refrain noch ganz gefällig daher und das halbwegs melancholische Stück „You Don´ Care About Me“ ist mit seiner Verspieltheit auch ganz nett. „Dare (La La La)“ mit elektronischen Klängen wie man sie schon von David Guetta kennt, ist künstlerisch völlig belanglos, bleibt aber natürlich im Gedächtnis hängen und eignet sich wunderbar zum Mitgrölen. „Cut Me Deep“ versucht sich danach noch mal beim Reggae anzubiedern, lässt eine laszive Latinopop-Grundstimmung dabei nicht vermissen und sorgt somit wieder für den Exotenbonus, der Shakira von anderen Popmäuschen abgrenzt. „23“ im handgemachten Akustikgewand kann danach mit seiner entspannten Stimmung vollends überzeugen. Diese Unaufgeregtheit würde man sich öfters auf diesem Album wünschen. Der Rest ist mehr Schein als Sein, aber auch das ist ja altbekannt.

 

„The One Thing“ setzt noch mal auf die Popklänge, die einem suggerieren sollen, dass Shakira durchaus auch im Rock zu Hause ist. Ist sie aber nicht. Könnte auch von Taylor Swift sein. „Medicine“ - ein Duett mit Blake Shelton – knüpft nahtlos daran an. „Broken Record“ und „Loca Por Ti“ - der mit Abstand stärkste Song der Platte – sind zwei weitere Balladen, die die Fanherzen sicher noch ein bisschen schneller schlagen lassen werden.

 

Fazit: Shakira möchte sich mit ihrem neuen Album wohl etwas verstärkt im Rockgewand präsentieren. Dies fängt schon bei der Covergestaltung an und endet bei der Instrumentierung der Songs. Ja, es gibt hier und da eine Gitarre zu hören, aber dadurch wird das ja nun noch lange keine Rockplatte. Es gibt die bewährte Einheitspopkost von der Stange, die im Radio so wunderbar funktioniert. Schade, dass sich Shakira nicht wieder verstärkt den spanischen Songs und Elementen widmet, denn so setzt sie sich kaum vom Rest ab. Ein paar Überraschungen gibt es aber auch auf „Shakira.“ und somit könnte man immerhin von einer Weiterentwicklung sprechen – verschreckt wird davon aber keiner.

 

http://empire.shakira.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch