Roxette: The 30 Biggest Hits: XXX

Roxette: The 30 Biggest Hits: XXX

Rhino/Warner

VÖ: 20.03.2015

 

Wertung: 7,5/12

 

Marie Frederiksson und Per Gessle feierten gemeinsam als Roxette ganz große Erfolge. Heute wird ja eher verächtlich abgewunken, wenn die Rede von dem schwedischen Duo ist. Dies war mal ganz anders. 1989 schossen die beiden regelrecht durch die Decke und mit „The Look“ landeten sie auf Platz 1 der US-Billboard-Single-Charts, was damals noch einen ganz anderen Stellenwert besaß. Irgendwie trafen Roxette wohl den Zeitgeist und selbst bis Mitte der 90er konnten sie weitere Erfolge feiern, was aufgrund der veränderten Mainstreamlandschaft – Stichwort Grunge – schon einigermaßen überraschend war. 2016 feiern Roxette den 30. Geburtstag. Die Feierlichkeiten beginnen mit der Tour 2014/15 zwar etwas verfrüht, aber nun gut. Im Rahmen dieser Tour kommt nun auch „The 30. Biggest Hits: XXX“ in den Handel.

 

Warum es jetzt noch mal eine solche Zusammenstellung sein muss? Damit lässt sich doch immer ein bisschen Geld verdienen. Von Roxette gibt es solche Veröffentlichungen allerdings wie Sand am Meer. Da hätten wir schon das schlichte „Greatest Hits“, „Roxette Hits“ oder „Don´t Bore Us – Get The Chorus! Roxette´s Greatest Hits“. Daran lässt sich natürlich auch ablesen, dass die Schweden jede Menge Hits im Gepäck haben. Selten machte eine derartige Geschichte so viel Sinn wie hier. Die beiden haben nie Alben aufgenommen, die im kollektiven Gedächtnis geblieben sind, Hits am Fließband allerdings schon. Wer die Songs aus dem Radio kennt und mag, kann da nicht viel falsch machen.

 

Die Karriere von Roxette wurde seinerzeit jäh unterbrochen, als bei Marie Frederiksson ein Hirntumor festgestellt wurde. Sie konnte die Krankheit glücklicherweise erfolgreich besiegen und seitdem geht es mit Roxette dann auch wieder weiter. Die großen Erfolge gehören allerdings der Vergangenheit an. Roxette können aber auf eine große Fanbasis bauen und somit sind die Konzerthallen immer groß und recht gut gefüllt. Eine nostalgische Zeitreise eben.

 

Man kann über Roxette denken was man will, aber die Hits kennt man – ähnlich wie bei Abba – fast alle! „The Look“ war der Durchbruch und der rockige Ansatz stand dem sicher nicht hinderlich im Weg. Die beiden teilten sich den Gesang da noch, was sich später aber in Richtung Marie verschieben sollte. Das Stück hat diese unwiderstehliche Ohrwurmqualität, die Roxette dann doch wieder besonders macht. „Dressed For Success“ ist ähnlich schmissig und auch „Dangerous“ ist in diesem Fahrwasser angesiedelt. Dies ist größtenteils handgemachte Popmusik mit einer guten Hookline – kann auch nicht jeder. Roxette sind aber auch für ihre Balladen bekannt. „It Must Have Been Love“ aus dem Pretty Woman Soundtrack(!) ist da sicherlich das Meisterstück. Millionen Frauen haben dazu geweint.

 

„How Do You Do!“, ein weiterer Song mit Per Gessle als Sänger in den Strophen, die weiteren Balladen „Wish I Could Fly“ und „Spending My Time“, „Almost Unreal“ oder „The Big L“ - man kennt sie alle. Die Songs gleichen sich allerdings auch. „Fading Like A Flower“ - ja, auch den kennt man – ist dann nur aus Versatzstücken zusammengebaut. Besonders viele Variationen sind nicht ihr Ding. „Crash! Boom! Bang!“ und „June Afternoon“ sind noch nach dem alten Muster gestrickt, mit „Opportunity Nox“ versuchten die beiden dann mit ein paar Beats auf modern zu machen. Ging aber in die Hose. Die Ballade „Perfect Day“ funktioniert da schon wesentlich besser.

 

Auch die zweite CD ist voller Hits. Mit „Joyrid“ geht es schmissig los, „Sleeping In My Car“ knüpft dann daran an, während „Listen To Your Heart“ eine weitere Ballade von Weltformat ist. Den Popsong „Run To You“ kennt sicher auch jeder. So ein bisschen ist auf dem zweiten Silberling aber auch die Luft raus. „The Centre Of The Heart (Is A Suburb To The Brain)“ hört sich an wie eine Schlagerversion von „The Look“ für die Bierzelte und Schützenfeste dieser Welt. Auch die Ballden hauen nicht mehr so hin. „A Thing About You“ oder „Anyone“ kommen lange nicht mehr an die Klasse früherer Tage heran. „The Sweet Hello, The Sad Goodbye“ ist zum Schluss dann auch ganz und gar fürchterlich. In ein modernes 08/15 Soundgewand gepresst funktionieren Roxette einfach nicht.

 

Fazit: Roxette sind auf Nostalgietour und verkaufen das als ihren 30. Geburtstag, der allerdings erst 2016 ansteht. Passend dazu gibt es nun die nächste Zusammenstellung der Hits des Schweden Duos. Wer also noch nichts von den beiden im Schrank stehen hat, bei den vielen, vielen Klassikern von Roxette aber immer gerne mitwippt, kann hier bedenkenlos zugreifen. Es ist schon erstaunlich, wie viele Welthits die beiden im Repertoire haben. Die Aufmachung dieser Doppel-CD reiht sich nahtlos in die Flut ähnlicher Veröffentlichungen ein: lieblos. Aber so ist das eben mit den größten Hits Alben. Bei Roxette macht das durchaus Sinn, denn die Studioalben sind eher egal.

 

http://www.roxette.se/

 

Text: Torsten Schlimbach

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