Ringo Starr: What´s My Name

Ringo Starr: What´s My Name

Universal

VÖ: 25.10.2019

 

Wertung: 8/12

 

Ringo Starr hat es gemütlich da wo er wohnt. Da macht er auch Musik und er möchte nicht mehr in einem dieser Studios irgendwo auf der Welt abhängen. Das hat er ja auch lange genug gemacht. Jetzt musiziert er mit seinen Freunden am liebsten in den heimischen vier Wänden und nimmt dann bei diesen Gelegenheiten hin und wieder auch ein Album auf. „What´s My Name“ ist nun sein neustes Werk. Für sein 20. Studioalbum hat er nicht mal alle Songs selber geschrieben. Muss er ja auch nicht. Durch sein Schlagzeugspiel und seine Art des Gesangs wird sowieso jede Nummer unverkennbar zu einem Ringo-Song!

 

Die Gästeschar liest sich mal wieder imposant. Klar, wenn ein Beatle ruft, dann sagt man natürlich nicht nein. Auch nicht, wenn man selbst ein Beatle ist. Paul McCartney ist auf dem Album auch zu hören. Und dies auch noch auf dem von Lennon geschriebenen „Grow Old With Me“. Die Streicher sollten so sein wie auf „Here Comes The Sun“. Warum? Weil es so irgendwie dann doch ein Beatles Song wurde. Elemente von allen Beatles sind nun jedenfalls vorhanden. Mit Joe Walsh ist ein weiteres Schwergewicht dabei. Letztlich ist das eine nette Nummer, bei der man durchaus die Stimme von Lennon im Hinterkopf hat. Das ist aber nur etwas für Nostalgiker, denn wäre das nicht so prominent besetzt, wurde da auch kein Hahn nach krähen.

 

Mit „Gotta Get Up To Get Down“ startet das Album mit einem sehr erdigen und trockenen Sound. Überraschenderweise schwingt da auch ein bisschen Funk mit. Geschrieben wurde die Nummer von Joe Walsh und Ringo. Walsh kriegt sehr viel Raum auf dem Eröffnungstrack, denn er spielt nicht nur seine charakteristische Gitarre, sondern darf sich auch gesanglich austoben. Den Part von Walsh übernimmt beim zweiten Song Dave Stewart. Lässiger Saloon-Rock. Ringo hat Spaß. Und wir auch.

 

„Magic“ klingt ja fast schon nach Stadion. Kein Wunder, denn mit Steve Lukather hat sich auch der entsprechende Mann an die Seite von Ringo gesetzt. Mitunter ist das ein Ohrwurm mit Hitpotenzial. Natürlich wird das heutzutage kein Hit mehr. „Money“ klingt derart nach den 60ies und 70ies, dass auch die verfremdete Stimme von Ringo diesen Eindruck nicht verwischen kann. Ist doch in Ordnung. „Better Days“ bringt wieder etwas Opulenz herein. Die moderne Produktion überrascht sogar. „Life Is Good“ und „Thank God For Music“ darf vermutlich nur der gute Ringo singen ohne dass es peinlich wird. Lukather spielt auch hier die sechs Saiten. „Send Love Spread Peace“ ist das altbekannte Ringo-Thema und er trägt das wieder mit einer Überzeugung vor, dass es einfach nur großartig ist. „What´s My Name“ ist zum Schluss noch mal ein schmissiger Rausschmeißer.

 

Fazit: Ringo Starr hat mit „What´s My Name“ sein 20. Studioalbum aufgenommen und sich dafür wieder ein paar prominente Freunde eingeladen. Wie immer bei Ringo, klingen die Songs nach der puren Freude. Das ist – und dies ist keinesfalls despektierlich gemeint – Altherrenmusik der besonderen Güte und Klasse! Es macht einfach Spaß sich diese Nummern anzuhören, die eben nicht aufgesetzt wirken. Ehrliche Musik, die herrlich unaufgeregt ist – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

http://www.ringostarr.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch