Project Pitchfork: Look Up, I´m Down Here

Project Pitchfork: Look Up, I´m Down There

Trisol Music Group/Soulfood

VÖ: 28.10.2016

 

Wertung: 7/12

 

Huch, wo kommt denn so aus heiterem Himmel plötzlich ein neues Project Pitchfork Album her? „Look Up, I´m Down There“ steht nun ohne viel Tamtam im Vorfeld im Laden. Nun gut, man hätte eventuell damit rechnen können, denn die Band feiert immerhin den 25. Geburtstag. Anzeichen gab es aber trotzdem kaum bis gar nicht. Gut, dass es das ist – das Album. Peter Spilles hat da auch alle Register gezogen. Ohne, dass es ein „Best Of“ im eigentlich Sinne ist, ist „Look Up, I´Down There“ im Grunde nämlich genau das. Auf dem 17. Studioalbum werden nämlich alle Sounds der Bandgeschichte – mal ganz dezent, mal ganz offensichtlich – wieder eingefügt.

 

Project Pitchfork ist ja ein Gesamtkunstwerk und das gilt natürlich auch für „Look Up, I´m Down There“. Schon die Einzel-CD kann mit einem umfangreich gestalteten Booklet aufwarten. Und selbstverständlich ist das Album auch thematisch wieder sehr stark an einem roten Faden ausgerichtet. Es geht um Krieg, Verlust, die Ausbeutung der Natur, Isolation und die sozialen Netzwerke. Die Themen unserer Zeit eben. Das ist die böse Seite. Die gute Seite: niemals aufhören zu lieben, zu fragen, zu fühlen. Schau nach oben und du wirst feststellen, dass du nicht alleine bist - „Look Up, I´m Down There“.

 

Musikalisch gibt es EBM-Beats, mit denen Projekt Pitchfork einst den Weg aufnahmen. Diese werden mit der Melodik, die sich bei den Major-Jahren durch den Sound zog, garniert. Natürlich ist das alles eingebettet in einen futuristischen Klang. Mit „Into Orbit“ geht es programmatisch los. So stellt man sich das Abheben in die Unendlichkeit des Raums vor. „Titanes“ bollert wie Marilyn Manson zu seinen besten Zeiten. Das dunkle „Propraganda Child“ schließt nahtlos daran an. Da werden tatsächlich EBM-Beats und eine melodische Grundstruktur vermischt. „Blinde Eye“ groovt und manche Elemente erinnern an die Einstürzende Neubauten. „Pandora“ ist sogar von einer gewissen Popstruktur geprägt. Schiller ist da nicht mehr weit entfernt und mit dem Titeltrack „Look Up, I´m Down There“ erinnert das gar an Witt. So ein bisschen wurde sich da zudem auch noch bei Placebo bedient. „Volcano“ verliert sich allerdings zu sehr im Popgedudel. „Sunset Devastation“ wird endlich wieder düsterer. So einen richtigen Höhepunkt gibt es bis „Sky Eye“ allerdings auch nicht mehr. Das dunkle Organ von Spilles und sein knurrender Nichtgesang sorgen alleine dafür, dass man nicht einschläft.

 

Fazit: Auf dem 17. Studioalbum von Project Pitchfork gibt es wieder die bekannten Zutaten aus Industrial Rock und Darkwave-Sound auf die Ohren gehämmert. EBM-Beats der Anfangstage verschönern so manche melodische Passage. Das ambitionierte Album „Look Up, I´m Down There“ hat aber auch so manche Durststrecke zwischen Schiller und Witt zu bieten. Kann man mögen, muss man aber nicht. Genau wie den Monstergesang.

 

http://www.project-pitchfork.eu/

 

Text: Torsten Schlimbach

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