Paul van Dyk: The Politics Of Dancing 3

Paul van Dyk: The Politics Of Dancing 3

Sony

VÖ: 15.05.2015

 

Wertung: 7,5/12

 

Die erste Ausgabe von „The Politics Of Dancing“ hat schon unglaubliche anderthalb Jahrzehnte auf dem Buckel. Da kann man mal wieder sehen, wie die Zeit rast. Selbst ein Innovator wie Paul van Dyk zählt mittlerweile zum alten Eisen. Die zweite Runde wurde nämlich auch schon vor zehn Jahren veröffentlicht. Für „The Politics Of Dancing 3“ hat sich der DJ und Produzent drei Jährchen Zeit gegönnt. Der Mann möchte mit diesem Werk die ganzen Veränderung des Musikgeschäfts einfangen. „So viele Dinge haben sich in der Musikindustrie seit dem letzten „Politics“-Album verändert. Die Art und Weise, wie wir Musik machen und produzieren, wie wir Musik veröffentlichen und wie wir sie konsumieren. Das ist nur natürlich, das ist die Evolution. „Politics Of Dancing 3“ musste sich dieser Thematik annehmen und einen anderen Ansatz als die beiden ersten Platten wählen.“

 

Und tatsächlich scheint Paul van Dyk mit den 23 anderen Produzenten, Sängern und Songschreibern – so viele sind nämlich in dieses Album involviert – eine musikalische Geschichte zu erzählen. „Heart Like An Ocean“ und „Lights“ starten nämlich fast meditativ ins dieses Album. Die Sounds fließen so klar wie eine Bergquelle in den Bergen dahin. Der Gesang ist hell und poppig-kitschig. Mit „My World“ zieht das Tempo an und es kommen auch mal ein paar härtere Beats aus den Boxen. „Around The Garden“ ist das Bindeglied dieser beiden Welten, ist vom Ansatz her aber weitaus fröhlicher als der Vorgänger gestimmt.

 

„What We´re Livin For“ hat dann erstmals so richtige Hitqualitäten und das liegt mitunter an dieser angenehmen, aber auch kratzbürstigen Männerstimme. „In Your Arms“ gefällt mit einem schönen Pianothema, während „Come With Me (We Are One)“ die ganze Soundpalette von van Dyk auffährt. Es darf getanzt werden. „Guardian“ und „Love Is“ können nur wenig Akzente setzen und besonders erstgenannter Titel wiederholt nur den Beginn von „The Politics Of Dancing 3“. „For You“ ist schon interessanter, da der Ansatz zunächst eher minimalistischer Natur ist, dann aber mit futuristischen Klängen auf ganz dicke Hose macht.

 

Siren(artiges) gibt es bei Paul van Dyk – neben seinem berühmten Trademarksound – auch immer wieder. „City Of Sound“ fährt insofern die ganze Bandbreite auf. „Only In A Dream“ spannt den Bogen noch mal zurück zu „Heart Like An Ocean“. Der letzte Track „Louder“ wird seinem Titel danach nicht gerecht. Eher ist das im Ambiente-Stil bis hin zum Pop ruhig gehalten. Natürlich kann man auch dazu tanzen, aber hinter „Louder“ vermutet man eben eher etwas anderes.

 

Fazit: Vor anderthalb Jahrzehnten startete Paul van Dyk diese Reihe, jetzt kommt er mit „The Politics Of Dancing 3“ um die Ecke. Er hat sich dazu jede Menge Leute ins Studio eingeladen und drei Jahre daran gefeilt. Letztlich tauchen auch hier wieder viele bekannte Paul van Dyk-Sounds auf. Es wird eine musikalische Geschichte erzählt, die aber vielleicht um drei Songs zu lang ausgefallen ist. Wer die Musik von Paul van Dyk schätzt, kann hier im Grunde nichts falsch machen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

 

http://www.paulvandyk.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Paul Van Dyk: Evolution

Paul Van Dyk: Evolution

Universal

VÖ: 06.04.2012

 

Wertung: 8/12

 

Die Jammerei ist ja immer groß, wenn wieder das Fehlen eines absoluten Weltstars in der deutschen Musikszene beklagt wird. Warum eigentlich? Gibt es doch! Vielleicht nicht mir der Gitarre in der Hand oder im klassischen Selbstverständnis des Musikgeschäfts. Mag sein, aber die Stärken hiesiger Künstler liegen sowieso weniger auf der Bühne, sondern in den Studios und Produktionsräumen. Paul Van Dyk ist ein solches Phänomen. Der Mann ist weit über die Grenzen von Berlin hinaus ein Star. Das gilt nicht nur für die britischen Inseln oder die USA sondern lässt sich ohne Mühe auf die weltweiten Musikmärkte aufaddieren. Gerade in Asien wird er gefeiert.

 

Die letzten fünf Jahre mussten die Feierlichkeiten allerdings ruhen. Natürlich sitzt ein Paul Van Dyk nicht völlig untätig zu Hause und beobachtet die Waschmaschine bei deren Arbeit. Zu tun gibt es schließlich immer was und so ziemlich jeder im Musikgeschäft hat in seinem Notizbuch seine Telefonnummer stehen – oder zumindest einen Kontakt über den man den vielbeschäftigten Produzenten und Remixer erreichen kann. Wer was auf sich hält stolpert früher oder später über Van Dyk und lässt einen Remix von ihm anfertigen.

 

Mit Spannung wurde aber nun sein neues Soloalbum „Evolution“ erwartet. Die Wartezeit mit fünf Jahren war ungewöhnlich lang. Dagegen ist die Studio- und Produktionszeit von zehn Monaten schon regelrecht kurz – zumindest für dieses Genre. Die fünfzehn Songs bilden ein ganz breites Spektrum von Paul Van Dyk ab. Wenn man es nicht besser wüsste, dann könnte man das glatt für eine „Best Of“ Scheibe halten.

 

Paul Van Dyk tobt sich ja schon seit zwei Jahrzehnten auf dem Sektor der elektronischen Tanzmusik aus und das hört man auf diesem Album ganz extrem. Mit „Symmetries“ schlägt er gleich zu Beginn noch mal eine Welle zu den ganzen Urlaubsinsel-Eskapaden, die mal so begehrt waren. „The Ocean“ hingegen nimmt eher die sphärischen Klänge der Vergangenheit auf und jagt diese ins Jahr 2012. Die Single "Eternity" ist dann eine typische Zusammenarbeit von Paul Van Dyk mit einem angesagten Künstler. Adam Young von OWL City passt perfekt zu dieser Nummer. Mehr Pop geht nicht!

 

„Verano“ hingegen entpuppt sich als typischer Dancetrack für die Clubs. Vor drei Uhr in der Früh dürfte das Ding allerdings nicht auf die Tanzfläche locken. Mit „The Sun After Heartbreak“ wirft er allerdings auch noch mal einen Blick ganz weit zurück. Diese schönen und träumerischen Melodien hat Paul Van Dyk in der Vergangenheit einfach kultiviert und in seinem Genre salonfähig gemacht. „Dae Yor“ könnte glatt aus der Frühphase der 90er sein und mit „Lost In Berlin“ nimmt er den Minimalismus auf, der eine gewisse Zeit so angesagt war. Dazwischen ein bisschen Techo und Drum´n ´Bass Versatzstücke und mal wieder die Erkenntnis, dass Paul Van Dyk sich einfach perfekt auf andere Künstler einlassen kann, wie er mit „If You Want My Love“ von Caligola abermals unter Beweis stellt.

 

Fazit: „Evolution“ von Paul Van Dyk zeigt mal wieder eindrucksvoll, dass der Mann im elektronischen Bereich sehr breit aufgestellt ist und eine Stilvielfalt wie nur wenige andere beherrscht. Beeindruckend sind dabei mal wieder die Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern und wie er es mal wieder schafft sich auf diese einzulassen. Wer ein Faible für elektronische Musik hegt und pflegt wird 2012 an „Evolution“ nicht vorbeikommen. Gerade die vielen nostalgischen Anspielungen auf die Vergangenheit sind das Salz in der Suppe.

 

http://www.paulvandyk.com/intro/

 

Text: Torsten Schlimbach

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