New Order: Lost Sirens

New Order. Lost Sirens

Warner

VÖ: 18.01.2012

 

Wertung: 9/12

 

Im Jahre 2005 wurde mit „Waiting For The Sirens´ Call“ die Karriere von New Order einstweilen beendet oder auf Eis gelegt – wer weiß das schon so genau. Man muss bei dieser Band stets mit allem rechnen. Letztes Jahr gab es dann zumindest mit „Hellbent“ ein ganz kleines, neues musikalisches Lebenszeichen. Selbiges war auf der Retrospektive „Total“ zu finden, die den ganzen Werdegang in komprimierter Form nachzeichnete. Joy Division wurde erfreulicherweise nicht ausgespart! Dafür ist die Band auch zu wichtig gewesen – sowohl für die Musikgeschichte wie eben auch für New Order.

 

Nun gibt es mit „Lost Sirens“ einen kleinen Nachschlag. Zu verdanken hat man dies wohl der positiven Resonanz, die „Hellbent“ zuteil wurde. Insgesamt gibt es nun acht Songs zu hören, wovon sechs gleich gänzlich unveröffentlicht sind. „Hellbent“ liegt nun endlich in der ungekürzten Version vor und von „I Told You So“ gibt es noch einen unveröffentlichten Mix. Die sechs unveröffentlichten Songs stammen aus den „Waiting For The Sirens´ Call“ Sessions und man fragt sich, was die Herren damals geritten hat?! Die Tracks sind nämlich allesamt besser wie das gesamte reguläre Studioalbum!

 

„I´ll Stay With You“ ist ein kleine Reise von etwas mehr als vier Minuten durch den gesamten New Order Kosmos. Ruppig, aber auch herrlich melancholisch und mit einer träumerischen Melodie durchzogen. Bei anderen Bands wirft man da gerne das Wörtchen catchy in den Ring. „Sugarcane“ ist ein kleines Dancemonster, biedert sich allerdings nicht an aktuellen Trends an! Willkommen auf der guten Seite der 80er! Und dann dieser Refrain – großartig! „Recoil“ ist eine wunderschöne Ballade abseits der kitschigen Gefilde und „California Grass“ spielt mit dezenten Indierockelementen. Die in den Vordergrund gemischte Stimme ist immer noch für eine dicke Gänsehaut gut. „Shake It Up“ unterstreicht die elektronische Seite von New Order nachhaltig. „I´ve Got A Feeling“ packt noch mal alles aus, was die Band zu bieten hat: Groove, Gefühl, Härte, Elektronica, Melodien klar wie ein Bergfluss – mit anderen Worten ganz famos!

 

Fazit: „Lost Sirens“ ist alles andere als die Verwertung von liegengebliebenen Material der Resterampe. Gerade die sechs unveröffentlichten Songs können vollends überzeugen! In dieser Form würde man sich glatt mal wieder ein vollwertiges Studioalbum mit neuem Material wünschen. Auf der anderen Seite ist es fast unverständlich, dass diese Tracks hier bisher ein Dasein in der Schublade fristeten.

 

http://newordernow.net/

 

Text: Torsten Schlimbach

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