Mona: Mona

Mona: Mona

Universal

VÖ: 13.05.2011

 

Wertung: 8,5/12

 

Meine Damen und Herren, bitte anschnallen, die Welt kriegt nun endlich mal wieder eine Rockband auf die Ohren, die diese Bezeichnung auch verdient. So oder so ähnlich würde es wahrscheinlich das Großmaul Nick Brown kundtun. Man sagt Nick Brown übrigens nach, dass er der geborene Rockstar wäre. Seine Sonnenbrille nimmt er nie ab, seine Haare kämt er sich zur Tolle und der Kragen seiner Jeansjacke wird selbstverständlich hochgeklappt. Brown soll sogar schon mal in eine Schlägerei geraten sein. Seine Bandmitglieder haben angeblich auch schon mal seine Faust auf die Riechkolben bekommen. Ist ja putzig. Ja, man kann dieser Tage viel über Nick Brown lesen. So viel, dass einem das auch schon alles wieder unsympathisch werden könnte. Was ist mit den übrigen Bandkumpels? Wie heißt die Band überhaupt? Einprägsam: Mona.

 

Muss man sich den Namen überhaupt merken oder ist das mal wieder nur ein laues Lüftchen im Wasserglas? Ist es nicht! Das Debütalbum kann nämlich einiges! Und da bekommt auch der ganze Rest eine ganz andere Bedeutung. Man könnte glatt sagen, dass es doch erfrischend ist, dass da endlich mal wieder ein junges Großmaul um die Ecke kommt und den Rock and Roll Traum leben möchte. Wir haben doch schon genug sensible Künstler da draußen, die alles mitbringen, nur eben keine Rockstarqualitäten und sich während der Konzerte eher betreten auf die Schuhe gucken und vor der Zugabe schnell auf den Hinterhof huschen um eine Kippe zu rauchen. Ist auf den meisten Bühnen ja mittlerweile verboten. Rebellion? Mittels groß angelegter Texte gerne. Aber sonst? Fehlanzeige. Da kommt so einer wie Nick Brown doch glatt wie gerufen, kein Wunder, dass sich alle auf ihn stürzen. Allerdings müssen er und seine Bandkumpels penibel darauf achten, dass ihre Musik dieses Tempo mithalten kann, denn sonst kippen alle wohlwollenden Kommentare schnell ins Negative um.

 

Wie gesagt, das Debütalbum überzeugt. Übrigens wollen Mona größer wie U2 werden. Ja, warum denn auch nicht? Bis dahin ist es aber noch ein sehr weiter Weg! Einstweilen können sie ja versuchen mit den Kings Of Leon Schritt zu halten. Man bewegt sich musikalisch sowieso in ähnlichen Gewässern und auch sonst gibt es erstaunlich viele Parallelen zur Followill-Sippe. Mona haben dieses Album übrigens in Nashville aufgenommen. Noch Fragen? Ach ja, Brown könnte stimmlich auch bei den Kings Of Leon aushelfen, sofern es da mal Bedarf gibt. Auch das Songwriting ist ähnlich. Allerdings haben Mona mit diesem Album gleich in die Vollen gegriffen und den Großangriff auf den Mainstreamrock gestartet, die Kings Of Leon sind da ja erst mit den letzten beiden Platten angekommen.

 

Mona wollen in die Stadien und genau so klingen die Songs auch! Man sollte sich von der Single „Teenager“ nicht blenden lassen. Das Ding läuft im Jugendradio ja mittlerweile rauf und runter, ist aber nicht unebdingt repräsentativ für das gesamte Album. Immerhin füttert man damit sicher eine jüngere Zielgruppe an. Auch, wenn die Tracks immens eingängig sind, kann man diesen ebenso attestieren, dass sie gut sind. Wenn sich Brown bei „Say You Will“ die Seele aus dem Leib krächzt, dann nimmt man ihm die Leidenschaft schon ab. Auch der Rhythmus hat einige Brüche zu bieten, die eben Mona von anderen Bands unterscheidet. Dass die Band mit „Shooting The Moon“ eine Art U2 Best Of aufgenommen hat, sei verziehen. Das Ding klingt zunächst wie eine Mischung aus „Elevation“ und „Bullet The Blue Sky“. Danach entscheidet man sich aber doch noch einen Refrain für die Hüpffraktion einzubauen. Schlau sind Mona auch. Wenn man seine potenzielle Zuhörerschaft mit weit ausgebreiteten Armen wie bei „Cloak And Dagger“ empfängt, hat man so einiges richtig gemacht. Das erinnert übrigens (teilweise) an eine ganze andere Band: die Stereophonics zu ihren besten Zeiten.

 

Es gibt mit „Listen To Your Love“ übrigens einen weiteren potenziellen Singleskandidaten, der dem Mainstreamrock von hinten in den Allerwertesten treten würde. Es sind hier aber eher jene Stücke, die sich durch die Hintertür anschleichen und dieses Debüt zu einem wirklich guten machen. Das fragile „Lines In The Sand“ ist so ein Ding und spätestens beim Refrain hat man sowieso wieder alle im Moshpit versammelt und alle brüllen sich bierselig „it´s cold outside you´re alone tonight“ zu. An den Lyrics kann noch gearbeitet werden, aber hey, dies ist die erste Platte, da muss es ja noch Luft nach oben geben. Würde es die Kings Of Leon nicht schon geben, dann hätte die Welt vermutlich tatsächlich auf so Nummern wie „Taboo Lights“ und „Lean Into The Fall“ gewartet. Schlechter werden die Songs ja trotzdem nicht.

 

Fazit: Mona und ganz besonders Nick Brown sind die neuen jugendlichen Großmäuler im Rockgeschäft. Natürlich werden darum auch jetzt schon ein paar Legenden gestrickt, die sich gut verkaufen lassen und die auch gut ankommen. So von wegen Rebellion und so. Das Portfolio muss eben stimmen. Schön ist aber, dass auch die Songs stimmen. Das Debütalbum ist nämlich wirklich gut geraten. Es ist ja auch nicht die schlechteste Referenz, wenn man schon mal U2 und die Kings Of Leon gehört hat. Mit viel Leidenschaft geht die Band hier zu Werke und man kann nur hoffen, dass die beibehalten wird und man vor lauter Erfüllung aller Rockstarklischees nicht vergisst, worum es nämlich eigentlich geht – die Musik. Bis hierhin: gut gebrüllt!

 

http://www.mona-band.de

 

Text: Torsten Schlimbach

Mona: Teenager (Single)

Mona: Teenager
Universal

VÖ: 01.03.2011


Im Mai gibt es ein Album auf die Ohren, dass ganz groß sein könnte. Die Rede ist von der vierer Bande Mona, die dann ihr gleichnamiges Werk auf die Menschheit loslassen wird. Bis dahin kann man sich von der Single „Teenager" schon mal einen guten Vorgeschmack abholen. Wenn das Album hält, was einem schon jetzt versprochen wird, dann kann man sich doch glatt ein Loch in den Bauch freuen.


Die Single „Teenager" ist dabei nur der Appetithappen, die Feinschmeckerkost gibt es dann an anderer Stelle. Die Nummer ist eine feine Hymne, die aber noch nicht das ganze Potenzial von Mona freilegt. Das Ding geht gut nach vorne und setzt sich ebenfalls gut in den Gehörgängen fest. Man könnte trotzdem den Eindruck gewinnen, dass es sich um eine weitere Teenieband handelt, die pathetischen Bombast im Gepäck hat. Klar, das haben Mona auch. Aber eben auch ausgefeiltes Songwriting und auch Ecken und Kanten, die durch die fette Produktion nicht gänzlich weggewaschen wurden. „Trouble on The Way" oder das treibende „Listen To Your Love" erinnern stark an die Kings of Leon. Auch stimmlich versucht man sich hier in diese Sphären zu schwingen. Der Unterschied ist allerdings, dass Mona eben den Biss hier zeigen, den man bei den Kings of Leon und deren Anbiederung an das Mainstreampublikum in der letzten Zeit vermisst hat. Mit „Brick Shoe" haben Mona zudem eine Hymne im Gepäck, die den Spagat zwischen Stadion und Indieclub schafft. Es ist völlig unverständlich, warum es dieser Song nicht auf das Album geschafft hat. Oder anders gesagt: dann müssen die restlichen Tracks der Langrille ja Knaller vor dem Herrn sein.


Fazit: Man darf sich auf den 13. Mai freuen, denn dann wir das Mona-Album in den Läden stehen und wenn dies nur im Ansatz halten kann, was die mit „Teenager" veröffentlichten Tracks versprechen, dann hat man es mit einem Kracher zu tun. Wir sind gespannt und bleiben am Ball!


http://www.monatheband.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

 

Mona Freetrack Download:
http://artists.universal-music.de/uid/_aktionen/_mp3/mona/
Mona "Teenager" Webisode:
http://dl.dropbox.com/u/325704/MONA_TbyT_Teenager04.m4v

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch