Madness: Full House – The Very Best Of (2 CDs)

Madness: Full House – The Very Best Of (2 CDs)

BMG/ADA

VÖ: 17.11.2017

 

Wertung: 7/12

 

Madness darf wohl mit Fug und Recht als die bekannteste britische Ska-Band der 80er bezeichnet werden. Die Herren sind immer noch aktiv, gleichwohl sich die Band auch schon getrennt hatte. Die Mitglieder, die in den Jahrzehnten irgendwann mal zum Line-up gehörten, kriegen selbst Fans nicht alle ohne Mühe aufgezählt. Die Kapelle war eben immer im Wandel. In Großbritannien ziehen Madness immer noch eine ziemlich große Zuschauermenge. Die Albumverkäufe blieben seit der Reunion allerdings hinter den Verkäufen zurück und außerhalb der Insel nimmt kaum noch einer Notiz von Madness und den Veröffentlichungen.

 

Über die Jahre gab es schon genug Zusammenstellungen von Madness. Jetzt wird schon wieder ein derartiges Album auf den Markt geschmissen. Braucht es nun „The Very Best Of“ wirklich noch? Nein! Ja, das Weihnachtsgeschäft lockt sicherlich mal wieder ein paar Käufer an und die Hits der Band hätte sicher jeder gerne im Schrank stehen und da kommt eine solche Compilation natürlich sehr gelegen. Aber da kann man natürlich auch auf die älteren Scheiben dieser Art zurückgreifen. Man könnte ja jetzt argumentieren, dass hier in chronologischer Reihenfolge bis zum aktuellen, letzten Studioalbum die Singles bedacht wurden und man somit den komplettesten Überblick über das Schaffen von Madness erhält. Abgesehen vom gesamten Backkatalog natürlich. Das stimmt natürlich, aber vieles der 42 Songs wäre eben auch verzichtbar. Eine komprimierte Zusammenstellung ist für Leute, die nur die Hits hören wollen, vermutlich die bessere Wahl. Mit dem schrägen „Driving My Car“ können diese Menschen vermutlich nicht viel anfangen. Die wollen ja so einen Klassiker wie „Our House“ hören. Der Song ist zeitlos und dürfte weltweit bekannt sein.

 

„My Girl“ werden Kinder und Jugendliche der 80er sicherlich auch noch auf dem Schirm haben. Den Ska von „Night Boat To Kairo“ nimmt der interessierte Hörer dann sicher gerne mit. Und natürlich darf auch „Madness“ - der Track – nicht fehlen. Das schmissige „Embarrassment“ ist auch noch nett, aber „The Return Of The Los Palmas“ ist eher Easy Listening und nervt. „Tomorrow´s Just Another Day“ mäandert recht langweilig dahin. Mit zunehmendem Verlauf wird es dann auch recht unspektakulär. „Uncle Sam“ ist da noch ganz nett, hat eine gute Hookline und geht recht gut ins Ohr. „Yesterday´s Men“ ist ja fast schon Lounge-Music, aber vom Hocker reißt es einen nicht gerade. „Sarah´s Song“ landet letztlich beim Pop.

 

Und so kämpft man sich durch das Album. Das kommt von „Lovestruck“ über „Girl Why Don´t You“ bis „Another Version Of Me“ ganz gefällig daher. Zwischendurch horcht man aber immer mal wieder auf. Bei „My Girl“ beispielsweise. Das erinnert ja fast schon an Primal Scream. Auch „Drip Fed Fred“ mit Ian Dury lässt sich gut an. Mit „Misery“ gibt es aus dem dritten Frühling eine schöne Hommage an die eigene Vergangenheit. Dann plätschert das Album dann seinem Ende entgegen.

 

Fazit: „The Very Best Of“ von Madness ist eine komische Sache. Es gibt ja nun schon ein paar ähnliche Veröffentlichungen von Madness und mit 42 Songs ist diese hier – übrigens zum Preis einer Einzel-CD zu erwerben – zu üppig gefüllt. Fans haben das ja eh schon alles im Schrank stehen und wer es nur auf die bekannten Hits abgesehen hat, wird überfordert und ist vom Rest mitunter enttäuscht. Kann man mitnehmen, muss man aber nicht!

 

http://www.madness.co.uk/

 

Text: Torsten Schlimbach

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