Kenny Wayne Shepherd: Lay It On Down

Kenny Wayne Shepherd: Lay It On Down

Mascot Label Group/Rough Trade

VÖ: 21.07.2017

 

Wertung: 7/12

 

Kenny Wayne Shepherd mag es nicht in die erste Garde der Superstars geschafft haben, aber dafür hat er der Welt sehr viele tolle Songs geschenkt, die auf ihre Art sogar zeitlos sind. Fünf Grammynominierungen, zahlreichen Billboard Music und Blues Foundation Awards sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache. Zudem hat er zusammen mit Barry Goldberg und Stephen Stills unter dem Bandnamen The Rides zwei ganz vorzügliche Alben aufgenommen. Jetzt folgt mit „Lay It On Down“ das mittlerweile achte Studioalbum von Kenny Wayne Shepherd.

 

Im Januar 2017 ging Shepherd mit seiner Band in die Echophone Studios in Shrevport, Louisiana und zimmerte „Lay It On Down“ ein. Unter den elf Songs sind tatsächlich ein paar amtliche Rocker und Stampfer zu finden. Shepherd wollte, dass jeder Song – sowohl was Musik als auch Texte betrifft – für sich alleine steht. Das kann natürlich etwas das einheitliche Albumklangbild stören. Wüsste man aber nichts von diesem Ansatz, dann würde das auch nicht weiter auffallen.

 

Den ruhigsten Song gibt es mit dem Akustikstück „Lay It On Down“ ausgerechnet zum Schluss. So würden Matchbox Twenty einen derartigen Song auch angehen – allerdings ist Kenny Wayne Shepherd natürlich besser an der Gitarre. Mit „Baby Got Gone“ steigt die Band amtlich rockig in das Album ein. Ein bisschen Glam schwingt dabei sogar mit. „Diamonds & Gold“ packt noch ein bisschen Soul dazu – inklusive Bläser. „Nothing But The Night“ ist zwar eine Ballade, lässt die Saiten aber auch ordentlich arbeiten. Dann folgt der Titeltrack, der aber als reine Akustikballade einfach schöner und nicht so kitschig wirkt. „She´s $$$“ lässt dann die Blueswurzeln von Shepherd deutlich erkennen, bevor es mit „Hard Lesson Learned“ in die Americana-Ecke geht. „Down For Love“ ist solider Bluesrock und „How Low Can You Go“ ein gepflegter Boogie. „Louisiana Rain“ entpuppt sich als verzichtbare Ballade, die hinterher noch etwas an Fahrt aufnimmt und die Gitarre aufjaulen lässt. Rettet aber im Grunde auch nichts mehr und „Ride Of Your Life“ ist dann erneut ein Stampfer, der einen aber auch nicht aus den Socken haut.

 

Fazit: „Lay It On Down“ ist ein überraschend rockiges Album geworden. Die eine oder andere Ballade nimmt mal etwas Tempo raus, aber insgesamt ist das zwischen Rock, Blues und Boogie angesiedelt. Das Album hebt die Welt nicht aus den Angeln, ist aber sehr solide und mitunter auch zeitlos. Dass der Mann was auf und an den sechs Saiten kann, ist ja kein Geheimnis. Er agiert aber stets zielorientiert und stellt sein Können nicht nur ins Schaufenster.

 

http://www.kennywayneshepherd.net/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch