Keane: The Best Of

Keane: The Best Of

Universal

VÖ: 08.11.2013

 

Wertung: 7,5/12

 

Was machen eigentlich die Jungs von Keane heute? Es ist kaum zu glauben, aber die Band gibt es ja immer noch und das letzte Album - „Strangeland“ - ist noch relativ frisch und wurde erst letztes Jahr veröffentlicht. In Deutschland stieg die Scheibe immerhin auf Platz 5 der Charts und in UK konnte das Ding sogar die Spitze erobern, was übrigens für alle fünf Platten von Keane gilt. So richtig hat man die Kapelle irgendwie aber nicht mehr auf dem Zettel und ähnlich wie Travis sind Keane längst in das zweite Glied zurückgekehrt. Einst auf dem Sprung in die Riege der Superstars hat sich die Band mittlerweile überlebt. Auf der anderen Seite ist es sowieso ein Wunder, dass die Band an der Alkoholsucht von Tom Chaplin vor sieben Jahren nicht zerbrochen ist. Das wiederum spricht eindeutig für die vier Herren.

 

Ob man nach fünf Alben schon eine Sammlung auf den Markt schmeißen muss sei mal dahingestellt - auf der anderen Seite sind Keane eine typische Band für eine solche Compilation. Die netten Radiosingles wollen doch bestimmt ganz viele bei Bedarf aus dem Schrank ziehen und da wäre „The Best Of“ doch eine willkommene Gelegenheit um diese Lücke zu schließen. Das Weihnachtsgeschäft ist, wie jedes Jahr, für eine solche Geschichte ein Selbstläufer. „The Best Of“ ist immerhin mit 20 Songs üppig ausgestattet. Das Booklet ist wie erwartet recht dünn ausgefallen. Ein Vorwort, ein paar Informationen und Bilder – das war´s.

 

Wer hört sich dieses Album denn tatsächlich bis zum Schluss an? Immer? Von „Silenced By The Night“ bis „Won´t Be Broken“ ist das eine ziemlich langweile und schlagereske Angelegenheit. Das ist zwar immer noch der Sound der Hits und eigentlich hat sich auch nicht viel geändert, das Songwriting ist aber eben auch drei bis vier Nummern unter den ganz großen Stücken anzusiedeln. Mehr als die Hälfte von „The Best Of“ gehen aber tatsächlich als Hits über die Ziellinie. Keane haben seinerzeit immerhin auch eine Art Sonderstellung genossen, denn welche Band hat zu diesem Zeitpunkt schon einen halbakustischen Flügel als zentrales Instrument in den Mittelpunkt der Songs der gestellt (Yamaha CP-70B)?

 

Man kennt sie alle, vom Überhit „Everybody´s Changing“ bei dem sich verliebte Pärchen auf den Konzerten ganz tief in die Augen blicken, über „Somewhere Only We Know“, welches sich von einer gefühlvollen Melancholie noch aufschwingt sich doch recht beschwingt in die Kurve zu legen, das pathetische „Bend And Break“ oder das berührende „Bedshaped“, welches nach hinten heraus bombastisch aufgeblasen wird. Es sind gute, gar große und zeitlose Hits. „This Is The Last Time“ oder das dramatische „Atlantic“ sind da nicht viel schlechter. Zwar legt sich hin und wieder etwas zu sehr der große Mantel der Schwermütigkeit über die Songs, aber insgesamt passt es schon. Mit „Is It Any Wonder?“ haben Keane sogar einen forscheren Track im Gepäck, der gar in Richtung Rock geht. „Hamburg Song“ dürfte auf ewig dafür sorgen, dass die Taschentuchfabrikation gut laufen wird. „Crystal Ball“ sorgt danach ja dafür, dass die Fröhlichkeit nicht ganz verschwindet und mit „Spiralling“ ist selbige musikalisch dann endgültig greifbar. Man hätte gut daran getan diese Zusammenstellung danach zu beenden.

 

Fazit: Selten machte eine „Best Of“ derart viel Sinn wie bei Keane. Hier kriegt man alles geboten, was man von der Band im Grunde braucht. Natürlich kann man über den Sinn solcher Zusammenstellungen immer streiten, aber waren Keane je eine Albumband? „The Best Of“ ist sogar noch um den einen oder anderen Track zu lang ausgefallen. Auf der anderen Seite ist der Rest eine Hitkollektion die gewaltig ist! Kann man mal machen, so eine Keane Werkschau – auch schon nach fünf Alben.

 

http://www.keanemusic.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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