Joss Stone: The Soul Sessions Vol. 2

Joss Stone: The Soul Sessions Vol. 2

Warner

VÖ: 24.08.2012

 

Wertung: 8,5/12

 

Joss Stone ist mittlerweile vom Teenager zur jungen Frau gereift. Vor knapp neun Jahren trat sie als sechzehnjähriges Mädel plötzlich und wie aus dem Nichts ins Rampenlicht des Musikgeschäfts. „The Soul Sessions“ verblüffte alle und schnell verbreitete sich die Geschichte eines neuen Wunderkinds rund um den Globus. Mittlerweile ist die gute Joss zum Superstar herangereift. 11 Millionen verkaufter Alben, mit dem Grammy dekoriert, Zusammenarbeiten mit so ziemlich allen namhaften Künstlern und jede Menge weitere Auszeichnungen sprechen eine deutliche Sprache. Nicht alles von Joss Stone war in der Vergangenheit anbetungswürdig, aber zumindest immer für ein Aha-Erlebnis gut. Die Klangfarbe ihrer Stimme macht eben immer wieder den Unterschied.

 

Mit ihrem neuen Album kehrt Joss Stone nun erneut zu ihren musikalischen Wurzeln zurück. Ob sie sich damit einen Gefallen getan hat, bleibt abzuwarten. „The Soul Sessions Vol. 2“ muss immerhin den Vergleich mit dem brillanten Debütalbum antreten. Lässt sich die Geschichte wiederholen? Geht das überhaupt? Muss man die beiden Alben überhaupt in Konkurrenz zueinander stellen. Aufgrund der Titel und der Vorgehensweise gibt Joss Stone im Grunde den Takt ja schon vor. Hört man sich das neuerliche Werk an, dann ist das sowieso alles Makulatur.

 

Die Fakten sprechen eindeutig für Joss Stone. Steve Greenberg ist auch wieder mit an Bord. Das ist folgerichtig und konsquent, denn immerhin war er es, der ihr den Weg ebnete. Zwei Sessions in New York und Nashville reichten aus, um dieses in Teilen brillante Werk aufzunehmen. Insgesamt hört man der Stimme von Stone deutlich den Reifeprozess der letzten Jahre an. Natürlich verfügt sie nun über reichlich Erfahrung, aber auch die Klangfarbe hat sich deutlich gewandelt. Wie ein guter Wein eben. Traumwandlerisch sicher versteht sie sowieso mit dieser Gabe umzugehen. Man höre sich nur „The High Road“ an. Großes Kino! Phrasierung und Ausdruck kriegt man mittels vieler Übungsstunden nicht so natürlich hin, dieses Talent wird einem in die Wiege gelegt. Joss Stone hatte davon eine ganz große Portion mit auf den Lebensweg bekommen.

 

„The Soul Sessions Vol. 2“ ist immens abwechslungsreich. „I Got The...“ groovt lässig drauflos, überrascht aber auch mit Tempoverschleppungen. Vielseitigkeit ist das Zauberwort. Zwar hat sich Joss Stone hier wieder einige klassische Soul-Klassiker zur Brust genommen und doch könnten diese und die Interpretation nicht unterschiedlicher sein. „While You´re Out Looking For Sugar“ kommt mit luftig und leichtem Pop daher, während „Sideway Shuffle“ zwischen Motown und Blaxploitation hin- und herspringt. Die Ballade „I Don´t Want To Be With Nobody But You“ schlägt eine Brücke zwischen Jamaika und Nashville, während wiederum der Klassiker „Teardrops“ mit neuem Leben gefüllt wird, an die Genialität des Originals aber nicht herankommt. „Stoned Out Of My Soul“ überzeugt anschließend im dicken Funkmantel. Den vielleicht schönsten Moment gibt es ganz zum Schluss. „Then You Can Tell Me Goodbye“ kommt im reduzierten Singer/Songwritergewand daher, da stören auch die etwas kitschigen Streicher nicht. Hat man Joss Stone jemals verletzlicher gehört?

 

Fazit: Joss Stone hat es erneut getan und ist wieder zu ihren musikalischen Wurzeln und Vorbildern zurückgekehrt. „The Soul Sessions Vol. 2“ ist zwar in erster Linie eine Sammlung von klassischen Soulsongs, aber doch auch recht abwechslungsreich. Die Umsetzung ist sehr gelungen, was an den tollen Arrangements, den herausragenden Musikern und natürlich der einzigartigen Stimme von Joss Stone liegt. Ob das Album nun besser oder schlechter wie das Debüt ist sei mal dahingestellt - gut ist es allemal!

 

http://www.jossstone.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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