Jennifer Rostock: Ich Kann Nicht Mehr (2-Track Single)

Jennifer Rostock: Ich Kann Nicht Mehr (2-Track Single)

Warner

VÖ: 30.09.2011

 

Jennifer Rostock haben mit ihrem dritten Album in vier Jahren - „Mit Haut Und Haar“ - voll ins Schwarze getroffen und den Fans eine große Freude damit gemacht. Die Platte kommt sehr gut an und die Zahl der Anhänger konnte sogar noch vergrößert werden. Die logische Folge daraus sind eine Vielzahl an Singles, denn im Grunde ist jeder Song auf dem Album auch ein Hit.

 

Den nächsten gibt es nun mit „Ich Kann Nicht Mehr“. Eigentlich ist der Track ja eine Ballade. Bei Jennifer Rostock ist aber alles ein bisschen anders und somit baden sie hier nicht im Kitsch, sondern lassen die Gitarren doch noch mal aufheulen und gerade live dürfte das für ordentlich Betrieb vor der Bühne sorgen. Die B-Seite „Stur“ zeigt die Band dann von einer etwas anderen Seite. Elektronischer und hektischer pflügen sie sich durch die Nummer, die stark an „Guten Tag“ von Wir Sind Helden erinnert und das gibt dann auch Abzüge in der B-Note.

 

Fazit: „Ich Kann Nicht Mehr“ ist eine weitere Auskopplung aus dem letzten Erfolgsalbum „Mit Haut Und Haar“. Hiermit zeigen Jennifer Rostock, dass sie auch eine gefühlvolle Seite haben und dabei trotzdem nicht auf die Rock-Attitüde verzichten. „Stur“ könnte auch von Wir Sind Helden sein, die hierbei mindestens als Inspirationsquelle dienten. Alles in allem sind Jennifer Rostock auch in der letzten Jahreshälfte aufgrund der vielen guten Songs immer noch präsent.

 

http://www.jennifer-rostock.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

Jennifer Rostock: Mit Haut und Haar

Jennifer Rostock: Mit Haut und Haar

Warner

VÖ: 29.07.2011

 

Wertung: 9/12

 

Es ist schon manchmal komisch mit der aktuellen Musik. Noch komischer ist es mit Bands. Jennifer Rostock? Och nö, bitte nicht schon wieder eine deutsche Formation mit einer Frau hinter dem Mikrofon! Braucht man ja nun wirklich nicht mehr. Optisch sieht das auch wie geleckt aus und dem Handbuch für den schnellen Erfolg entsprungen. Werden hier sämtliche Klischees erfüllt? Sieht wohl so aus. Musik gibt es auch noch! Das Album wurde „Mit Haut und Haar“ betitelt und ist, ähm, nun ja, ziemlich gut. Da passt auch die Optik zu - wie war das jetzt mit dem Handbauch? Die Songs klingen nach Berlin, wenn man denn Berlin vertonen könnte. Und ja, irgendwie passt das alles wunderbar zusammen. Na, lieber Rezensent? Wer ist jetzt das wandelnde Klischee?

 

Vergleiche zu anderen deutschen Gruppen der Vergangenheit, aber auch der Gegenwart, drängen sich zwar zwangsläufig auf, die kann man sich an dieser Stelle aber auch getrost schenken. „Mit Haut und Haar“ ist jedenfalls ein frisches Stück deutsche Musik im großen Pop-Becken. Es gibt ja immer noch Menschen, bei denen sich bei dieser Bezeichnung die Fußnägel aufrollen. Das muss im Falle dieser Platte aber nicht so sein. Der Schwerpunkt liegt natürlich immer noch auf rockigen Gitarren. Ein bisschen Punk blitzt auch immer wieder durch die Soundlandschaften und ja, elektronische Spielereien müssen auch sein! In der Summe – ganz besonders aufgrund der eingängigen, aber schönen Refrains - ist das eben Popmusik im besten Sinne.

 

Jennifer Rostock haben in den letzten drei Jahren seit Veröffentlichung des Debüts eine ganze Menge erlebt. Dies wird nun dazu genutzt dies auch textlich zu verarbeiten. „Der Kapitän“ nimmt da beispielsweise das Showgeschäft unter die Lupe. Mit „Hier werd ich nicht alt“ haben die Wahlberliner eine schöne Hommage für ihren Wohnort aufgenommen und „Lügen haben schöne Beine“ nimmt die Selbstgefälligkeiten dieser Gesellschaft unter die Lupe.

 

Musikalisch wird eine Brücke von den 80ern direkt in das Hier und Jetzt geschlagen. Diese Verbindung tritt am deutlichsten bei „Wasser bis zum Hals“ zu Tage. Die vielen elektrischen Spielereien, Keyboards und Synthies bilden den perfekten Gegenpart zu den Gitarren. „Meine bessere Hälfte“ treibt es in dieser Hinsicht gar auf die Spitze. Ja, so klingt Berlin wohl. Damals, heute und morgen. Hin und wieder schleichen sich aber auch ein paar düstere Momente ein. Der Beginn von „Zwischen Laken und Lügen“ klingt gar geheimnisvoll. Aber auch hier setzt der poppige und extrem eingängige Refrain den passenden Kontrastpunkt. Dieses Stück wurde an vorletzte Albumstelle platziert, entpuppt sich mit jeder Runde aber als heimlicher Höhepunkt der Platte.

 

Anderes lärmt schön durch die Prärie. Dabei fällt immer die extrem gute Produktion auf. „Es war nicht alles schlecht“ braucht da auch internationale Vergleiche nicht zu scheuen. Die Single „Mein Mikrofon“ ist zwar recht nett, erinnert aber zu sehr an die Band von jener Frau, die eine Anfrage der BILD-Zeitung mit „ich glaube es hackt“ kommentierte. Richtige Balladen im eigentlichen Sinne des Wortes gibt es übrigens nicht, aber ruhigere Momente schon - „Ich kann nicht mehr“ hat ein paar davon an Bord. Es wird eben nicht eintönig und Jennifer Rostock haben sich auch den Blick über den musikalischen Tellerrand bewahrt.

 

Fazit: So ist das. Man erwartet nichts und bekommt dann so viel! Jennifer Rostock haben jedenfalls ein drittes Album aufgenommen, welches von der Produktion, über die fluffigen Grooves bis hin zu den eingängigen Refrains und elektronischen Verspieltheiten überzeugen kann. Diese Popmusik mit NDW-Anleihen, Punk-Attitüde und einer Portion Rock and Roll im Arsch macht eine ganze Menge Laune. Sollte dies die Musik der Schulhöfe sein, dann muss man sich zumindest keine Sorgen machen. Ältere dürfen die Platte aber auch gerne auflegen! Meine Damen und Herren, so klingt Berlin!

 

http://www.jennifer-rostock.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

Jennifer Rostock: Mein Mikrofon (Single)

Jennifer Rostock: Mein Mikrofon

Warner

VÖ: 15.07.2011

 

Das neue Album von Jennifer Rostock steht in den Startlöchern. Die erste Single daraus „Mein Mikrofon“ ist nun der Appetitanreger dafür und funktioniert prächtig. Das Singles-Format erfuhr ja eine kleines Renaissance, die mittlerweile aber auch schon wieder abebbt und sich immer stärker auf den Onlinemarkt verlagert. Jennifer Rostock gehen einen anderen Weg und haben ihren Fans und Hörern nun ein dickes Paket geschnürt.

 

Man kann jetzt monieren, dass sich mit „Mein Mikrofon“, „Der Kapitän“ und „Zwischen Laken Und Lügen“ drei Tracks vom Album auf dieser Single befinden. Auf der anderen Seite ist das gar nicht mal schlecht, denn so kriegt man schon mal einen Eindruck und bei vielen Fans dürfte sich die Vorfreude noch steigern. Zudem legen sie noch zwei Remixe von Mikrofon bei, die ihre elektronische Seite deutlich herausstellt.

 

Der eigentliche Song selber klingt wie eine Mischung aus Juli, Wir Sind Helden und den alten Recken der NDW. Eine Prise Punk gesellt sich noch dazu, der Pop ist sowieso allgegenwärtig und tanzbar ist das auch noch. Hippe Nummer. „Zwischen Laken Und Lügen“ entpuppt sich als heimlicher Höhepunkt. Düster und mysteriös baut sich der Track zu einem echten Ohrwurm auf. Der Refrain bleibt definitiv hängen.

 

Als besonderes Schmankerl kann man sich noch ein „Track-By-Track“ Video zum neuen Album angucken. Hier spricht die Band jeden Song vom neuen Album an. Selbige werden im Hintergrund kurz eingespielt. Eine feine Sache ist das. Hier erfährt man auch noch ein paar Dinge über Neuerungen im Sound, beispielsweise die elektronische Ausrichtung, neue Becken und und und. Als Krönchen obendrauf gibt es noch die beiden Videos zu „Es War Nicht Alles Schlecht“ (schwarzweiß) und „Mein Mikrofon“, welches nicht nur sexy ist, sondern auch von David Bowie inspiriert zu sein scheint – jedenfalls was die Gesichtsbemalung betrifft.

 

Fazit: Die Single „Mein Mikrofon“ von Jennifer Rostock kann sowohl von der Quantität, wie auch von der Qualität überzeugen. Der Appetit ist nun angeregt, jetzt fehlt nur noch das Hauptmenü. Bald ist es ja soweit!

 

http://www.jennifer-rostock.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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