Jason Mraz: Love Is A Four Letter Word

Jason Mraz: Love Is A Four Letter Word

Warner

VÖ: 13.04.2012

 

Weertung: 8/12

 

Einer der größten Abräumer der letzten Jahre ist auch gleichzeitig einer der unbekanntestes Musikstars des Planeten. Jason Mraz könnte vermutlich neben einem in der Straßenbahn sitzen und man würde es kaum registrieren. Mraz hat das große Glück Millionen von Platten an die Frau und den Mann zu bringen und dabei dem Personenkult zu entkommen und abseits der Yellow Press ein ziemlich normales Leben führen zu können. 21 Millionen verkaufter Tonträger und eine stattliche Anzahl an eingeheimsten Preisen – darunter natürlich auch der begehrte Grammy, mehrfach versteht sich – und mit der Single „I´m Yours“ schon einen modernen Klassiker im Gepäck, sprechen eine deutliche Sprache: Jason Mraz Superstar.

 

In letzter Zeit ist es etwas ruhiger um den Mann geworden. Sein Megaknaller „We Sing. We Dance. We Steal Things.“ hat ja nun schon ein paar Tage auf dem Buckel. Viel Zeit ist vergangen, spiegelt sich auch in der Matte wieder, die Mraz seit Neustem trägt. Für seine Fans hat die Warterei nun ein Ende, denn sein neues Album „Love Is A Four Letter Word“ steht endlich in den Startlöchern. Der gewählte Titel lässt gar nicht erst Zweifel aufkommen wohin die Reise hier thematisch geht. Zunächst wollte Mraz die neue Platte schlicht „Love“ nennen, hat dann aber festgestellt, dass man das Thema Liebe nicht so einfach fassen und packen kann. Nun also „Love Ist A Four Letter Word“.

 

Jason Mraz ist ja dafür bekannt, dass er irgendwie das Talent hat, dass seinen Songs das Sönnchen aus dem Popo scheint. Ist natürlich auch auf seinem neuen Album wieder der Fall. Aber nicht nur! Die Musik klingt erwachsener. Das kann man schon an „Living In The Moment“ festmachen. Eigentlich hat das Ding alles, was man von einer Jason Mraz Nummer erwartet. Und doch schwingt da unterschwellig eine sehnsuchtsvolle Attitüde mit, die den jungen Wilden einfach abgeht. Die Mischung aus Folk, Reggae und Pop ist natürlich mal wieder herzallerliebst.

 

„Love Is A Four Letter Word“ mag vordergründig von den Songs mit eingebautem Sonnenschein leben, nachhaltiger sind allerdings andere. Das wunderschöne Folkstück „I Won´t Give Up“ - übrigens mit mehrstimmigen Chorus zum Schluss - oder das bluesige „5/6“ und die Ballade „93 Million Miles“. Allesamt tolle Songs. Natürlich hat der gute Jason auf dieser Platte auch wieder jede Menge Tracks untergebracht, die seinen Urheber schnell identifizieren. Das funkige „Everything Is Sound“ holt den Sommer einfach in den regnerischen April. Auf diese Art und Weise und mit dieser Leichtfüßigkeit kriegt das einfach nur Jason Mraz hin.

 

Zunächst ist man von der Platte übrigens noch nicht ganz so begeistert und die rauscht etwas an einem vorbei. Setzt man aber die Kopfhörer auf, dann zündet das Ding richtig. Die vielen kleinen Details – hier mal ein Bläser, da ein verhuschtes Riff, dort eine Mundharmonika und natürlich jede Menge tolle Melodien und Tempowechsel – lassen nicht nur viel Herzblut und Liebe erkennen, sondern machen dieses Album zu einem guten! Und wenn er uns bei „Frank D. Fixer“ zum Schluss den Dylan gibt, dann ist die Welt doch in Ordnung.

 

Fazit: Jason Mraz hat einfach ein Talent für nette Popsongs, die nicht belanglos sein müssen. Auch „Love Is A Four Letter Word“ ist wieder der vertonte Sommer. Aber eben nicht nur! Es gibt mal bluesige Elemente, natürlich auch viel Folk und Singer/Songwriter Versatzstücke. Jason Mraz zeigt sich hier teilweise als gereifter und nachdenklicher Künstler. Das Album braucht allerdings ein bisschen Zeit, aber dann kommt es und entfaltet seine ganze Pracht!

 

http://jasonmraz.com/four-letter-word/

 

Text: Torsten Schlimbach

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