Heinz Rudolf Kunze: Stein vom Herzen – Live

Heinz Rudolf Kunze: Stein vom Herzen – Live

Sony

VÖ: 24.01.2014

 

Wertung: 9/12

 

Heinz Rudolf Kunze geht auf ausgedehnte Tour und veröffentlicht vorher noch schnell ein zünftiges Live-Album. Eigentlich eine ungewöhnliche Vorgehensweise, denn ein solches Ding macht ja normalerweise erst hinterher Sinn. Aber Heinz Rudolf Kunze wäre eben nicht Heinz Rudolf Kunze, wenn da nicht alles etwas anders laufen würde. Am 21. November 2013 gab der Poet für Radio Berlin 88,8 ein Clubkonzert, welches dann auch mitgeschnitten wurde und nun einen Tag vor dem ersten Konzert der Tour in den Läden steht. An diesem Novemberabend war die aktuelle Platte „Stein Vom Herzen“ gerade taufrisch und wurde einem ersten Test vor Publikum unterzogen. „Stein Vom Herzen – Live“ lässt nun alle daran teilhaben, die nicht dabei sein konnten und für alle anderen ist das natürlich eine wunderbare Erinnerung.

 

Die Aufmachung der CD ist schon etwas dürftig und enttäuschend. Ein richtiges Booklet sucht man nämlich vergeblich. Man bekommt die notdürftigsten Informationen geliefert und das war es. Das ist insofern schade, da diese Veröffentlichung in dieser Hinsicht etwas mehr Liebe zum Detail verdient hätte. So macht das doch den Eindruck eines Schnellschusses. In der heutigen Zeit der Musikindustrie verlieren Optik und Haptik ja leider immer mehr an Bedeutung. Heinz Rudolf Kunze und auch der Großteil seiner Fans kommen aber eben noch aus einer anderen Zeit und da hätte man sich in dieser Hinsicht schon etwas mehr erwartet. Letztlich ist das sicher nicht entscheidend, aber ein kleiner Wermutstropfen ist das dann doch.

 

Heinz Rudolf Kunze sagt über dieses Konzert, dass es ein bunter Strauß seines Schaffens sei. Ist es auch. „Stein Vom Herzen – Live“ ist aber auch ein bunter Strauß des Künstlers und Menschen Heinz Rudolf Kunze. Hier ist neben dem Rock nämlich auch Platz für Poesie, nachdenkliche und melancholische Töne und in den Sprechtexten bleibt viel Raum für politische Themen, die er gewohnt bissig angeht und den Finger in die vielen, vielen Wunden legt. Das ist auf der einen Seite schön, die Unterbrechungen könnten aber auf Dauer in den heimischen vier Wänden auch etwas anstrengenden werden, da der Konzertfluss so doch gestört wird. Glücklicherweise hat Heinz Rudolf Kunze das wohl dosiert und dies wie kleine Nadelstiche gesetzt.

 

Der Sound von „Stein Vom Herzen – Live“ ist beeindruckend! Sehr sauber gemischt und jedes Instrument in seiner vollen Pracht genießbar. Da hat man schon ganz anderen Brei vorgesetzt bekommen. Der Live-Gesang von Kunze ist immer noch sehr gut, gleichwohl er die älteren Songs für die höheren Passagen etwas umgebaut hat. Die Setliste wurde sehr stimmig zusammengestellt, was bei dieser langen Karriere nicht so ganz einfach gewesen sein dürfte. Alte und neue Songs stehen in schöner Eintracht nebeneinander.

 

Rockiges und bissiges wie „Europas Sohn“ und „Vertriebener“ wechseln sich mit poetischen Songs wie „Das Glück auf deiner Seite“ und „Hallo Himmel“ ab. Dazu gesellt sich dann auch noch das Hitprogramm aus den 80ern. „Mit Leib und Seele“ und „Dein ist mein ganzes Herz“ fügen sich immer noch sehr gut in das Set ein. Klanglich lässt sich darüber sicher streiten, aber unter dem Strich darf man da durchaus von Klassikern der deutschen Populärmusik sprechen. Die Bonus-Tracks und Demos von "Der Clown schreit Feuer", "Wahrheit eines Sieges" und "Küsse unterm Kleid" runden die Geschichte sehr schön ab. Kunze hat hier die Instrumente übrigens allesamt selbst gespielt.

 

Fazit: „Stein Vom Herzen – Live“ ist ein schönes Live-Dokument von Heinz Rudolf Kunze. Nach zehn Jahren wurde das aber auch mal wieder Zeit. Der Sound ist erstklassig, die Band ganz famos, die Setlist sehr ausgewogen und Heinz Rudolf Kunze immer noch einer der Besten in seinem Metier. Sicherlich ein Querdenker, aber davon gibt es auch viel zu wenig. Schade, dass man sich bei der Aufmachung der Platte so wenig Mühe gegeben hat. Insgesamt aber eine sehr schöne Geschichte, die Lust auf die laufende Tour macht.

 

http://www.heinzrudolfkunze.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

Heinz Rudolf Kunze: Stein Vom Herzen

Heinz Rudolf Kunze: Stein Vom Herzen

Sony

VÖ: 25.10.2013

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Heinz Rudolf Kunze ist einer der fleißigsten Künstler des Landes. Er ist immer am Puls der Zeit, immer interessiert und immer noch das gute Gewissen der Deutschen. Kunze eckt an, Kunze denkt für andere mit, Kunze lässt nicht locker. Es ist gut, dass es den Musiker und Mahner Heinz Rudolf Kunze immer noch gibt! Es ist ja weit und breit kein anderer zu finden, der seinen Job macht, geschweige denn in seine Fußstapfen treten könnte. Heinz Rudolf Kunze muss also immer wieder auf ein Neues selbst ran. Dieses Jahr schon zum zweiten Mal. Nach dem Projekt mit Tobias Künzel gibt es nun mit „Stein Vom Herzen“ Kunze wieder pur und in Reinform.

 

Heinz Rudolf Kunze hat erstmals zusammen mit seinen Musikern Jens Carstens und Zoran Grujovski produziert. Aufgenommen wurden in verschiedenen Studios in Hamburg, Irland und seinem Keller. Zu Hause ist es doch auch schön, aber Heinz Rudolf Kunze hat sich nicht in einer Komfortzone eingerichtet, nein, der Mann hat sich seine Neugier bewahrt. Gerade jetzt, da er sich so langsam aufmacht den Spätsommer seines Lebens zu betreten wäre es ja nicht weiter verwunderlich, wenn er langsam etwas auf die Bremse treten würde. Tut er aber mit „Stein Vom Herzen“ nicht.

 

Die vierzehn Songs sind sehr vielschichtig, abwechslungsreich und oftmals um mehrere Ecken gedacht. Nicht immer passt die Musik zum Text. Das ist Absicht. Ambivalenz macht Heinz Rudolf Kunze aus und Gegensätze müssen sich nicht zwangsläufig ausschließen. Der Songschreiber, Dichter, Denker und Poet ist aber sowieso in gewisser Weise anders als eine Vielzahl seiner Kollegen. Wer singt denn heute noch von einer Fee und benutzt dieses Wort auch noch im Songtitel („Komm Kleine Fee“)? Eben! Kunze sang aber ja auch schon vor nicht ganz dreißig Jahren von einem Einhorn im Traum. Da gehört aber auch Mut zu, denn damit sind Häme und Spott natürlich Tür und Tor geöffnet. Damals wie Heute. Davon kann er sowieso ein Lied singen. Macht er auch mitunter in „Das Leben Nehmen“.

 

„Stein Vom Herzen“ kam ja selbst für Heinz Rudolf Kunze überraschend. Jedenfalls die Tatsache, dass RCA das Album so schnell veröffentlichen wollte. Es wurde Druck aufgebaut, der mitunter aber auch beflügeln kann. Mit Jens Carstens und Zoran Grujovski wurde der Produzentenjob neu vergeben. Leo Schmidthals kündigte darauf dann auch kurzfristig seinen Job und wohl auch die Freundschaft. Er kehrte kurze Zeit später aber zurück und übernahm natürlich den Bass. Eine Single musste allerdings auch noch her und zwar eine von der Sorte, die irgendwie Aussichten auf Erfolg hat. Heinz Rudolf Kunze gibt dabei auch unumwunden zu, dass „Hallo Himmel“ genau darauf ausgerichtet ist. Der fröhliche Song mit Popappeal soll im Radio gespielt werden und so hört sich die Produktion auch an. Wer aber auf den Text achtet, dem gefrieren die Gesichtszüge sicher schnell ein – es geht um den Tod, der uns alle unausweichlich erwartet. Stellt sich natürlich die Frage, ob es Heinz Rudolf Kunze auch so glatt poliert veröffentlicht hätte, wenn er nicht auch die Charts im Hinterkopf gehabt hätte. Vielleicht nicht. Es ist aber trotzdem ein gutes Lied. Wie so viele auf diesem Album.

 

Heinz Rudolf ist mitunter einer der der am meisten verkannten Künstler des Landes. Wir haben Herbert den Superstar, den coolen Udo und Heinz Rudolf, der etwas unnahbar wirkt und einen durch seine Brille anfunkelt. Dieser Heinz Rudolf hat aber ein ganz großes Herz. „Küsse Unterm Kleid“ ist einfach ein wunderschöner Song über zwei Menschen, die sich nach vielen Jahren wieder begegnen und dies ist alles eingebettet in ein herziges Popgewand. Ein Hit. Einer der schönsten, die Kunze je geschrieben hat. Kitschig ist dieser zweifelsohne, aber eine große Portion Kitsch in dieser Form würde der Welt ganz gut zu Gesicht stehen. Die Pianoballade „Stein Vom Herzen“ trifft einen mit der ganzen Wucht und Melancholie. „Wenn Du Sie Siehst“ ist ebenfalls ein Liebeslied, allerdings in ein rockiges Gewand gekleidet.

 

Neben tragisch Komischem wie das schmissige „Der Clown Schreit „Feuer““ gibt es auf diesem Album aber auch wieder den mahnenden, bissigen HRK. Und wie! „Europas Sohn“ rockt ebenso wie „Schämt Ihr Euch Nicht“. Letzter Song erinnert in der Eröffnung an BAP und „Widderlich“. Thematisch geht es aber in eine andere Richtung. In einer Medienwelt, wo Prominente schnell wie Vieh auf die Schlachtbank geführt werden und der Häme und dem Spott von allen anderen ausgesetzt sind, legt dieser Song den Finger in die Wunden und rollt und rockt dabei sehr amtlich. „Weltweit Feuer Frei“ poltert textlich wie musikalisch ebenso drauflos und ist eine schallende Ohrfeige für Politiker und all solche, die von Waffenlieferungen in Kriegsgebiete profitieren. Es sind aber jene Songs mit melancholischem Unterton die berühren. Dies gilt für „Das Glück Auf Deiner Seite“ wie auch für „Erwarte Wenig“.

 

Fazit: Heinz Rudolf Kunze will es anscheinend noch mal wissen. Mit neuem Label im Rücken und ein paar Umbesetzungen in seiner Mannschaft kommt neuer Wind in die Sache. Er möchte auch wieder im Radio so richtig stattfinden. Vielleicht ist er dafür auch so manchen Kompromiss eingegangen. Macht es das schlechter? Nein, denn die Songs sind gut – richtig gut! Und oftmals auch sehr rockig! „Stein Vom Herzen“ ist eines der besten Alben von Kunze überhaupt und bei richtiger Zählung müsste dies immer schon die zweiunddreißigste Runde sein! Andere mögen es zum Superstar gebracht haben, vielleicht gibt es auch coolere Künstler, aber wichtiger als Heinz Rudolf Kunze ist keiner von ihnen!

 

http://www.heinzrudolfkunze.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

Heinz Rudolf Kunze + Tobias Künzel: Uns Fragt Ja Keiner Live (Limited Edition Digipack)

Heinz Rudolf Kunze + Tobias Künzel: Uns Fragt Ja Keiner Live (Limited Edition Digipack)

Rakete Medien

VÖ: 22.03.2013

 

Wertung: 9/12

 

Die Musikgeschichte hat ja schon öfters gezeigt, dass das Aufeinandertreffen von etablierten Künstlern oftmals ein ganz neues, anderes Projekt anschiebt. Und nicht selten entstehen Bündnisse, Konstellationen und Freundschaften, die auf dem Papier eigentlich nicht zusammenpassen. Heinz Rudolf Kunze hat in seiner langen Musikerkarriere selten Erwartungshaltungen erfüllt und auch nicht das abgeliefert, was andere von ihm gerne haben wollten. Ein streitbarer und unbequemer Zeitgenosse, aber genau aus diesem Grund auch authentisch. Trotzdem hätte man nicht unbedingt erwartet, dass er irgendwann mal mit Tobias Künzel von Die Prinzen auf Tour geht und ein gleichberechtigtes Projekt starten würde. Genau dies haben die beiden Herren aber getan. Die Idee dazu ist schon mehr als zehn Jahre alt und entstand als Kunze und Die Prinzen auf einem Festival in Berlin auftraten und sich KuK danach verquatschten und sich zum gemeinsamen Musizieren verabredeten.

 

Jetzt also KuK und „Uns Fragt Ja Keiner Live“. Im Januar 2013 waren die Herrschaften zusammen mit Paul Millns an den Tasten, Christof Stein-Schneider von Fury in the Slaughterhouse an der Gitarre und Räuberzivilist Peter Pichl am Bass in zehn deutschen Städten unterwegs und präsentierten dem Publikum bekannte, weniger bekannte und neue Songs in ungewohntem Gewand. Dazu gab es einige Sprechpassagen, die zum Teil brillant sind – nachzuhören auf „Die Patenschaft“. Als Einleitung zu dem Southern-Rocker „Das Handy“ ist das natürlich schwer verdauliche Kost. So soll es auch sein, denn hier stehen bissige Kommentare neben heiterem Spaß mit ernstem Unterton nebeneinander. Die beiden Musiker erwiesen sich in ihrer Karriere ja schon immer als Alltagsbeobachter der besonderen Art.

 

Für KuK ist das alles eine Spielwiese zum Ausprobieren der gemeinsamen musikalischen Vorlieben. Grenzen gibt es nicht und das vertraute Terrain wird verlassen. Die Hits des jeweiligen anderen werden gesungen und neu interpretiert. Mal ehrlich, „Alles Nur Geklaut“ kann man ja eigentlich nicht mehr hören – wenn man es überhaupt jemals konnte – in dieser Kunze-Interpretation kriegt die Nummer aber plötzlich einen ganz neuen Drive und das Gitarrensolo passt plötzlich perfekt. Selbiges gilt auch für „Dein Ist Mein Ganzes Herz“, welches von Künzel als tieftraurige Ballade vorgetragen wird. Selbst „Mann Im Mond“ wirkt regelrecht frisch. „Keine Luft Mehr“ entpuppt sich gar als eines der schönsten und traurigsten Stück der deutschen Musiklandschaft der letzten Jahre.

 

Das Spektrum ist extrem groß: viel New Wave und Neue Deutsche Welle, aber auch Blues, Folk und Rock gibt es auf die Ohren! Alle Schaffensperioden werden abgedeckt und da man mit Christof Stein-Schneider auch einen Mann von Fury In The Slaughterhouse dabei hatte, wird auch noch deren Klassiker „Won´t Forget These Days“ in einer herzergreifenden Version gespielt. Von „Undercover Man“ bis hin zu „Im Aufbruch“ ist das alles ein höchst erstaunliches und beeindruckendes Ergebnis zweier Sänger, Musiker und Künstler, welches man so nicht erwarten konnte. Die Mitstreiter von KuK sind selbstverständlich ebenfalls erstklassig!

 

Fazit: Künzel und Kunze sind ein bisschen wie Yin und Yang. Geschickt werfen sich die beiden Herren die Bälle zu und kreieren feinste Musik, bei der auch das Alte wieder spannend und frisch wirkt. Bleibt zu hoffen, dass dies kein einmaliges Projekt ist, denn gerade die neuen Songs machen richtig Lust auf mehr. „Uns Fragt Ja Keiner“ muss man ab jetzt mit einem deutlichen DOCH entgegnen. Es dürfte nämlich genug Leute geben, die nach KuK fragen! Auch und gerade live! Aber man kennt das, Erwartungen werden im Hause Kunze ja selten erfüllt - vielleicht hilft Künzel da weiter...

 

http://www.heinzrudolfkunze.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

Heinz Rudolf Kunze & Räuberzivil: Hier rein da raus (Doppel-CD)

Heinz Rudolf Kunze & Räuberzivil: Hier rein da raus (Doppel-CD)

Rakete Medien

VÖ: 07.09.2012

 

Wertung: 9/12

 

Heinz Rudolf Kunze hat in seiner langen Karriere wohl alles richtig gemacht – und alles falsch. Deutschrocker, ehemaliger Schnauzbartträger, Poet, Liedermacher, Mucker, Carmen Nebel, Pop, Brille, Oberlehrer, Dichter, Schlager, politischer Aktivist und noch viel mehr! Das alles war und ist Heinz Rudolf Kunze. Der Mann hat stets polarisiert und die Lager gespalten wie kaum ein anderer deutscher Künstler. Mit jeder neuen Platte – gefühlt also jedes Jahr – darf man wieder gespannt sein, wohin die Reise diesmal gehen wird.

 

Vermutlich muss selbst ein gestandener Profi wie Kunze ab und an seinen Kühlschrank füllen und darum gab es in der Vergangenheit sicher auch mal den einen oder anderen Kompromiss und einen Dreh in Richtung Mainstream oder gar Anleihen beim Schlager. Fans der ersten Stunde hatten es nicht immer leicht mit ihm. Völlig egal was war, denn davon ist auf „Hier rein da raus“ nichts zu finden. Diese Lieder sind absolut kompromisslos. Keine Anbiederung! Nirgendwo! Heinz Rudolf Kunze pur? Nicht ganz, denn die Band – Räuberzivil – hat die Ideen von Kunze kongenial umgesetzt.

 

Mit „Hier rein da raus“ kann man sich für den Rest des Jahres einschließen. Die erste CD hat 16 Songs zu bieten, die zweite gleich 18! Die Texte springen einen nicht direkt an, sondern wollen erarbeitet werden. Für die Musik gilt dies auch. Mit jedem Durchgang entdeckt man immer wieder neue Nuancen, kleine Verspieltheiten und viele Nettigkeiten. Die Tracks bieten nie das Offensichtliche, sind manchmal sperrig und widerborstig. Gut so! Manches wurde gemeinsam erarbeitet, „Working Class Hero“ von Lennon wurde von Kunze eingedeutscht, aber zumeist steht hinter den einzelnen Songs: Text & Musik - Heinz Rudolf Kunze. Natürlich hört man überall die Referenzen heraus. „Sie Hassen Dich“ klingt ganz stark nach „Rainy Day Woman“ von Dylan und bei den Songs „Räuberzivil“, „Überall Liegen Dinge“, „Die Gefahr“ bis hin zu „Der Kartenleser“ könnte man dahinter Neil Young, Tom Petty oder Ray Davies vermuten. Und ja, Kunze und seine Band rocken wieder, beherrschen aber auch die ruhigen Töne!

 

Blues, Bluegrass, Country, Folk, Rock, Americana – Kunze spielt alles einmal hoch und runter. Man höre sich nur den genialen Stampfer „Als Der Teufel Kam“ an. Jetzt weiß man auch wieder, was man die letzten Jahre bei der Musik von Kunze so schmerzlich vermisst hat. Massenkompatibilität gibt es nicht! Fehlanzeige! Bissig und mit viel Wortwitz geht Kunze zur Sache - „Im Nächsten Leben Werd´ Ich Spielerfrau“ dürfte nur den wenigsten Fußballern gefallen. „Mit Den Musikern Im Hotel“ hat den Blues, bevor es mit „Putzfrau“ einen der berühmten Sprechtexte gibt. Diese beiden CD sind ein Quell der Kreativität! Anspruchsvoll zudem!

 

Fazit: „Hier rein da da raus“ ist endlich die Platte, die „Kommando Zuversicht“ und „Räuberzivil“ schon andeuteten. Der Poet ist zurück. Mit scharfer Zunge freilich, ganz so, wie man ihn vermisst hat. Musikalisch gehört die Geige und Mundharmonika unbedingt dazu. Und die Fidel! Country, Folk, Blues – alles da. Und die Eloquenz ist auch zurückgekehrt. Kunze und Räuberzivil passt einfach perfekt zusammen!

 

http://www.heinzrudolfkunze.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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