Gary Moore: Live At Bush Hall 2007

Gary Moore: Live At Bush Hall 2007

Eaglerock/Universal

VÖ: 19.09.2014

 

Wertung: 7,5/12

 

Gary Moore gilt bei den einen als einer der besten Gitarristen seiner Generation, während wiederum andere ihm jegliches Gefühl absprechen und ihn eher in der Ecke der Sportgitarristen sehen, die zwar flink mit den den Fingern sind, die aber bei ihrem Spiel die Seele vermissen lassen. Man kann es drehen und wenden wie mal will, Gary Moore hat definitiv seine Spuren hinterlassen und sein Name wird auf ewig in den Musikgeschichtsbüchern stehen. 2011 verstarb der Mann im Schlaf an einem Herzinfarkt. Gary Moore wurde nur 58 Jahre alt. Jetzt gibt es noch mal ein Livevermächtnis mit „Live At Bush Hall 2007“.

 

Eigentlich wollte Moore noch eine Bluesplatte aufnehmen, damit er seinen Verpflichtungen mit Eaglerock nachkommen konnte und dann wollte er eine gänzlich neue Richtung einschlagen. Es kam nicht mehr dazu. „Live At Bush Hall 2007“ ist jetzt auch nicht gänzlich unveröffentlicht, denn ursprünglich wurde dies über Planet Radio Rock ausgestrahlt. Jetzt werden diese Aufnahmen erstmals auch offiziell auf einem Tonträger veröffentlicht. Die Hardcore-Fans haben das Teil natürlich längst als Bootleg im Schrank stehen, aber die Geschichte hier ist dann doch noch mal etwas anderes.

 

Das Booklet selbst hat keine Fotos zu bieten, dafür gibt es ein paar Liner-Notes von Liz Barnes. Informationen zu den Songs sucht man leider auch vergeblich, lediglich die Trackliste ist abgebildet. Immerhin kann man da nachlesen, aus welcher Feder der jeweilige Song stammt. Insgesamt ist das aber etwas dürftig, da hätte diese Veröffentlichung schon etwas mehr Liebe zum Detail verdient gehabt. So hat das den Anschein, als hätte man mal eben ohne viel Mühe die Radioshow auf CD gebrannt.

 

Musikalisch ist dies das volle Bluesbrett. Die Sause startet mit „If The Devil Made Whiskey“ und ist mit „Hard Times“ noch lange nicht beendet. Gerade das letztgenannte Stück lässt in dieser Liveversion deutlich erkennen, dass Moore eine Hardrockvergangenheit hat. Auch „Eyesight To The Blind“ lässt in dieser Hinsicht keine Fragen offen und gerade das aggressive Solo sorgt da für ordentlich Schmiss. „Gary´s Blues“ ist technisch einwandfrei, aber dies dürfte Wasser auf die Mühlen der Kritiker sein. Gary Moore spielt eben ganz anders wie seine großen Vorbilder. Und wenn man da heute einen der jungen Wilden als Vergleich heranzieht, wie beispielsweise Gary Clarke Jr, dann sind die Unterschiede schon sehr offensichtlich: Moore spielte härter, während eine Vielzahl seiner Kollegen - die den Blues mit der Muttermilch aufgesogen haben - da eine ganze Menge Gefühl in ihr Spiel hineinlegen.

 

Natürlich gibt es auch den alten Gassenhauer „Still Got The Blues“ in einer epsichen Version, die fast die sieben Minuten erreicht, auf die Ohren. Mit diesem Klassiker hat sich Gary Moore auf ewig in die Geschichtsbücher eingetragen. Am Sound gibt es übrigens – wie bei allen Songs – nichts auszusetzen. Mit „The Blues Is Alright“ von Milton Campbell Jr. groovt sich Moore an die zehn Minuten Marke heran. Das ruhige „Sundown“ beendet das Set dann vorzüglich.

 

Fazit: „Live At Bush Hall 2007“ von Gary Moore ist ein nettes Live-Dokument seiner Blues-Phase. Seine Hardrockwurzeln kommen dabei immer wieder zum Vorschein. Für Fans ist das sowieso ein Pflichtkauf, aber auch alle, die auf gut abgehangene Livemusik stehen, sollten die Scheibe mal antesten. Bei der Aufmachung hätte man sich etwas mehr Mühe geben können, denn diese ist doch sehr dürftig.

 

http://www.gary-moore.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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