Fools Garden: Rise And Fall

Fools Garden: Rise And Fall

Jazzhouse Records

VÖ: 20.04.2018

 

Wertung: 7/12

 

Fools Garden gibt es nun auch schon seit 1991. Mit Volker Hinkel und Peter Freudenthaler sind allerdings nur noch zwei Gründungsmitglieder dabei. Die Herren waren aber ja schon immer die kreativen Köpfe hinter der Band und für das Songwriting verantwortlich. Fools Garden können sicher auf eine treue Fangemeinde stolz sein, aber im kollektiven Gedächtnis sind sie eben wegen „Lemon Tree“ verankert, jenem Song, an dem es 1995 kein Vorbeikommen gab. Die Pforzheimer werden deshalb auch gerne als One Hit Wonder bezeichnet. Weitere Singles konnten sich ja auch nicht oben in den Charts platzieren. Jetzt wird mit „Rise And Fall“ das zehnte Studioalbum veröffentlicht. Hartnäckig sind sie ja.

 

Lustig sind die Jungs auch. In „Boys“ thematisieren sie die Radiolandschaft und den darin vertretenen Einheitsbrei. „The radio is playing the same songs all the time, they stick in the rotation, send shivers down my spine. I don’t feel connected“. Ja, so ging es mir mit „Lemon Tree“ einst auch. So eine Grausamkeit ist – und so fair muss man schon sein – auf „Rise And Fall“ allerdings nicht vertreten. Hin und wieder wird dieses Terrain zwar gestriffen - „Save The World Tomorrow“ ist da dicht dran – aber größtenteils bewegt sich die Band in anderen Gefilden. „I Burn“ erinnert ein bisschen an die Coldplay der späteren Phase. Auch das Akustikstück „New Day“ ist durchaus sehr nett. Auf leisen Sohlen schleicht sich das Stück an, wird aber noch etwas üppiger ausstaffiert.

 

Das melancholische „High Again“ braucht sich sicher auch nicht hinter den Popgrößen zu verstecken. Handgemachte Popmusik versteht sich. „Marie Marie“ ist eine feinfühlige und unkitschige Akustikballade, die toll arrangiert wurde. „Boomtown Baby“ groovt ganz nett, die Nummer – soll wohl ein Rocksong sein – wurde aber auch schwer zusammengeklaut. „Course Of Ages“ gefällt mit einer schöne Erzählstruktur, während „Shame“ noch mal an die furchtbaren 90er erinnert. Das ist ein Song für die Festzelte, kann man schön zu schunkeln. „Still Running“ holt noch ein bisschen elektronische Klänge dazu. Das steht der Band aber nicht sonderlich gut zu Gesicht. Die Anbiederung beim Zeitgeist muss überhaupt nicht sein. „All We Are“ ist eine weitere Ballade, aber eine gute. Den Song hat Freudenthaler seinem Sohn gewidmet. „Embrace“ stampft noch mal dahin, bevor „Rise And Fall“ das Album atmosphärisch sehr dicht beendet.

 

Fazit: Das zehnte Studioalbum von Fools Garden ist über weite Strecken ein unaufgeregtes Album. Die Songs wurden toll produziert und arrangiert. Die Anbiederung beim poppigen Zeitgeist hätte bei der einen oder anderen Nummer nicht sein müssen, aber das hält sich erfreulicherweise in Grenzen. Über weite Strecken ist das ein Album von erwachsenen Musikern für erwachsene Menschen. Fans von Fools Garden dürfen sich darüber freuen!

 

www.foolsgarden.de

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch