Falco: Out Of The Dark (Into The Light) (2012 - 2 CDs)

Falco: Out Of The Dark (Into The Light) (2012 – 2 CDs)

EMI

VÖ: 07.12.2012

 

Wertung: 8/12

 

„Out Of The Dark (Into The Light)“ von Falco wurde erst posthum veröffentlicht. Eigentlich sollte die Platte einen ganz anderen Namen tragen, aber „Egoisten“ passte da wohl nicht mehr so gut und letztlich machte sich der verwendete Titel natürlich auch wesentlich besser. Drei Wochen nach dem Autounfall während seines Aufenthalts in der Dominikanischen Republik wurde die Platte veröffentlicht und konnte sich mehr als 2 Millionen Mal verkaufen. Auch die Kritiken waren durch die Bank recht positiver Natur. Falco war also wieder dabei seinen zweiten Frühling einzuläuten – das tragische Ende ist bekannt.

 

„Out Of The Dark (Into The Light)“ wurde klanglich überarbeitet und kommt nun erneut in den Handel. Man hat es sich nehmen lassen und als besonderes Schmankerl eine zweite CD beigelegt. Das mag für Sammler und Komplettisten interessant sein, alle anderen können darauf aber durchaus verzichten. Wer braucht schon acht(!) Remixe von „Naked“ und wer kann sich diese alle am Stück anhören? Abgesehen davon sind die D-Syndrome und Sweetbox Mixe auch tatsächlich verzichtbar – der Original Mix ist es nicht! Vier - mehr oder weniger brauchbare - Mixe von „Push! Push!“ drücken ordentlich auf das Tempo. Gerade hier zeigt sich, dass der Österreicher und sein Team wieder am Puls der Zeit agiert haben und auch 2012 damit eine gute Figur abgeben. Von „Egoist“ gibt es ebenso noch einen Remix wie auch von „Out Of The Dark (Into The Light)". Eine Instrumentalversion des Hits rundet die ganze Geschichte ab.

 

Die Songs des Albums wechseln zwischen Genie und Wahnsinn. „Der Komissar 2000“ hätte nun wirklich nicht sein müssen und zeugt eigentlich von totalem Ideenmangel. „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“ hatte damals ja auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Der alte Berliner Gassenhauer wurde ursprünglich unter dem Pseudonym T>>MB veröffentlicht, war aber derart erfolgreich, dass es für dieses Album dann doch reichte, aber eben alles andere als taufrisch war. Immerhin pumpte sich das Ding im modernen Technogewand ordentlich nach vorne. „Naked“ schlägt ebenfalls in diese Kerbe, durfte aber aus dubiosen Gründen nur als Full Frontal Mix mit auf das Album gepackt werden. Als Single war die Nummer in Deutschland ein Rohrkrepierer, weshalb Falco die Album-VÖ wieder nach hinten schob. Dies war dann auch die letzte Veröffentlichung zu Lebzeiten!

 

Ein richtiger Knaller ist der Opener „No Time For Revolution“. Damit war Falco wieder auf der Höhe der Zeit angekommen. Dieser Dancetrack groovt wie Hölle, ist verschroben und gleichzeitig doch extrem Hit-kompatibel. Und da wären wir auch schon bei den beiden Songs, die das gesamte Album überstrahlen. Über den Titeltrack, mit der Textzeile „muss ich denn sterben um zu leben?“, ist ja schon viel spekuliert worden. Wie dem auch sei, es ist fast schon ein klassischer Falco-Track mit allen bekannten Zutaten – der Text stammt übrigens nicht aus seiner Feder! „Egoist“ ist etwas fröhlicher ausgefallen und mit seinem (auch) autobiografischen Bezug beweist Falco auch sehr viel Humor. So hat man diesen Hansi Hölzel kennen und lieben gelernt.

 

Fazit: „Out Of The Dark (Into The Light)“ ist das letzte Album von Falco, welches allerdings posthum veröffentlicht wurde. Die Songs knüpfen teilweise an alte Großtaten an, sind aber auch in ein modernes Gewand gekleidet worden. Insgesamt wirkt die Platte etwas unrund, da die Songs teilweise in einem völlig anderen Kontext entstanden sind. Trotzdem gibt es auch hier Klassiker seines Repertoires zu hören. Ob es dieser Neuauflage bedurfte sei mal dahingestellt. Wer nur ansatzweise etwas mit Falco und seiner Musik anfangen kann, sollte die Platte sowieso im Schrank stehen haben.

 

http://www.falco.at/

 

Text: Torsten Schlimbach

Falco: Nachtflug (2012 - 2CDs)

Falco: Nachtflug (2012 - 2CDs)

EMI

VÖ: 07.12.2012

 

Wertung: 6,5/12

 

Als im Herbst 92 das Album „Nachtflug“ von Falco erschien, lag die Karriere des Falken so ziemlich in Trümmern. Seine letzten musikalischen Ergüsse wurden mehr oder weniger belächelt und auch kommerziell konnte er längst nicht mehr an die großen Erfolge vergangener Tage anknüpfen. Umso überraschender war wohl der Erfolg von diesem Werk. Er entschloss sich im Zuge der positive Resonanz sogar zu einer Tour. Sein Auftritt beim Wiener Donauinselfest vor 150.000 Zuschauern zählt aufgrund der Wetterverhältnisse und der damit verbundenen außergewöhnlichen Darbietung von Falco und seinen Musikern zu einem Live-Höhepunkt in seiner Karriere.

 

Jetzt hat man sich dazu entschlossen die Scheibe in überarbeiteter Klangqualität und mit jeder Menge Bonusmaterial erneut zu veröffentlichen. Das Material der zweiten CD widmet sich dabei allerdings ausschließlich drei Songs. „Dance Mephisto“ liegt als Dance Mix und Instrumental Radio Mix vor. Dazu gesellen sich noch jede Menge verzichtbare Remixe und Mixe von „Titanic“ und „Monarchy Now“. Mehr als eine Runde wird man sich das am Stück wohl nicht geben. Für die Hardcore-Fans ist das natürlich ein absolutes Muss! Für alle anderen ist das aber eher vernachlässigbar. Einzelne Stücke kann man aber immer wieder auspacken und auflegen!

 

Die niederländischen Produzenten Bolland & Bolland übernahmen wieder den Löwenanteil von „Nachtflug“ und waren gleich an acht von zehn Tracks verantwortlich. „Data de Groove“ war schnell vergessen und der kommerzielle Erfolg stellte sich wieder ein. „Nachtflug“ ist genau genommen kein schlechtes Album, allerdings hat es sehr viele Schwachpunkte. Oftmals schippert die Musik erschreckend seicht in belanglosen Disco Gefilden dahin. „Dance Mephisto“ ist dabei der absolute Tiefpunkt der Platte. Unverständlicherweise wurde diese Nummer neben „Titanic“ und „Nachtflug“ als Single ausgekoppelt. Das groovige „Monarchy Now“ wäre da sicher die bessere Wahl gewesen und stand eigentlich auch schon in den Startlöchern, wurde aufgrund des geringen Erfolgs der übrigen Singles aber wohl wieder eingestampft.

 

„Psychos“ und „Skandal“ gehen eher als Lückenfüller durch und bieten die übliche Falco/Bolland/Bolland Kost von der Stange. „Yah-Vibration“ ist eine recht seltsame Mixtur aus Rap, Reggae und Pop. Hin und wieder blitzt der berühmte Wiener Schmäh von Falco auf und auch seine spitze Zunge kommt ab und an zum Einsatz. Leider bleibt manches aber nur Stückwerk, wie die Ballade „Cadillac Hotel“, die nach dem Baukastenprinzip zusammengezimmert wurde. Der tolle Titeltrack „Nachtflug“ entschädigt zum Schluss für einige Aussetzer zuvor.

 

Fazit: Falco fand mit „Nachtflug“ zu Beginn der 90er zurück in die Spur. Das Album konnte und kann aber immer noch nicht vollends überzeugen und wirkt unausgegoren und zum Teil ideenlos. Eingerahmt wird diese Platte aber von zwei tollen Tracks, die an alte Großtaten anknüpfen können.

 

http://www.falco.at/

 

Text: Torsten Schlimbach

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