DeWolff: Live & Outta Sight II

DeWolff: Live & Outta Sight II

Mascot Label Group

VÖ: 14.06.2019

 

Wertung: 8,5/12

 

Gitarrist und Sänger Pablo van den Poel, sein Bruder Luka (Schlagzeug) und Robin Piso (Keyboards, Bass) gründeten vor mehr als einem Jahrzehnt DeWolff im niederländischen Geleen. Die Studiomusik des Trios kommt zwar bei Fans und Kritikern ganz gut weg, aber ihre volle Schönheit entfaltet die Musik erst live. Es ist somit keine Überraschung, dass mit „Live & Outta Sight II“ nun ein Album mit Livesongs der letztjährigen Tour erscheint. Der Zusatz „II“ lässt unschwer erkennen, dass es schon eine erste Runde gab.

 

So eine Nummer wie „Deceit & Woo“ ist der pure Irrsinn. Zwischen Jamcharakter, Schlagzeugsolo und psychedelischen Anleihen ist das eine über zehn Minuten recht progressive Angelegenheit. Mit „Tired Of Loving You“ gibt es gar noch einen Song, der länger ist und sich über elf Minuten erstreckt. DeWolff nehmen sich da ganz viel Zeit den Blues in Zeitlupe zu spielen. Die Gitarre steigert und steigert sich – Jimmy Page wäre stolz auf die Jungs.

 

Die Kapelle kann aber auch herkömmliche Songformate. „Big Talk“ erinnert dabei an Led Zeppelin. „Sugar Moon“ hat den Funk und Soul der 70er inhaliert und „Medicine“ klingt wie beschwörender Voodoo-Blues. „Tombstone Blues“ hat dazu noch ein lässige Hookline am Start. Da sage noch einer, dass der Rock längst zu Grabe getragen wurde. DeWolff treten definitiv den Gegenbeweis an. „Share The Ride“ wurde eindeutig von Deep Purple inspiriert und über allem schwebt der Geist von Jimi Hendrix. „Double Crossing Man“ bindet dann auch das Publikum mit ein. Rock and Roll der alten Schule.

 

Fazit: „Live & Outta Sight II“ ist ein erstklassiges Livealbum. Erbaut auf den Säulen des Rock, Blues und Soul. Hier ist jede Menge Können am Werk. Wer alte Helden wie Led Zeppelin, Deep Purple oder Jimi Hendrix im Schrank stehen hat, sollte DeWolff auf jeden Fall mal antesten. Live entfaltet die Band erst ihre ganze Kraft und gibt sich da auch mal einem gekonnten Jam hin. Gutes Ding, dieses Album!

 

https://www.dewolff.nu/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch