Christina Aguilera: Lotus

Christina Aguilera: Lotus

Sony

VÖ: 09.11.2012

 

Wertung: 6,5/12

 

Fans hatten jetzt genug Zeit „Bionic“ zu verdauen. Das Album hat nun auch schon zwei Jahre auf dem Buckel. Die futuristischen Sounds stießen teilweise auf großes Unverständnis und insgesamt wurde die Platte vielerorts schlicht und ergreifend mit einem Kopfschütteln bedacht. Die teilweise derbe Ablehnung war allerdings auch nicht immer verständlich. Wünscht man sich von einem Künstler nicht auch mal eine Weiterentwicklung oder soll die sowieso schon bekannte Soße immer und immer wieder aufgewärmt werden? Es war ein mutiger Schritt von Christina Aguilera diese Platte zu veröffentlichen, die durchaus ihre Schwachpunkte hatte, aber lange nicht so schlecht wie ihr jetziger Ruf ist.

 

Umso interessanter ist es nun zu sehen und natürlich zu hören, in welchen musikalischen Hafen sie nun mit „Lotus“ steuert. In den letzten zwölf Monaten hat sie immer wieder an ihrem fünften Album gearbeitet. Martin, Shellback, Kotecha aber auch Alex Da Kid, Sia und „The Voice”-Kollege CeeLo Green waren an der Entstehung beteiligt. Wer Frau Aguilera nun aufgrund ihrer Stimmgewalt und den Balladen in sein Herz geschlossen hat, wird an „Lotus“ nicht sonderlich viel Freude haben. In erster Linie ist dies nämlich eine Danceplatte mit vielen verschieden Facetten.

 

„Circles“ rockt gar und geht ein bisschen in eine synthetische Crossover-Richtung. Das Ding hat ordentlich Pfeffer im Hintern und auch gesanglich ist die Nummer sehr gut gelungen. Die Beats auf diesem Werk sind lange nicht mehr so angezerrt wie noch beim Vorgänger. Das „Intro“ kommt gar ein bisschen sphärisch daher. Autotune hätte aber nicht sein müssen und somit ist der Beginn eher ein zweifelhaftes Vergnügen. „Army Of Me“ mag gesanglich wieder eine herausragende Leistung sein, und doch nerven die Beats von der Stange etwas. Die ruhigen Passagen sind es, die zu überzeugen wissen. „Red Hot Kinda Love“ hört sich eher nach einem großen Kindergeburtstag denn einem ernsthaften Song an. Musik darf und sollte aber auch mal Spaß machen.

 

Mit einem harten Dancefloor-Kracher wie „Make The World Move“ - übrigens mit CeeLo Green – punktet sie dafür umso mehr. Die Single „Your Body“ kann da in keinster Weise mithalten und erinnert zudem noch ganz stark an Katy Perry. „Let There Be Love“ scheitert auch als kläglicher Versuch den aktuellen Trends nachzurennen. Wer bisher eine Ballade vermisst hat, kriegt nun mit dem starken Doppel „Sing For Me“ und besonders „Blank Page“ doch noch das begehrte Songmaterial geliefert. „Best Of“ geht auch noch mal ansatzweise in diese Richtung, aber im Grunde seines Herzens ist „Lotus“ eben eine Danceplatte!

 

Fazit: Christina Aguilera sagte im Vorfeld über „Lotus“, dass sie in den letzten Jahren einiges mitmachen musste und dieses Album nun ihre Wiedergeburt wäre. Diese kehrt dem eingeschlagenen Weg von „Bionic“ allerdings nicht gänzlich den Rücken. Vielmehr hört sich „Lotus“ jetzt nach dem Album an, welches sie vermutlich schon vor zwei Jahren machen wollte. Ihr fünftes Album ist weit weniger überladen und insgesamt steht die Stimme auch wieder mehr im Fokus. Ein bisschen Schatten gibt es auch, zu viel Licht wäre für „Lotus“ vielleicht auch nicht gut?! Alles in allem ein solides Album mit einigen wirlich interessanten und guten Songs.

 

http://www.christinaaguilera.com/de

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch