Cat Stevens: Back To Earth

Cat Stevens: Back To Earth

BMG

VÖ: 25.10.2019

 

Wertung: 8,5/12

 

„Back To Earth“ von Cat Stevens wird in einer remasterten Version veröffentlicht. Macht das Sinn? Nächstes Jahr erscheint Ende Februar immerhin eine Super Deluxe Box, die jede Menge Mehrwert und unveröffentlichtes Material am Start hat. Die vorliegende Veröffentlichung kann damit nicht aufwarten. Fans haben das Album ja eh schon mehrfach im Schrank stehen. Man kann also eigentlich getrost bis nächstes Jahr warten. Auf der anderen Seite hat „Back To Earth“ noch nie so gut geklungen. Musikinteressierte Menschen, die also nur diese zehn Songs brauchen, es bisher aber immer verpasst haben, sich dieses Werk zuzulegen, können nun auf die klanglich optimierte Fassung zurückgreifen.

 

„Back To Earth“ wurde 1978 veröffentlicht. Cat Stevens war im Dezember 1977 zum Islam konvertiert und nannte sich seit dem Sommer 78 Yusuf Islam. Er wollte sich eigentlich komplett aus dem Musikgeschäft verabschieden, aber er war vertraglich zu einem weiteren Album verpflichtet. „Back To Earth“ war jenes Werk, welches noch unter dem bekannten Namen Cat Stevens veröffentlicht wurde, aber von ihm mit keinerlei Promotion unterstützt wurde. Die Platte ging damals völlig unter und wurde kaum wahrgenommen. Die Musik war ja auch nicht mehr zeitgemäß.

 

Hört man sich „Back To Earth“ heute an, dann sind die Songs durchaus zeitlos. Es ist weitestgehend ein ruhiges Album. Der Sound ist brillant und man kann jede feine Nuance heraushören. „Just Another Night“ ist in dieser Hinsicht schon eine kleine Offenbarung. Mit dem melancholischen „Daytime“ hat Stevens ein Kleinod an die zweite Stelle gesetzt. „Bad Brakes“ ist die üppig ausgearbeitete Rocknummer des Albums. Das scheppert und lärmt auch mal dezent. „Randy“ ist auch opulent ausstaffiert, aber trotzdem fest im Singer/Songwriter-Genre verankert.

 

„The Artist“ klingt zunächst wie ein Kirchenlied, entwickelt sich dann aber in ein – mehr oder weniger – belangloses Instrumentalstück. Dafür ist „The Last Love Song“ unfassbar toll. Gesanglich ist das sehr mitreißend und in dieser Hinsicht die beste Nummer auf diesem Album. Mit „Nascimento“ folgt der nächste Instrumentalsong. Das Stück orientiert sich musikalisch am Funk und kriegt durch die Bläser und den Bass eine tanzbare Note verliehen. Mit „Father“ bleibt Stevens auf dieser Schiene. „New York Times“ ist der opulenteste Track des Albums und klingt so, wie es für die Metropole angemessen ist. „Never“ beendet das Album schließlich zwischen Opulenz und fragiler Singer/Songwritermentalität.

 

Fazit: „Back To Earth“ ist sicherlich keine Hitsammlung, aber dieses Album ist dafür wie aus einem Guss und hat im Grunde zeitlose Musik zu bieten. Das ist mal opulent ausstaffiert, dann wiederum nimmt sich die Instrumentierung sehr zurück. Der Sound ist erstklassig und jede feine Nuance ist wundervoll herauszuhören. Ein schönes Album – nicht mehr, aber auch nicht weniger!

 

https://catstevens.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch