Brandon Flowers: The Desired Effect

Brandon Flowers: The Desired Effect

Universal

VÖ: 15.05.2015

 

Wertung: 6,5/12

 

Der Frontmann der Killers will es nun auch noch mal auf Solopfaden wissen. Nach knapp 5 Jahren war es wohl auch wieder Zeit dafür. „Flamingo“ war zwar noch recht erfolgreich, wurde aber von Kritikern und Fans eher zwiespältig aufgenommen. Die Erwartungshaltung für „The Desired Effect“ tendierte im Vorfeld dieser Veröffentlichung dann auch gen Null. An diesem Album arbeitete er zusammen mit Produzent Ariel Rechtshai in den eigenen Battle Born Studios der Killers. Immerhin hat man da sorgfältig aussortiert und so beschränkt sich „The Desired Effect“ auf zehn Songs.

 

Die Albumeröffnung ist ziemlich überraschend – und gut! „Dreams Come True“ klingt ein bisschen nach Las Vegas. Das ist aber nicht alles, denn gerade die Bläsersektion und die Songstruktur lassen einen an einen ganz Großen denken: Van Morrison. Wer hätte das gedacht? Brandon Flowers kriegt doch noch mal die Kurve und lässt den ganzen Mist vor der Tür. Wird doch noch alles gut? Jein. „Can´t Deny My Love“ packt zum Refrain hin dann doch wieder diese furchtbaren 80er-Klänge aus, die man eigentlich von Flowers nicht mehr hören wollte. Ganz schlimm wird es bei „I Can Change“. Die Nummer baut auf „Smalltown Boy“ von Bronski Beat auf und das nicht mal sonderlich gut.

 

„Still Want You“ ist die Sorte Popsong, die man als harmlos bezeichnen kann. Ab damit ins Formatradio. Da schunkelt auch die nette Omi von nebenan gerne mit. Die Ballade „Between Me And You“ ist da schon wesentlich zwingender. Die Pianoklänge tragen das Stück zu Beginn sehr schön und auch die Keyboardflächen fügen sich sehr harmonisch ein. Der Gesang von Flowers ist da sehr zurückgenommen und nicht so aufgesetzt. Es wird nach hinten raus zwar wieder etwas zu kitschig, aber insgesamt passt das. „Lonely Town“ kommt im Jahr 2015 doch nicht ernsthaft mit Autotune um die Ecke? Ach Mensch, Brandon! Der Stakkato-Gesang bei „Diggin´ Up The Heart“ und auch die Instrumentierung sorgt für ein paar Rock And Roll-Momente. So wie es die Wegbereiter gemacht hätten. Das Keyboard muss man zwar überhören oder rausfiltern, aber immerhin hat Brandon Flowers diese Seite nicht gänzlich abgelegt.

 

„Never Get You Right“ plätschert ganz nett dahin, während „Untangled Love“ - würde Flowers deutsch singen – es sich im Schlagerfach ganz gemütlich einrichtet. Man hat schon keine Hoffnung mehr, dass sich da noch irgendwas Nennenswertes tut und da kommt „The Way It´s Always Been“ daher. Das Stück hat alles: Gospel, Pop, Singer/Songwriter und ja, auch den typischen Brandon Flowers-Kitsch. Es ist trotzdem ein guter und versöhnlicher Abschluss von „The Desired Effect“.

 

Fazit: Das zweite Soloalbum von Brandon Flowers fängt stark an, lässt stark nach und beendet die Platte sehr schön und versöhnlich. Leider fällt Flowers immer wieder in diese schwulstige 80er-Kiste zurück. Die Kollaboration mit Neil Tennant passt da perfekt ins Bild. Das Album ist nicht so schlimm wie der Vorgänger, aber auch kein Quantensprung und wird schnell vergessen sein.

 

http://www.brandonflowersmusic.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch