Bootsy Collins: World Wide Funk

Bootsy Collins: World Wide Funk

Mascot Records

VÖ: 27.10.2012

 

Wertung: 8,5/12

 

Im Vorfeld der Veröffentlichung von „World Wide Funk“ hat Bootsy Collins wieder jede Menge Nonsens in die Welt gehauen. Der Mann, der einst mit James Brown und George Clinton arbeitete, hat eben seinen ganz eigenen Humor. Davon gibt es auch wieder jede Menge auf dem zwölften Studioalbum zu hören. Man muss nicht immer wissen, was der gute Bootsy so von sich gibt, man muss seine Musik fühlen! Im Bauch. Und derartige Musik hat „World Wide Funk“ wieder jede Menge zu bieten. Bootsy Collins fördert hier aber auch mal wieder den Nachwuchs und hat jede Menge noch unbekannte Gäste am Start. Daneben gibt es aber auch viele Hochkaräter, die hier zu hören sind. Gemeinsam mit alten und neuen musikalischen Weggefährten nahm er also diesen Wahnsin in seinem „Bootzilla Re-Hab“-Studio in Cincinnati auf.

 

„World Wide Funk“ kann schon kein schlechtes Album sein. Wie könnte ein Album auch schlecht sein, wenn Iggy Pop folgende Wort als Intro spricht "Bootsy Collins was born a long, long time ago in a subterranean cavern full of shining dinosaurs deep below the Ohio River...."? Eben! Natürlich ist „World Wide Funk“ wieder hoffnungslos überladen. Fünfzehn Songs sind auch mindestens drei, eher vier, zu viel. Aber irgendwie ist bei Bootsy Collins alles egal, weil das eben eine einzige, große Funkparty ist. Wer will bei „Pusherman“ schon ruhig sitzen bleiben? Oder eher: wer kann da noch ruhig sitzen bleiben?! Die Nummer ist natürlich komplett drüber. Funk, Rap, Soul – ach einfach alles. Für den Titeltrack „World Wide Funk“ hat er mit Buckethead einen Gitarristen dabei, den man nicht unbedingt in diesem Umfeld erwartet hätte. Bootsy Collins kennt eben keine Grenzen! Alles ist möglich.

 

„Thera-P“ würde auch Prince gefallen. Man hört sowieso, wo das kleine Popgenie einst genauer hingehört hat. Es ist ja nicht gerade so, als hätte Bootsy Collins geklaut. Andersherum wird aber ein Schuh draus. „Hot Saucer“ hat sogar Hitqualitäten. Der Funk weicht dem Pop. Insgesamt ist das sehr geordnet und mit Musiq Soulchild und Big Daddy Kané hat er die richtigen Gäste dafür ins Studio geholt. „Heaven Yes“ ist sogar eine schöne(!) Ballade. „Ladies Nite“ holt den Wahnsinn aber wieder zurück. Snoop Dogg dürfte das Ding gefallen. P-Funk und so. Der weibliche Rappart ist übrigens ziemlich genial.

 

Im Grunde ist hier jeder Track anders und aufgrund der Gastbeiträge spannend. „Snow Buny“ ist auch so ein Hit und „Hi-On Heels“ spottet mal wieder jeder Beschreibung. „Boomerang“ zeigt noch mal eindrucksvoll wer der Meister am Bass ist. Zum Schluss gibt esmal ein ziemliches Brett, bei dem Blvckseeds, Chuck D. und Buckethead zeigen wo der Crossoverhammer hängt. Cooler Abschluss!

 

Fazit: Man muss Bootsy Collins einfach lieben! Der Mann haut mit World Wide Funk mal wieder ein Album raus, welches der vertonte Spaß ist. Der Humor ist manchmal schräg, aber auf eine angenehme Art und Weise. Musikalisch ist das schon die ganz hohe Kunst! Die Gäste sind zudem erstklassig. Ein große Party ist „World Wide Funk“! Der Funk Master ist definitiv zurück!

 

http://bootsycollins.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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