Bootsy Collins: Tha Funk Capitol Of The World

Bootsy Collins: Tha Funk Capitol Of The World

Mascot Records/Rough Trade

VÖ: 29.04.2011

 

Wertung: 7,5/12

 

Der Großmeister des Funk meldet sich mit einem neuen Album zurück. Bisher hat der Mann unglaubliche 22 Alben in seine Schaffensliste aufgenommen. Aber auch der gute Bootsy wird nicht jünger und so sind nun doch fünf Jahre seit seinem letzten Studioalbum ins Land gezogen. Zudem hat der Mann nun seit zweieinhalb Jahren an dem Werk rumgeschraubt. Nach eigenem Bekunden wollte er diesmal kein reines Funk-Album machen – als wenn er dies überhaupt jemals gemacht hätte – sondern neue Wege beschreiten. Es ist ihm durchaus gelungen.

 

Insofern ist „Tha Funk Capitol Of The World“ ein Sammelsurium an Stilen geworden. Man darf hier auch mal von einem Musikstil sprechen, der in den letzten Jahren etwas in Verruf geraten ist: Crossover. Natürlich hat dieses Album nicht viel mit dem 90er-Crossover gemein, aber die Vermischung der vielen Stile ist eben in der letzten Konsequenz ein Blick über den Tellerrand hinaus und eine Ansammlung aus fast allen Schubladen der jüngeren Musikgeschichte.

 

Der Funk ist dabei natürlich allgegenwärtig, gar keine Frage. „Siento Bombo“ klingt gar wie eine Funkversion des Buena Vista Social Clubs. „Garry Shider Tribute“ hingegen präsentiert sich als waschechte Popmusik. „Minds Under Construction“ lässt schwere Gitarren anrollen. Hier wird der Soundtrack zu „Judgement Night“ gnadenlos zitiert. Rap, HipHop, Disco und Jazz sind weitere Zutaten, die Bootsy Collins vermengt. Ein Höhepunkt ist da sicher die Zusammenarbeit mit Ice Cube, Snoop Doog, Chuck D und Swavay! „Hip Hop @ Funk U“ ist entsprechend grandios ausgefallen und ein Partytrack vor dem Herrn. Vieles auf diesem Album zitiert natürlich den Meister schlechthin: James Brown. Mit „JB – Still The Man“ gibt es dann auch entsprechend eine Verbeugung vor seinem ehemaligen Arbeitgeber. Bootsy Collins darf das natürlich, auch wenn es nach mehreren Durchläufen leicht nervig wirkt. Mittels moderner Technik ist gar Jimi Hendrix bei „Mirrors Tell Lies“ mit dabei. Hätte man sich auch schenken können.

 

Fazit: „Tha Funk Capitol Of The World“ fährt ein unglaublich breites, musikalisches Spektrum auf. Man weiß jetzt, warum Bootsy Collins mit seiner stattlichen Anzahl an Gästen zweieinhalb Jahre an der Scheibe gebastelt hat. Die Vermischung der vielen Stile macht dieses Wunderwerk zwar sehr spannend, aber ein paar Nummern weniger hätte nicht geschadet. 75 Minuten Spielzeit verleiten eben auch zum einen oder anderen Durchhänger. Alles in allem überzeugt Bootsy Collins abermals und es ist schön, dass er sich nach fünf Jahren mit diesem Brocken zurückmeldet!

 

http://www.bootsycollins.com/

 

Text: Torsten Schlimbach



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