Black Stone Cherry: Kentucky

Black Stone Cherry: Kentucky

Mascot Label Group/Rough Trade

VÖ: 01.04.2016

 

Wertung: 9/12

 

Die Jungs von Black Stone Cherry sind mächtig stolz. Nicht nur, weil sie mit „Kentucky“ ein neues Baby geboren haben, sondern weil die Deutschlandtour restlos ausverkauft ist. Die Tickets gingen rasend schnell weg und entsprechend groß war die Freude im Camp der Band. Das Veröffentlichungsdatum des neuen Albums lag zu diesem Zeitpunkt ja auch noch in weiter Ferne. Dies zeigt, dass die Kapelle hierzulande eine treue Fangemeinde hat. Die Vorschusslorbeeren müssen nun natürlich auch gerechtfertigt werden. „Kentucky“ dürfte die Erwartungshaltungen noch übertreffen! So sieht das mal aus.

 

Seit im Jahr 2006 das Debüt der Band veröffentlicht wurde, sucht man nach einer Schublade, in die man die Musik einsortieren kann. Immer wieder wird Southern Rock genannt. Warum eigentlich? Hardrock wäre da schon naheliegender. Mit „Kentucky“ stoßen Black Stone Cherry vielleicht sogar noch mal eine neue Tür auf. Letztlich ist das Rock der härteren Gangart, aber über diese Songs wurde eine große Portion Grunge gepinselt. Quasi in jedem Song lässt sich eine Referenz zu einer anderen Kapelle der 90er ableiten. Ok, nicht nur, denn mit „War“ gibt es auch eine Coverversion des Edwin Starr-Songs – geschrieben von Norman Whitfield und Barrett Strong. Der Antikriegssong kommt zwar hart daher, lässt das Original aber durchaus deutlich erkennen. Bläser im Background sorgen zusätzlich für den Wiedererkennungswert.

 

Fangen wir mal vorne an. „The Way Of The Future“ klingt verdammt noch mal nach einem brillanten Stück von Soundgarden. „In Our Dreams“ hört sich dann eher nach Alice In Chains an und mit „Shakin´ My Cage“ geht es dann in die Stone Temple Pilots-Ecke. Erstaunlicherweise passt sich die Stimme auch immer wieder an. Was sich jetzt aber wie ein billiger Abklatsch der alten Helden liest, ist alles andere als das. Black Stone Cherry haben verdammt noch mal Bock. Und davon gleich eine ganze Wagenladung voll. Das lässige „Soul Machine“ hat mit dem Backchor tatsächlich so etwas wie Soul. „Long Ride“ kommt wie eine Mischung aus 3 Doors Down und Creed daher. Na gut, die Frauenherzen wollen ja auch erobert werden. Die Herren können immerhin dazu ein bisschen cruisen.

 

„Kentucky“ ist einfach lässig und macht Spaß. „Hangman“ ist auch in den 90ern zuhause und auch „Cheaper To Drink Alone“ erfreut das Rockherz. „Feelin´ Fuzzy“ ist der passende Songtitel zur Musik und mit „Darkest Secret“ gibt es ja noch mal das volle Brett auf die Zwölf. „Born To Die“ ist auf der Zielgeraden eine groovy Ballade mit einer starken Hookline. „The Rambler“ ist dann der berühmte Ausreißer: so eine Folkballade würde Eddie Vedder gefallen.

 

Fazit: „Kentucky“, das neue Album von Black Stone Cherry, ist stark. Ja, die Songs sind zwar auch im gestern verankert, aber welche Musik ist das nicht? Also irgendwie jedenfalls. „Kentucky“ lässt deutliche Anleihen beim Grunge erkennen. Dass dies kein Plagiat ist, liegt an der immens großen Spielfreude der Herren. Die Jungs schmeißen sich derart mit Spaß und Anlauf in die Tracks, dass man ihnen jeden Ton abnimmt – und dann funktioniert das auch im Jahre 2016! Und wie!

 

http://www.blackstonecherry.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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