Avantasia: Moonglow

Avantasia: Moonglow

Nuclear Blast/Warner

VÖ: 15.02.2019

 

Wertung: 6/12

 

Tobias Sammet hat in seiner langen Musikkarriere mit vielen Größen des Hardrock zusammengearbeitet. In 27 Jahren hat er mit so prominenten Vertretern wie Alice Cooper, Klaus Meine und Rudolf Schenker (THE SCORPIONS), Bruce Kulick und Eric Singer (KISS), Eric Martin (MR. BIG) das Studio geteilt. Für Sammet ging es von Fulda hinaus in die große weite Welt. Er erschuf dabei mit Avantasia auch seine eigene Spielwiese. „Moonglow“ ist nun der neuste Streich von Avantasia. Wie es mittlerweile so üblich ist, erscheint das Album in verschiedenen Konfiguration. Da dürfte für jeden etwas dabei sein.

 

Die gute Nachricht zuerst: Fans des Classic Rocks mit einem großen Hang zu Hardrock und der Theatralik des Prog, kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Wer ein Faible für handwerkliches Können hat, wird auf „Moonglow“ ebenfalls fündig. Man sollte zudem unbedingt eine klare Produktion schätzen. Die schlechte Nachricht: das ist altbacken und bieder. Muss das im Jahre 2019 wirklich noch sein?

 

„Ghost In The Moon“ ist zum Auftakt gleich die ganz große Oper. Ein Musical in einem Act. Man kriegt ja schon Angst, dass gleich Jim Steinman und Meat Loaf hinter irgendeinem Vorhang hervorspringen. Etwas Dreck kommt bei „Book Of Shallows“ dazu. Dies liegt allerdings weniger an Avantasia, sondern am großartigen Beitrag von Mille Petrozza. Der Titelsong „Moonglow“ wartet mit einem Feature von Candice Night auf und geht wieder in die Musicalrichtung. „The Raven Child“ erinnert ein bisschen an Iron Maiden, was ja nicht die schlechteste Referenz ist. „Starlight“ ist die Ballade, bei der alle Register gezogen werden.

 

Dann folgen zwei Songs mit Geoff Tate, immerhin Gründungsmitglied von Queensrÿche. „Invincible“ ist ein schönes, düsteres Hardrockbrett. „Alchemy“ macht auch noch Laune, auch wenn man die Powerchords alle schon Dutzendfach gehört hat. „The Piper At The Gates Of Dawn“? Ehrlich? Nun gut, da hüllen wir uns mal in Schweigen. „Lavender“ will dann wohl auch noch die große Oper sein. Folgerichtig heißt die nächste ausufernde Nummer dann auch „Requiem For A Dream“. Die Saiten werden bei „Maniac“ noch mal ordentlich strapaziert. Das Album wird also mit dem Flashdance-Song beendet – passt.

 

Fazit: Wer „Bat Out Of Hell“ von Meat Loaf liebt, wird sicher auch „Moonglow“ von Avantasia schnell in sein Herz schließen. Bombast und Pathos gibt es hier im Überfluss. Und handwerkliches Können. Aber reicht Können alleine? Und wann wird das zu Angeberei? Wer Classic Rock und Hardrock der alten Schule mag, sollte das Album 2019 aber auf jeden Fall auf dem Schirm haben!

 

www.tobiassammet.com

 

Text: Torsten Schlimbach

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch