Andrea Bocelli: Sì

Andrea Bocelli: Sì

Decca/Universal

VÖ: 26.10.2018

 

Andrea Bocelli hat schon ganz lange kein Album mit eigenen Songs aufgenommen. Vierzehn Jahre mussten seine Anhänger darauf warten. „Sí“ hat Bocelli nun zusammen mit dem Produzenten Bob Ezrin aufgenommen. Es sind Songs, auf denen die beiden Welten Pop und Klassik miteinander verbunden werden sollen und bestenfalls eine gemeinsame Schnittmenge aufweisen. Und von eben dieser Schnittmenge gibt es auf „Sì“ ganz viel zu hören.

 

Und natürlich wissen auch alle Beteiligten, dass man sich da am besten gleich den Platzhirsch einlädt, damit dessen potenzielle Käuferschicht auch bei „Si“ zugreift. So ist bei „Amo Sltanto Te“ Ed Sheeran mit von der Partie. Es ist eine schöne, melancholische Nummer. Den guten Ed hätte es dafür aber kaum gebraucht und wenn man nicht wüsste, dass er dabei ist, würde man es kaum erraten. Bocelli ist dafür auch einfach zu stimmgewaltig.

 

Vieles auf diesem Album ist wunderbar instrumentiert. Der Pathos bleibt weitestgehend vor der Tür. „Un´Anima“ dürfte auch Leute berühren, die sonst mit Klassikmusik nichts anfangen können. Die Ballade „If Only“ ist ein Duett mit Dua Lipa. Herzzerreißend. Ganz großes Kino und Gänsehaut! Dies gilt natürlich auch für das Duett mit seinem Sohn Matteo bei „Fall On Me“. Hin und wieder wird zu sehr mit Kitsch geschmissen, wie bei „Gloria The Gift Of Life“, aber das ist ja auch bei dem Genre nicht unüblich.

 

Es sind ganz wenige Songs auf „Si“, die nicht zu berühren wissen oder eher nerven. So mitunter „I Am Here“ oder „Ave Maria Pietas“. Das plätschert so dahin und reißt wenig mit.

 

Fazit: Andrea Bocelli hat mal wieder ein Album mit eigenen Songs aufgenommen. „Sì“ hat das Potenzial, wieder ein ganz großer Wurf zu werden und auch beim Poppublikum zu landen. Es sind Songs, auf die sich viele einigen werden und die auch zu berühren wissen. Abgesehen davon passt das perfekt in diese Jahrezeit!

 

http://www.andreabocelli.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch